Zwischen Rosh HaShana und Jom Kippur und über das „Schmitta“-Jahr

Die 10 Tage zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur werden als die „ asseret j’me t’schuwa“ – Tage der Rückkehr – die 10 Tage der Buße bezeichnet. In den Synagogen  wird jeden Tag ein besonderes Bußgebet gesprochen – die Menschen sind aufgerufen ihre Schuld vor Gott und vor dem Nächsten zu bereinigen – um Vergebung zu bitten. Die Begrüßung „g’mar chatima tova“ – möge die Besiegelung (auch: Einschreibung in das Buch GOTTES) eine gute sein ist in diesen Tagen angesagt und beinhaltet den Glauben, dass die Zeit zwischen Roscha HaSchana und Jom Kippur für alle Menschen Tage des Gerichts sind. In diesem Jahr fällt Jom Kippur auf einen Schabbat und wird daher auch „Schabbat Schabbaton“- Schabbat der Schabbate genannt. 3.Mose 23, 27-32; 4.Mose 29, 7-11;

Das Jahr 5768 ist ein „Schmitta“ – oder auch „Schabbat“-Jahr. „Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte einsammeln. Aber im siebenten Jahr sollst du es ruhen lassen, dass die Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrig bleibt, mag das Wild auf dem Felde fressen. Ebenso sollst du es halten mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen“, 2.Mose 23, 10.11
Die Frage ist nun, wie ist es möglich, dass in heutiger Zeit Land, auf dem Gemüse, Obst und Getreide angebaut für ein ganzes Jahr brach liegen kann – schließlich käme es bei Einhaltung dieser Bestimmungen GOTTES zu immensen finanziellen Verlusten für die Landwirte – ein volkswirtschaftlich gesehen kaum ausgleichbarer Schaden, nicht wahr?

Nun, da kamen kluge Rabbiner im Jahre 1888 auf eine sehr einfache aber viel versprechende Lösung, um einer Hungersnot entgegen zu wirken: verkaufe dein Land für ein Jahr an einen Nichtjuden, so kannst du nichtjüdisches Land bebauen, danach nimmst du’ s gegen Geldrückgabe wieder in deinen Besitz und dein Problem ist keines mehr! Ja, das ist eine Lösung, die auch heute ihre Anwendung findet allerdings gibt es doch eine Problematik dabei – Johannes Gerloff berichtet dazu: Ultraorthodoxe und manche moderne Orthodoxe lehnen diesen Deal ab, er sei in unserer Zeit nicht mehr relevant. Außerdem bewerten sie die Entscheidung durch das Oberrabbinat, das diese während des Erlassjahres erzeugten Produkte als „koscher“ deklariert als unannehmbar. Derweil freuen sich arabische und drusische Bauern in Israel bereits jetzt schon auf ein „gutes Geschäft“.

Johannes G.: Unter Aufsicht des „Schmitta“-Komittees des Oberrabbinats der drusische Oberst i.R. Hamada Ganem aus dem galiläischen Dorf Mrar für 13. Milliarden Euro das Land der Kibuzzim, Moschavim und von privaten Bauerhöfen gekauft. Jüdische Farmer bauen auf nichtjüdischem Land an und bekommt am Ende des Jahres 5768 seine ausgestellten Schecks wieder zurück.

In 3. Mose 25, 20-23 lesen wir zum Thema: „Und wenn ihr sagt: Was sollen wir essen im siebenten Jahr? Denn wenn wir nicht säen, so sammeln wir auch kein Getreide ein, so will ich meinen Segen über euch im sechsten Jahr gebieten, dass er Getreide schaffen soll für drei Jahre, dass ihr säet im achten Jahr und von dem alten Getreide esset bis in das neunte Jahr, so dass ihr vom alten esset, bis wieder neue Getreide kommt. Darum sollt ihr das Land nicht verkaufen für immer; denn das Land ist mein und ihr seid Fremdlinge und Beisassen bei mir“.
Wer hätte das gedacht? Johannes schreibt zum Thema: die weltweit heute sehr populäre Hydrokultur geht auf orthodoxe Juden zurück, die das Schabbat-Jahr streng halten wollten: Wenn die Pflanzen nicht im Boden angepflanzt werden, sind sie auch nach strengen jüdischen Regeln „kosher“ .

Schalom – AhuvaIsrael

Eine Antwort

Eine Antwort schreiben