ÜBER DIE “OBERE, “UNTERE” ROTE UND DIE “SCHWARZE” LINIE IM KINNERET

Israel bewegt sich von „rot zu schwarz“ – so warnen große Poster und Anzeigen in TV und Zeitungen in Israel. Diese wichtige Kampagne soll alle aufrütteln sparsam mit dem kostbare Nass umzugehen, denn eine als dramatisch zu bezeichnende Wassernot zeichnet sich in Israel ab. Das Ausmaß wird als noch nie seit Staatsgründung zu verzeichnendes geschehen beschrieben. Die Pegelstände des Kinneret, See Genezareth, haben drei Grenzmarken:

- 208,9m markiert die obere rote Linie - bei diesem Wasserpegel wird in Damm zu Jordan geöffnet um Hochwasser zu verhindern;

- 213m markiert die untere rote Linie - die Schadstoffansammlung verstärkt sich je mehr der Pegel sich dieser Marke annähert;

- 214,4m markiert die schwarze Linie - sinkt der Pegel bis zu diesem Punkt ab, werden die Zuflüsse zu den Wasserleitungen geschlossen.und es wird vermutet, dass sie im Dezember 2008 erreicht wird – und dann die Zuflüsse zur Wasserleitung geschlossen werden müssen. Allein durch Verdunstung gehen jeden Tag 1cm Wasserhöhe verloren. Diese Situation ist für Israel durchaus als dramatisch zu benennen. Eine weitere Gefahr liegt darin, dass der Grundwasserspiegel absinkt. Noch liegt er in den Bergen noch über leicht über der roten Linie, wird aber laut Uri Shani, Leiter der Wasserbehörde, wird bis zum Jahresende die untere rote Grenze erreicht sein. Der Grundwasserspiegel an der Küste ist bereits “bei Schwarz” angelangt. Viele Mechanismen müssen in Gang gebracht werden - Sofortmaßnahmen wie z.B. Anhebung des Preises, “Wassereinparung” in in der Landwirtschaft, im Obst-und Gemüseanbau, Abpumpen aus den Zuflüssen zum Kinneret - dieses Wasser ist ein “Borgen von der Zukunft” sagt Shani, denn es soll eigentlich den See erst zwei Jahre später erreichen.

Unbedingt zwingend ist die Errichtung weiterer Meerwasserentsalzungsanlagen - damit ist immer wieder gezögert worden. Als ich darüber in der “Jüdische Allgemeine” vom 07.08.2008 las kam mir ein Rundbrief den ich aus Israel im November 1999 an die Freunde zu Hause schrieb ins Gedächtnis, in dem ich damals genau zu diesem Thema eine interessante Auflistung von Johannes Gerloff, Jerusalem, notierte:

  • 03.10. Der Kinneret (-209m u.NN), hat einen Stand von –212.96; er liegt noch 4 cm über der „unteren roten Linie“
  • 04.10. Wasserstand im Kinneret fällt unter die „untere rote Linie“ von –213m; der Wasserkommissär Ben Meir erlaubt bis 30 cm unter der roten Linie Wasser aus dem See zu pumpen;
  • 06.10. Ben Meir legt Plan zum Import von Wasser aus der Türkei vor;
  • 11.10. Ben Meir vor dem Knesseth-Komitee des Staatskontrolleurs: wenn die Regierung nicht bis Jahresende eine Beschleunigung der Errichtung von Meerwasserentsalzungsanlagen beschließt,“ werde ich nicht mehr verantwortlich sein können für die Katastrophe, die auf die Wasserversorgungslage zukommt.“
  • 19. 10. Ben Meir: wenn Israel nicht im nächsten Jahr beginnt, Wasser zu entsalzen, wird das katastrophale Folgen haben.
  • 26. 10. Kinneret steht mit –213,08 cm 8 cm unter der roten Linie; täglich verdunsten 0,6 cm und der israelische Verbraucher benötigt weitere 0,15 cm Wasser pro Tag;
  • 28. 10. Ben Meir kündigt für nächsten Monat seinen Rücktritt an; er könne die Verantwortung für die Wasserversorgung des Landes nicht mehr länger übernehmen,solange das Finanzministerium kein Geld für Entsalzungsprojekte Verfügung stellt.

