Israel bewegt sich von „rot zu schwarz“ – so warnen große Poster und Anzeigen in TV und Zeitungen in Israel. Diese wichtige Kampagne soll alle aufrütteln sparsam mit dem kostbare Nass umzugehen, denn eine als dramatisch zu bezeichnende Wassernot zeichnet sich in Israel ab. Das Ausmaß wird als noch nie seit Staatsgründung zu verzeichnendes geschehen beschrieben. Die Pegelstände des Kinneret, See Genezareth, haben drei Grenzmarken:
- 208,9m markiert die obere rote Linie - bei diesem Wasserpegel wird in Damm zu Jordan geöffnet um Hochwasser zu verhindern;
- 213m markiert die untere rote Linie - die Schadstoffansammlung verstärkt sich je mehr der Pegel sich dieser Marke annähert;
- 214,4m markiert die schwarze Linie - sinkt der Pegel bis zu diesem Punkt ab, werden die Zuflüsse zu den Wasserleitungen geschlossen.und es wird vermutet, dass sie im Dezember 2008 erreicht wird – und dann die Zuflüsse zur Wasserleitung geschlossen werden müssen. Allein durch Verdunstung gehen jeden Tag 1cm Wasserhöhe verloren. Diese Situation ist für Israel durchaus als dramatisch zu benennen. Eine weitere Gefahr liegt darin, dass der Grundwasserspiegel absinkt. Noch liegt er in den Bergen noch über leicht über der roten Linie, wird aber laut Uri Shani, Leiter der Wasserbehörde, wird bis zum Jahresende die untere rote Grenze erreicht sein. Der Grundwasserspiegel an der Küste ist bereits “bei Schwarz” angelangt. Viele Mechanismen müssen in Gang gebracht werden - Sofortmaßnahmen wie z.B. Anhebung des Preises, “Wassereinparung” in in der Landwirtschaft, im Obst-und Gemüseanbau, Abpumpen aus den Zuflüssen zum Kinneret - dieses Wasser ist ein “Borgen von der Zukunft” sagt Shani, denn es soll eigentlich den See erst zwei Jahre später erreichen.
Unbedingt zwingend ist die Errichtung weiterer Meerwasserentsalzungsanlagen - damit ist immer wieder gezögert worden. Als ich darüber in der “Jüdische Allgemeine” vom 07.08.2008 las kam mir ein Rundbrief den ich aus Israel im November 1999 an die Freunde zu Hause schrieb ins Gedächtnis, in dem ich damals genau zu diesem Thema eine interessante Auflistung von Johannes Gerloff, Jerusalem, notierte:
- 03.10. Der Kinneret (-209m u.NN), hat einen Stand von –212.96; er liegt noch 4 cm über der „unteren roten Linie“
- 04.10. Wasserstand im Kinneret fällt unter die „untere rote Linie“ von –213m; der Wasserkommissär Ben Meir erlaubt bis 30 cm unter der roten Linie Wasser aus dem See zu pumpen;
- 06.10. Ben Meir legt Plan zum Import von Wasser aus der Türkei vor;
- 11.10. Ben Meir vor dem Knesseth-Komitee des Staatskontrolleurs: wenn die Regierung nicht bis Jahresende eine Beschleunigung der Errichtung von Meerwasserentsalzungsanlagen beschließt,“ werde ich nicht mehr verantwortlich sein können für die Katastrophe, die auf die Wasserversorgungslage zukommt.“
- 19. 10. Ben Meir: wenn Israel nicht im nächsten Jahr beginnt, Wasser zu entsalzen, wird das katastrophale Folgen haben.
- 26. 10. Kinneret steht mit –213,08 cm 8 cm unter der roten Linie; täglich verdunsten 0,6 cm und der israelische Verbraucher benötigt weitere 0,15 cm Wasser pro Tag;
- 28. 10. Ben Meir kündigt für nächsten Monat seinen Rücktritt an; er könne die Verantwortung für die Wasserversorgung des Landes nicht mehr länger übernehmen,solange das Finanzministerium kein Geld für Entsalzungsprojekte Verfügung stellt.
Wie gut, dass ich alle Rundbriefe aus meiner 1 1/2 jährigen Dienstzeit in Israel gesammelt und als Buch zusammengefasst habe - so konnte ich jetzt auf die Situation in 11/1999 zurückgreifen. Es einen Überblick, wie lange das schon mit dem “Auf-und Ab” der Errichtung von Entsalzungsanlagen geht. Natürlich sind in der Zwischenzeit schon eine Reihe solcher Anlagen in Betrieb - allerdings wie deutlich wird längst nicht ausreichend, wie unschwer zu erkennen ist. Und dennoch - siehe den kleinen folgenden Beitrag, der von Israels Erfolgen in Sachen “Meerwasser-Entsalzung” berichtet in den ILI-News vom 16.August 2008:
WIRTSCHAFT - 140.00 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag produziert die neue Meerwasser-Entsalzungsanlage der israelischen Firma I.D.E in Australien. Seit 1965 ist I.D.E. weltweit führend in der Entsalzungstechnologie. Die israelische Firma operiert mit Erfolg bereits in 40 Ländern.
Lang, lang ist’s her - der Kinneret im Mai 1993 bei meinem ersten Israel-Besuch. Das Wasser reicht bis an die “Grüngrenze” - ein Bild, dass ich später nie wieder so gesehen habe. Vom “Berg der Seligpreisungen” kommend über den See ein Blick auf’s “Taubental”
Das Gebet für ausreichenden Regen für die Zeit nach dem Sukkot bis in den April/Mai nächsten Jahres muss allen Israel-Freunden zu einer Herzensangelegenheit werden. Danke allen - die sich dazu bewegen lassen - AhuvaIsrael
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