11. Mai 2008 / Zwei besondere Treffen an meinem letzten Jerusalemtag

Will, der Freund, den ich bereits erwähnte, begleitete mich heute zu zwei für mich wichtigen Unternehmungen in Jerusalem. Um 9:30h trafen wir in Beit Kerem in einem kleinen Cafe Lea Fleischmann, Schriftstellerin, in Jerusalem. Sie emigrierte 1979 nach Israel mit ihren beiden, damals kleinen, Kindern und hat hier im Land zu den jüdisch-religiösen Wurzeln zurückgefunden. 1974 in Ulm als Tochter von Holcaust-Überlebenden geboren, studierte sie Paedagogik und Psychologie und war für 6 Jahre Studienrätin im hessischen Schuldienst. Als wir uns heute morgen unterhielten fragte ich sie, ob sie damals schon wusste, dass sie schreiben kann, verneinte sie diese Frage. Jedoch in der Umstellung ihres bisherigen Lebens  auf die neuen Lebensumstände in Israel fand sie mehr und mehr zu ihren jüdisch-religiösen Wurzeln zurück. Ihr zweites Buch (das erste „Dies ist nicht meine Land“, das in Deutschland einige Kontroversen auslöste) widmete sie dem „Schabbat“ in welchem sie auf eine sehr eigene und gleichermaßen sehr sensible Weise diesen hohen Feiertag für die nichtjüdische Welt verständlich macht. Alle ihre Bücher sind von einfühlsamer Intensität ins Judentum und vermitteln dem nichtjüdischen Leser eine Fülle von Wissen, dargeboten in einfühlsamer Intensität, angereichert mit selbstironischen, humorvollen, wie auch sehr anrührenden immer zum Nachdenken einladenden Weisheiten. Ihr neues, demnächst erscheinendes Buch führt den nichtjüdischen Leser in die Materie der „koscheren Essens“ ein – ohne dabei ein Rezepte-Buch zu sein.

Lea, Will, Arie und seine kleine Tochter Sivan

Ich bin gewiss, dass ihr Sohn Arie recht hat als er heute Morgen sagte: „Ich habe das Manuskript gelesen, es ist wunderbar.“ Lea Fleischmann wird zu vielen Lesungen nach Deutschland eingeladen – auch aus kirchlichen Kreisen – und somit ist es sicher richtig, wenn gesagt wird, dass ihre Bücher ein wertvoller Beitrag zum christlich-jüdischen und deutsch-israelischen Dialog sind. Sie meinte heute im Gespräch auch, dass sie es nicht verstehen könnte, warum Christen sich so wenig mit den jüdischen Wurzeln ihres Glaubens beschäftigen – „schließlich ist doch das Neue Testament, so wie die Tora selbst, jüdisch und Jesus hat doch die Tora nicht aufgehoben“. Das aus ihrem Mund zu hören, war Balsam für meine Ohren – Will und ich konnten ihr nur beipflichten! Und wieder einmal habe ich wahrgenommen, dass jüdische Menschen sich in „unserem“ N.T. besser auskennen, als wir Christen in unseren jüdischen Wurzeln! Als ich das vor Jahren in einem geistlichen Gespräch sagte, wurde mir das recht übel genommen – doch ist es eine Wahrheit, der grundsätzlich nicht zu widersprechen ist. Ja, und nun liebe Lea Fleischmann, dürfen wir uns (an meinem Wohnort)  darüber freuen, dass Sie mit Ihrem Sohn Arie im September unsere Gäste sein werden.

 

Mit Will ging des dann nach Yad Vashem – dort wollte ich  in der Archiv-Abteilung zwei CD’s und zwei DVD’s mit Infos über unsere KZ-Gedenkstätten und Schüler-Arbeiten sowie  neuere Zeitzeugen-Filme abgeben. Will kam mit, da er vorhat einen Bericht in der Jerusalem Post zu schreiben und Fotos machen wollte. Ja, das war eine große Überraschung im Archiv, denn Valerie konnte gar nichts über das Bisinger Lager finden und war hocherfreut über das was ich ihr vorlegte und bat mich noch weiteres Material zu bringen.

So hatte ich heute in der Tat einen außerordentlich guten, letzten Tag in Jerusalem. Will lud mich noch einem fulminanten Lunch neben der „Jaffa“-Street ein und um 16:30h ging es mit dem Bus zurück nach Ariel – und da nun genug geschrieben ist für heute – sage ich Dank für Ihr/Dein Interesse, meine blogs zu besuchen, Dank für alle Gebet-Begleitung

und ein herzliches Schalom aus Ariel – AhuvaIsrael

Mit dem Bus von Yad Vashem zurue kommend konnte ich sogar noch zwei Aufnahmen von der ungemein interessanten Fussgaenger-Bruecken-Konstruktion im Bereich der Einmuendung der Nr 1 von Tel Aviv in die Jaffostreet machen. Das sieht in Natura wirklch „gigantisch“ aus! Leila Tov – Gute Nacht – AhuvaIsrael

 


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