Wie gut, dass ich alle Rundbriefe aus meiner 1 1/2 jährigen Dienstzeit in Israel gesammelt und als Buch zusammengefasst habe - so konnte ich jetzt auf die Situation in 11/1999 zurückgreifen. Es einen Überblick, wie lange das schon mit dem “Auf-und Ab” der Errichtung von Entsalzungsanlagen geht. Natürlich sind in der Zwischenzeit schon eine Reihe solcher Anlagen in Betrieb - allerdings wie deutlich wird längst nicht ausreichend, wie unschwer zu erkennen ist. Und dennoch - siehe den kleinen folgenden Beitrag, der von Israels Erfolgen in Sachen “Meerwasser-Entsalzung” berichtet in den ILI-News vom 16.August 2008:

WIRTSCHAFT - 140.00 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag produziert die neue Meerwasser-Entsalzungsanlage der israelischen Firma I.D.E in Australien. Seit 1965 ist I.D.E. weltweit führend in der Entsalzungstechnologie. Die israelische Firma operiert mit Erfolg bereits in 40 Ländern.

Lang, lang ist’s her - der Kinneret im Mai 1993 bei meinem ersten Israel-Besuch. Das Wasser reicht bis an die “Grüngrenze” - ein Bild, dass ich später nie wieder so gesehen habe. Vom “Berg der Seligpreisungen” kommend über den See ein Blick auf’s “Taubental”

Das Gebet für ausreichenden Regen für die Zeit nach dem Sukkot bis in den April/Mai nächsten Jahres muss allen Israel-Freunden zu einer Herzensangelegenheit werden. Danke allen - die sich dazu bewegen lassen - AhuvaIsrael

Gilad Shalit / Israel und Georgien / Einwanderung und Tourismus / Israels Wasser-Not

GILAD SHALIT- ein Nachtrag zum 22. Juli - an diesem Tag wäre Gilad, der heute (17. August) seit 781 Tagen in den Händen der radikal-islamischen Terrororganisation Hamas ist aus seinem dreijährigen Militärdienst entlassen worden. Eine Gedenkveranstaltung wurde für ihn aus diesem Anlaß an diesem in Tel Aviv organisiert. Kameraden seiner Einheit nahmen an der Veranstaltung teil, nach dem sie sich sofort nach ihrer Entlassung zu Fuß den Weg nach Tel Aviv ins Verteidigungsministerium begaben, um Verteidigungsminister Ehud Barak zu bitten sich für die Freilassung ihres Kameraden einzusetzen. Israelnetz 23. August: Während der Gedenkfeier auf dem Rabin-Platz sprach unter anderen der Vater des Verschleppten. Er dankte den sieben Soldaten, dass sie sich am Tag ihrer Entlassung für ihren Kameraden einsetzten, anstatt direkt ins Ausland zu fahren, wie die meisten Armeeangehörigen, die ihren Dienst beenden.Sie haben ihre Freundschaft mit ihm nicht vergessen, auch nicht an einem Tag, der eigentlich ein Tag zum Feiern für sie sein sollte”, so Noam Schalit

ISRAEL UND GEORGIEN - Laut Ha’aretz vom 12. August leben In Georgien derzeit etwa 12.000 Juden und die „Jewish Agency“, vertreten durch ihren Vorsitzenden Zeev Bielski hat Beratungen mit dem Einwanderungsminister aufgenommen mit dem Ziel allen georgischen Juden, die nach Israel einwandern möchten Unterstützung zu gewährleisten. Der größte Teil der georgischen Juden lebt in Tiflis und Regionen, die von den Kämpfen nicht in Mitleidenschaft gezogen waren. Von 200 Juden, welche die Jewish Agency in den Kampfgebieten lokalisiert hat, haben 50 Personen einen Wunsch nach Einwanderung nach Israel signalisiert.

14. August: Internationale Christliche Botschaft Jerusalem - Dienstagabend (12. Aug.) sind drei Rettungsflüge aus Georgien in Tel-Aviv gelandet. An Bord befanden sich insgesamt 600 israelische Bürger und einwanderungswillige georgische Juden, die den Kämpfen zwischen Russland und Georgien zu entfliehen suchten. Der israelische Tourist Jossi Manesharu aus Aschdod berichtete: „Wir waren im Marriot Hotel und dann brach der Krieg aus. Die Lage war sehr schlecht, obwohl wir sehr nette Leute getroffen haben. Wir meldeten uns bei der israelischen Botschaft und erhielten die Nachricht, dass das Verteidigungsministerium uns anweisen würde, das Land zu verlassen. Es war ein totales Chaos an der Botschaft – 600 Leute versuchten, 4 Busse zu besteigen und nach Hause zu fliegen. Eine letzte Gruppe von Israelis, die Georgien nicht per Flugzeug verlassen konnte, soll mit Bussen nach Baku über die Grenze nach Aserbeidschan gebracht und von dort nach Israel geflogen werden.
Unterdessen hat ein israelischer Journalist, der bei russischen Luftangriffen nahe Gori schwer verletzt und nach Israel geflogen worden war, im Hadassah Krankenhaus in Jerusalem das Bewusstsein wieder erlangt.

