16.-20. Mai – Schabbat auf dem Golan und Besuch in Tiratzwi

Am Freitag 16. Mai gings mit dem Bus von Haifa via Tiberias auf den Golan in den religiösen Moschaw Keschet. Dvora, meine liebe 94jährige Freundin hatte mich zum Schabbat eingeladen, und da konnte ich natürlich nicht „nein“ sagen. Wie haben gemeinsam in ihrem kleinen Container-Haus den Eingang in den Schabbat gefeiert- es war ganz einfach ganz schön! Kurze Zeit vor Rabins Ermordung hat sie her auf dem Golan ihr Häuschen aufgestellt aus Protest gegen Rabins Pläne, den Golan abzugeben. Wie in einer Nachbetrachtung in dem Buch „Die Wand“ von Ramon Bennett zu lesen ist, sind die tatsächlichen Begebenheiten bis heute im Dunklen verborgen geblieben. Wir verlebten einen wahrhaftig sehr ruhigen Schabbat. Allein die Gespräche der gefiederten Sängerschar und das Rauschen einer kühlen , kräftigen Brise durchbrachen immer wieder Stille. Dwora wurde 1914 in Berlin geboren und wanderte1935 nach Palästina aus. Schon früher hatte sie ihren Eltern mitgeteilt, dass sie nach Palästina zu ihren Glaubenswurzeln zurückkehren möchte. Die Eltern waren entsetzt und der Vater erlaubte ihr dann doch eine 5wöchige Reise dort hin. Er hoffte, dass fünf Wochen ausreichen würden um das Begehren der Tochter ein für allemal zu beenden. Das jedoch war ein Trugschluß, der am Ende aber für die Eltern lebensrettend wurde. Dwora konnte die Eltern noch rechtzeitig nach Palästina holen Dwora hat ihren Hauptwohnsitz seit Jahrzehnten in der „King George Street“ in Jeruschalayim – zwischen beiden Wohnorten pendelt sie bis heute mit ihrem Audi A4. So ließ sie es sich auch nicht nehmen, mich mit dem Auto nach Tiratzwi, in die Jordantalebene zu Ruth zu bringen. Auf der Fahrt erzählte sie folgende Geschichte: Bei ihrer Fahrt von Jeruschalayim zurück auf den Golan, wurde sie im vergangenen in einer Straßenkontrolle angehalten. Sie suchte ihren Führerschein, als der Polizist sie fragte: „bist Du nicht Savta (Oma) Dwora?“ Als Ruth bejahte sagte er: „Laß Deinen Führerschein – gib mir Deine Visitenkarte.“ Ja, sie ist über den Golan hinaus bekannt, eine Seele von Mensch und schreibt gerade an ihren Memoiren in Hebräisch und Deutsch gleichzeitig.Jordantal-Ebene Ruths Familie stammte aus Haigerloch, die Eltern schickten ihre Tochter 1939 mit dem „Kindertransport“ nach England und als dann alle Juden, die noch in Hechingen und Haigerloch waren 1942 nach Riga deportiert wurden und dort den Tod fanden überlebte Ruth als Einzige der Familie. In England lernte sie ihren Mann kennen und 1947 bauten sie gemeinsam mit andren Emigranten den Kibbuz Tiratzwi auf. Ruth Vater, Gustav Spier war Jahrzehnte lang Lehrer, Vorbeter und Verwalter der jüdischen gemeinde in Haigerloch, Als Dwora sich auf die Heimfahrt begab, sagte Ruth: „be emed (wirklich), „diese Dvora Magnes ist ganz einfach ein unfassbares Phänomen.“ Leider war diesmal die Zeit bei Ruth viel zu kurz – aber es war gut wieder einmal bei ihr gewesen zu sein.Das Moab-Gebirge und die Palmen-Allee zum Friedhof von Tiratzwi. Diesen Bericht habe ich heute am 20. Mai für den Blog in der Wohnung von Shalom und Selda vorbereitet. Wenn ich nach rechts aus dem Fenster schaute breitete sich vor meinen Augen die gesamte Schönheit der Bucht mit dem Hafen von Haifas aus und in der Ferne wird im Norden, am Ende des tiefblauen Mittelmeers, Rosch Hanikra (die Grenze zum Libanon) erahnbar mit Schavei Zion, das im April seinen 70sten Gründungstag durch die „Rexinger“ Juden feierte. Ins Internet gestellt habe ich auch heute wieder die Aufzeichnungen im Cafe Mandarin in Haifas Carmel-Center. Ab Donnerstag werde ich eine Woche in Schavei Zion volontieren – ich freue mich sehr, wieder einmal eine Gästegruppe zu treffen. Von dort werde ich mich dann noch einmal melden. An diesem Donnerstag ist das Fest „Lag Ba Omer“ – darüber ist in der pdf.Datei zu lesen lag-ba-omer Bis zum nächsten – und möglicherweise von dieser Reise zum letzten Mal –

herzliche Grüße und Schalom – AhuvaIsrael

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