Was nicht in der Süddeutschen Zeitung steht – ILI-News: 16. August - Zweieinhalb Tonnen medizinischer Hilfsgüter wurden von Israel nach Georgien gesendet. Die georgische Außenministerin Jekaterina Tkeschelaschwili bat in einem Telefonat mit ihrer israelischen Amtskollegin Zipi Livni um Unterstützung.

EINWANDERUNG und TOURISMUS NAI - Nachrichte aus Israel - Jerusalem am 13. August: 235 neue jüdische Einwanderer aus den USA und Kanada sind mit einer besonderen Zeremonie auf dem Ben-Gurion Flughafen empfangen worden. Außenministerin Zippi Livni hieß die Immigranten, von denen der Älteste 96 Jahre und der Jüngste 5 Monate alt ist, willkommen. Bis zum Ende des Sommers werden mit der Nefesh B’Nefesh Organisation aus Nordamerika und Großbritannien 2000 Einwanderer nach Israel gekommen sein.

TOURISMUS - ILI-News am 16. August - Rekordverdächtig: 2007 besuchten 2,7 Mio. Touristen Israel. In diesem Jahr werden es noch mehr. Alleine im Juli kamen 260.000 Besucher. Bild links ILI-News: Bild der Woche zum Bericht /// In Ergänzung aus dem Israelnetz vom 14. August: 1,7 Millionen ausländische Besucher waren es in den ersten 7 Monaten dieses Jahres - im Juli 22.% mehr als im Juli 2007 und 75% mehr als im Juli 2006!

Der nächste Eintrag berichtet über die dramatischen “Wassernotstand” in Israel - AhuvaIsrael

Zum Tisch’a be Aw - und Wochenabschnitt “Dewarim”

Heute Abend mit Ausgang des Schabbats beginnt der große Trauertag „Tisch’a be Aw“ – der Neunte im Monat Aw an dem in der weltweiten Judenheit der Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels (586 v.u.Z./70 u.Z.) gedacht wird. Vor einiger Zeit habe ich darüber eine recht ausführliche Ausarbeitung über verschiedene Trauertage einschließlich des „Tisch’a Be Aw“ erstellt, die hier als pdf.Datei eingebracht ist. Dazu auch „Der 9. Aw und die Christenheit“

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der-9-aw-in-der-christenheit Bilder: Ecclesia und Israel (Synagogoga) am Straßburger Münster (Südportal) Foto/Collage AhuvaIsrael 2002 - zur Vergrößerung Bild anklicken

Am Schabbat vor dem Tisch’a be Aw wird der Wochenabschnitt: Dewarim“ – Reden- gelesen. Dieser Name bezieht sich auf das gesamte 5. Buch Mose.
Während wir in 4.Mose 1,1 lesen: „Und der Ewige sprach zu Mosche……“, beginnt 5. Mose 1,1: „Dies sind die Reden, die geredet Mosche zu ganz Israel……“. Die Israeliten befinden sich im 40sten Jahr der Wüstenwanderung und für Mosche ist die Zeit gekommen, ihnen noch einmal die Reden des Ewigen selbst, die Er durch Mosche während des „Exils in der Wüste“ zu dem Volk Seiner Erwählung mit allen einschließenden Bünden und Zusagen geredet hat, in Erinnerung zu bringen.

In meinem Schatzkästlein „Zeitlos aktuell“ von Zwi Braun sind mir zwei Auslegungen zum Vers 6-8 in Kapitel 1 besonders aufgefallen, die ich hier weitergeben möchte. Der Text: -6 Der Ewige unser GOTT hat zu uns geredet am Choreb (Horeb) also: lange genug habt ihr stille gelegen an diesem Berg. -7 Wendet euch und brecht auf, dass ihr zum Gebirge Emori kommet (…..). -8 Siehe, ich lege vor euch hin das Land. Kommet und nehmet ein das Land, das der Ewige zugeschworen euren Vätern, dem Abraham Jitzchak und Jaakob, es ihnen zu geben und ihren Samen nach ihnen (….).

Zwi Braun lässt dazu den Rabbi Mosche Alschech (gestorben nach 1593, Safed,), in seinem Kommentar zu Tora „Torat Mosche“ zu Worte kommen. Rabbi Alschech, hebt die Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Eretz Israel - dem Land Israel - klar hervor und stellt eine Frage zur Bedeutung des Wortes „lachem“ – (für) euch – in den Worten „wendet euch und brecht auf……“. Er meint dazu: in der Wüste und dazu rechnet auch das Galut (Diaspora, Exil) ist das Volk Israel von seinen geistigen Wurzeln getrennt. Erst die Rückkehr in das Land bringt jeden Juden zu seinem Ursprung zurück.

Und eine weitere Frage stellt er zum Schwur des Ewigen an die drei Erzväter auf, denn nur am Abraham (1.Mose 12,7) und Jaakob (1.Mose 28,13) hat der Ewige den Schwur für Eretz Israel (das Land Israel) ausgesprochen: Für Jitzchak kommt es nur in einer Umschreibung vor, der Ewige verspricht den Schwur zu halten, den er Abraham geschworen hat (1.Mose 26,3). Die drei verschiedenen Wesenzüge der Erzväter werden hier von Rabbi Alschech als Erklärung für ein nur „indirektes“ Versprechen an Jiztchak aufgeführt:
- Abraham verköpert „Chessed“ – Liebe – während
- Jaakob „Rachamim“ – Erbarmen zugeordnet wird.
- Jitzchak erhält den Wesenszug des „Din“ – was „Recht“ bedeutet – wenn man so will, der „strenge Aspekt“ des Ewigen.

Entsprechend dieser Eigenschaften handelt der Ewige selbst. Auch wenn das jüdische Volk keine Verdienste aufweisen kann, welche die Erfüllung des Schwures ermöglichen könnten, handelt der Ewige aus Liebe und Erbarmen gegenüber Seinem Volk und lässt den Schwur in Erfüllung gehen. Der „indirekte“ Schwur an Jitzchak, verhindert, dass der Ewige an Jitzchaks Aspekt von „Recht“ gebunden ist. So kann der Ewige sich über etwaige fehlende Verdienste des Volkes hinwegsetzen und es aus Liebe und Erbarmen wieder nach Eretz Israel zurückführen. Ein Prozess, dessen Zeitzeugen wir heute sind!
Ende der Gedanken aus „Zeitlos aktuell“.

Anmerkung: wie ich finde, passen diese Gedanken von Rabbi Mosche Alschech, ergänzt durch die von Zwi Braun, zur Wochenlesung “Dewarim ausgezeichnet zum Tisch’a be Aw. Um so mehr so sollte sich die Christenheit ihres vergangenen Verhaltens gegenüber Israel bewußt werden – zumal auch in der heutigen Zeit in s.g. geistlichen Kreisen der Christenheit diese unendliche und unvergängliche Liebe und das große Erbarmen des Ewigen zu Seinem Volk Israel allergrößte Blindheit vorherrscht!!!

Mit besten Wünschen für eine „gute Woche“ – shawua tow - AhuvaIsrael

Neuer Bericht von Ami’s Mutter und über “MASHAV” Humanitäre Hilfe

Am 29. Juli erhielt ich Nachricht aus Ariel von Ami’s Mutter. Leah. Ich habe sie übersetzt hier in der pdf.Datei: amis-mutter-leah-schrieb-am-29.07-aus-ariel

Zur Erinnerung: Ami Ortiz, 16 Jahre alt, wurde am Purim-Fest durch die Explosion einer Bombe, die in einem typischen Purim-Geschenk versteckt war schwer verletzt.

ILI-News, 03. August - Humanitäre Hilfe aus Israel wird koordiniert vom „MASHAV“-Zentrum. Bei Flut, Hunger und anderen internationalen Naturkatastrophen leisten israelische Helfer am häufigsten ihren Beitrag. Besonders erprobt sind Lieferungen von Medikamenten, Lebensmittel und anderen Hilfsgütern. Zudem führt MASHAV in Partnerländern Ausbildungen für heimische Experten durch, baut Augenkliniken und hilft bei Wasserversorgung in Trockenregionen. Bericht über die Tätigkeiten: mashav-israels-humanitare-hilfe1 - von der Botschaft des Staates Israel, Berlin. Anmerkung AhuvaIsrael: das Wort “mashav” (mem, schin, alef, bet) bedeutet: Quelle, Hilfsquelle, Mittel.

Am 28. Juli wurde das restaurierte Zions-Tor unter Anwesenheit von Soldaten des Unabhängigkeits-Krieges und des Jerusalemer Bürgermeisters Uri Lupolianski der Öffentlichkeit übergeben. Die Einschusslöcher blieben erhalten und die Tafel des Erbauers (1540), dem Osmanen-Herrscher Suleiman der Prächtige wurde ebenfalls restauriert. Links ein Bild vom Zionstor, dass ich 2005 aufgenommen habe, Ich bin in der Tat riesig gespannt, wie es heute nach der Restaurierung aussieht.

Wir vergessen Dich nicht! - Gilad Shalit ist seit seiner Entführung vor 768 Tagen noch immer in der Hand der Terrororganisation Hamas!

Gebet und Fürbitte für Gilad und seine Familie werden auch weiterhin benötigt! - Vielen Dank - und Schalom - AhuvaIsrael

Zur Wochenlesung „Mass’e“ 4. Mose 33, 1,6-36,13

In der Wochenlesung „Mass’e“ – Zug (Marsch) gibt es ein lange Aufzählungsreihe der Lagerplätze der vierzig Jahre währenden Wanderschaft der Israeliten nach dem Auszug aus der Knechtschaft Ägyptens. Aufzählungen „überfliegen“ wir in der Regel und können doch, wenn wir Einblick in den Hebräischen Hintergrund eines Wortes nehmen sehr interessante Zusammenhänge aufzeigen. So habe ich auch an diesem Wochenende im „Schatzkästlein“ von Zwi Braun’s „Drei Minuten Ewigkeit“ eine Entdeckung gemacht, die ich hier weitergeben möchte.
Laut Zwi Braun weist Prof. Jehuda T. Radday, (1913 -2001 - Professor für Hebräisch am Technion Haifa) zu der Ortsaufzählung auf die Besonderheit hin, dass sich die 42 Lagerorte in drei Gruppen einteilen lassen.
1. Im ersten und letzten Drittel finden alle Namen bis auf Dofka und Alusch sowie Zalmona und Punon auch an anderen Stellen der Tora Erwähnung.
2. Das mittlere Drittel jedoch enthält weitgehend 14 „neue“ Namen, die in keinem anderen Vers der Tora zu finden sind. Professor Radday weist auf die interessante Tatsache hin, dass sich die Namen dieser 14 Orte eher darauf beziehen, die Personen zu charakterisieren und mit jeweiligen Geschehnissen in Verbindung zu bringen sind, als dass es sich um „bloße Ortsnamen“ handelt.

Der Rabbenu Jakov ben Ascher, der Baal Haturim, ein Gelehrter um 1280 -1340, der 1303 nach Spanien floh und bis zu seinem Tod ab 1314 in Toledo, völlig verarmt allein für seine Studien lebend, hat einige Namen als Hinweise auf bestimmte biblische Ereignisse die mit der Namensgebung zusammenhängen können, gedeutet. Darauf stützt sich die Annahme Raddays.
Es folgen Beispiele zu den Versen 24-28, Kap 33:
V 24 – Vom Gebirge Schefer zogen sie aus und lagerte sich in Harada = Charada – was Furcht, Besorgnis, Schrecken bedeutet.

V 25 – Von Harada zogen sie aus und lagerten sich in Makhelot - was die Furcht vor dem Schrecken der Wüste und das nicht Erreichen des gelobten Landes bewirkte führte zur Zusammenrottung von Korach in Makhelot – das Verb wajakhel (er versammelte, 4. Mose 16,3) wird in der Tora explizit beim Aufruhr Korachs verwendet.

V 26 Von Makhelot zogen sie aus und lagerten sich bei Tahat. Das Ergebnis des Aufruhrs: „und die Erde spaltete sich unter ihnen – tachtehem“ (4.Mose 16,31). Die Meuterei endete tief unten „Tachat“

V 28 – Von Tarach (Station nach Tahat V 27) zogen sie aus und lagerten sich in Mitka. Mitka hat den gleichen Wortstamm wie Matok = Süß/Süsse, und mit Milde begegnet der Ewige auch wieder Seinem Volk!

„So gesehen erweist sich Kapitel 33 als weit mehr als ein Namensregister, es mag als ein Beispiel dafür dienen, wie anscheinend trockene Tora-Texte gelesen werden sollen“ – Professor J.T. Radday.

Soweit die Aufzeichungen von Zwi Braun und dem Kapitel „Raststätten“. Und meine Anmerkung dazu: wieder einmal mehr bin ich dankbar dafür, die Vielfalt von „Feinheiten“ in der Heiligen Schrift entdecken zu können, durch das Ausstrecken nach den Jüdischen Wurzeln meines Glaubens. Eine Empfehlung, die ich aus ganzem Herzen weitergebe!

Mit besten Grüßen und Schalom - AhuvaIsrael

“Neues” und “Nachträge” nach einer Woche “Zwangspause”

Nichts geht über ein “eingespieltes” Team - das wurde mit sehr schnell klar in den vergangenen 10Tagen, da mein “Mac-Lap” in der Reparatur war. Mit Windows zu arbeiten ist einfach nicht mein Ding - und so bin ich mehr als zufrieden, dass der “Spatz” (klein aber oho!) wieder bei mir ist. Was heute hier eingebracht werden soll sind einige Beiträge in pdf.-Format zur vergangenen Woche, die ich aus Newslettern der Botschaft des Staates Israel in Berlin zusammengefasst habe:

ein-staat-trauert

letztes-geleit-und-stellungnahmen

Aus Jerusalem war aus dem Newsletter von NAI gestern zu erfahren, dass am Mittwoch, 23.07. 450 französische “Olim” in Israel auf dem Flughafen Ben Gurion angekommen sind. Das ist doch in der Tat eine sehr gute Nachricht. Weiter ist in dem Bericht zu lesen, dass die Einwanderung französischer Juden seit 2000 stark zugenommen hat - etwa 3000 Olim jährlich - auf Grund zunehmender antisemitischer Ausschreitungen gegen jüdische Bürger in Frankreich. Im Land der “Grand Nation” gibt es nach den USA die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels und der Leiter der jüdischen Gemeinde in Paris ist laut Ha”aretz besorgt darüber, dass die Massenauswanderung die Pariser Gemeinde empfindlich schrumpfen lassen könnte.

Am Sonntag, 20.07., dem 17. des Monat Tamus, begann die 3 wöchige Trauerzeit, die zum den Tischa be-Av, den 9. im Monat Av (10. August) hinführt. Diese Zeit beginnt am 17. Tamus mit einem Fastentag von morgens um 4 Uhr bis nach Eintritt der Dunkelheit. Es wird verschiedener schwerwiegender Ereignisse gedacht, die diese Trauerzeit erklären:

„Schiwa-Assar Be-Tamus“ (17. Tag im Monat Tamus - /Juni/August) – Erinnerung an den Durchbruch der Stadtmauer Jerusalems die zur Zerstörung des Ersten wie auch des Zweiten Tempels führte:
(Am 9. Tamus 586 (einige Quellen nennen 587) v.u.Z. durchbrachen die Truppen Nebukadnezars die Mauern Jerusalem Jerusalems, die Stadt wurde erobert und König Zedekiah verschleppt.)
Am 17. Tamus waren es Titus’ römische Legionen, die an diesem Tag die Stadtmauer Jerusalems durchbrachen und die Stadt eroberten. Beide Tage werden gemeinsam als Trauer – und Fastentag am 17. Tamus begangen, weil die Ereignisse unter Nebukadnezar und Titus eng beieinander liegen. Mit diesem Datum beginnt ein dreiwöchige nationale Zeit der Trauer bis zum 9. Aw. Am 17. Aw wird ein „minderes“ Fasten wie an den beiden vorher genannten Trauertagen, eingehalten. Diese drei Wochen werden „In der Verzweiflung“ oder „Tage der Angst“ - „Bein HaMezarim“ genannt.

Mehr dazu am 08. August an dieser Stelle.

Du bist nicht vergessen: Gilad Shalit wurde vor 757 Tagen in den Gaza-Streifen entführt. Er ist noch immer in den Händen der Hamas-Terrororganisiation

Bis demnächst wieder - für heute - Shabbat Schalom - AhuvaIsrael

In stillem Gedenken

Wäre doch mein Haupt ein Gewässer und meine Augen ein Tränenquell,

dass ich beweinen könnte Tag und Nacht die Erschlagenen meinen Volkes.

Jeremia 8, 23

Meine aufrichtige und tiefe Anteilnahme gilt an dieser Stelle der Familie von Ehud Goldwasser und hier im Besonderen auch der Witwe von Udi, Karnit Goldwasser, und der Familie von Eldad Regev. Sie alle haben einen mutigen Kampf um die Rückkehr Ihrer Söhne, und Ehemannes gekämpft - und die Hoffnung auf einen guten Ausgang des verhängnisvollen Morgens am 12. Juli 2006 nie aufgegeben und haben nun diese unendlich schwere Last des Verlustes Ihrer Lieben zu tragen. Ich bin gewiß, dass der Ewige, der Heilige Israels, mit Ihnen um Ihre erschlagenen Söhne, die auch Seine erschlagenen Söhne sind, weint, dass Ihr unaussprechlicher Schmerz auch Sein Schmerz ist, wie es auch der Schmerz der Nation Israels ist. Möge der Ewige den Mantel Seines Trostes um Sie legen und mögen Ihre verwundeten Herzen in Seiner Umarmung Heilung finden. Die Gebete und Tränen vieler Freunde Israels begleiten Sie in diesen Stunden und Tagen.

Im Gedenken an Ehud Goldwasser

Im Gedenken an Eldad Regev

Me kol haLev scheli - AhuvaIsrael

Gilad Shalit seit 751 Tagen von der Terrororganisation Hamas in den Gaza-Streifen entführt wurde, befindet sich noch immer in Geiselhaft.

Weitere Berichte zum Gefangenenaustausch am Wochenende unter “Regenbogen I” - AhuvaIsrael

Der Kanal zwischen den Meeren ist grün - von Shahar Ilan

Foto: AhuvaIsrael - Ein Bokek, Dead Sea - April 2000 - Gerade eben vor dem Schlafengehen fiel mein Blick noch auf einen Artikel aus dem Newsletter der Botschaft des Staates Israel vom 19. Juni 2008. Ich hänge ihn hier als pdf.Datei an der-kanal-zwischen-den-meeren-ist-grun und verabschiede mich einem “Gut’s Nächtle” und nochmals guten Wünschen für die neue Woche - AhuvaIsrael

Anmerkungen zur Wochenlesung „Korach“, 4. Mose 16,1 – 18,32

In Zwi Brauns „Zeitlos aktuell“ gibt es zu jedem Wochenabschnitt vier Betrachtungen und heute haben mich zwei davon zum Wochenabschnitt „Korach“ besonders bewegt. An dieser Stelle möchte ich nun einen kleinen Auschnitt  aus der Betrachtung:  „Hawdala-Unterscheidung“  berichten.
„Da sprach Gott zu Mosche und Ahron: Sondert euch ab –hibdalu-  aus der Mitte dieser Gemeinde, dass Ich sie augenblicklich vernichte. Da fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Gott! Gott der Geister allen Fleisches! Der eine Mann sündigt und über die ganze Gemeinde willst Du zürnen?” 4.Mose 16, 20-22

Zwi Braun schreibt dazu u.a.: Rabbenu Efraim macht darauf aufmerksam, dass die Tora drei verschiedene Verben verwendet, um die Trennung von den Aufrührene zu beschrieben:
- sondert euch ab - hibadlu (16,21);
- hebt euch fort - he’alu (16,24);
- hebt euch heraus - heromu (17,10)
Die zweiten Buchstaben in jedem Verb – Bet, Aijn, Resch – (im Hebräischen gibt es keine Vokale als Schriftzeichen) ergeben das Wort „Bra’a, das wir in den Psalmen finden: „Ein vernunftloser – Ba’ar – versteht nicht….“ (92,7). Korach und seine Anhänger waren mit geistiger Blindheit und Dummheit geschlagen. Eine Folge des Hochmuts. In Vers 16,9 fragt Mosche „Ist es euch zu wenig, dass Israels Gott euch von der Gemeinde ausgeschieden (hiwdil), euch Sich näher treten zu lassen, den Dienst in der Gotteswohnung zu verrichten und vor der Gemeinde zu stehen, sie zu bedienen?“

In der Tora lesen wir an vielen Stellen über die Begriffe „scheiden“ / unterscheiden“ / „aussondern“. Gott schied das Licht von der Finsternis, 1 Mose 1,4; Er schied das Wasser von der Feste, 1. Mose 1,7; Gott bestimmte den Unterschied zwischen „Reinem“ und „Unreinen“, 3.Mose 11,47  - Speisegesetze; Gott sonderte aus den Stamm Lewi , 5. Mose 10,8.

Im Schmone Esre (Achtzehn Segenssprüche-Gebet) heißt es an jedem Schabbat-Ausgang, der Hawdala: „Du scheidest, Ewiger, unser Gott, zwischen Heiligem und Unheiligem, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Israel und den Völkern, wischen de, siebten Tag und den sechs Werktagen….“
Rabbiner Dr. Elie Munk kommentiert in seinem Kommentar diese Gebete: „Es sind dies die drei großen Scheidungen in der sittlichen, der physischen und geschichtlichen Welt, die vom Schöpfer als Aufgaben gesetzt sind, mit dem Ziel, dereinst überwunden zu werden und aus denen der Sinn der allwöchentlichen Scheidung zwischen dem siebten Tag und den sechs Werktagen erhellt wird (……..).

Und Rabbiner Mosche Swift greift die vorangegangenen Gedanken auf und erweitert sie in seinem Kommentar zu Tora „Tora Moreschet Mosche“ folgender Maßen:
„Das Geheimnis des jüdischen Überlebens liegt in der Stärkung dieser Dinge: Hawdala fortzuführen: Im Staat, in der Synagoge, zu Hause, gilt es nicht nachzuäffen, nachzuahmen, sondern jüdische Andersartigkeiten beizubehalten und so die Welt zu rechtschaffenem Denken zu führen. Dann gilt: ‚Morgen wird Gott zu erkennen geben…..’ -4.Mose 16,5. Wenn die Sonne in der Welt aufgeht, in der jeder sein Bestes gibt, wird Gott ‚bekannt werden’ und alle Menschen weltweit in Frieden leben.“

AhuvaIsrael: Diesen Frieden, den Schalom des Ewigen, werden die Nationen (Völker) nicht ohne Israel erhalten – dieser Friede wird ein ganz anderer sein als der Friede, den die Nationen Israel (und letztendlich Israel sich selbst) jetzt aufzwingen will. Der Schalom des Ewigen ist verankert in der Ankunft des Maschiach. Es ist für mich immer wieder ein besonderes Geschenk, wenn jüdische, religiöse Freunde mir sagen: „Wir warten doch gemeinsam auf den Messias, mit dem kleinen Unterschied, dass wir auf sein Kommen und ihr auf sein Wiederkommen wartet. Allein wichtig ist, dass Er kommt.“

Schalom und Schawua tow (eine gute Woche) - bis zum nächsten Mal - AhuvaIsrael

Israels “Methusalem” - und Karnit Goldwasser’s Master

„Methusalem“ lebt! (ILI-News, 21.Juni 200 8) - Einen 2000 Jahre alte Palmensamen (wissenschaftlicher Kosename: Methusalem) erweckten israelische Forscher des Natural Medicine Research Center in Jerusalem zu neuem Leben. Die antike Dattelpalme ist bereits einen Meter hoch und gilt als wissenschaftliche Sensation. Bericht: „Science.“

Karnit Goldwasser schloss Master ab (Israel heute, NAI, 15. Juni 200 8)
Karnit Goldwasser, die Frau des im Juli 2006 in den Libanon entführten Reservisten Ehud Goldwasser, schloss ihr Master-Studium im Zivilingenieurwesen am Technion in Haifa mit Exzellenz ab. Die Urkunde diesbezüglich bekam sie von Präsident Schimon Peres überreicht. Während der Zeremonie sagte Peres, dass sie sich trotz ihrer herzzerreißenden Situation tapfer hält und ein Vorbild für die ganze Nation sei. Weiter nannte er ihren Mut, selbst Irans Präsidenten vor der UNO mit erhobenem Haupt Fragen gestellt zu haben und die Stellung Israels eindeutig klargemacht zu haben. „Du bist eine vorbildliche Frau für unser ganzes Land. Das Technion gab dir dafür eine Urkunde, jedoch gabst du dem Staat eine Exzellenz-Urkunde von dir selbst“, so Peres.