Sonntag, 25. Mai 2008 – in Schavei Zion

Am vergangenen Mittwoch, 21. Mai, brachte mich der liebe Shalom von Haifa nach Shavei Zion mit meinem ganzen „Pickel-Packel“ und hier fühle ich mich natürlich ebenfalls, wie bei den Freunden davor „wie Zuhause“ – nach 1 ½ Jahren Dienst vor etwa acht Jahren. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite – es ist angenehm warm und die kühle Brise vom Meer am frühen Morgen und zum Abend macht eine Jacke nicht unbedingt notwendig.

Ganz hochherrschaftlich bewohne ich für eine Woche zwei Zimmer mit Bad usw. – mein Domizil trägt den Namen „Gnade“ – und Gnade ist es, dass ich hier sein kann, zusammen mit der Gästegruppe (42 Personen aus den verschiedensten Regionen des Landes) ein jeder Gast mit seiner eigenen Holocaust – Geschichte. Auch aus Sderot sind vier Gäste hier. Das Werk hat vor einiger Zeit entschieden, gerade diesen Menschen, die in ihrer Stadt täglich die Hölle der Kassam-Raketen erfahren, schon vor Ablauf der 4jährign Wartezeit nach Anmeldung eine Zeit der Erholung zu geben.

Die Ausstellung „70 Jahre Shavei Zion“ habe ich nun doch nicht mehr hier in SZ anschauen können. Die straßenbaulichen Veränderungen haben große Fortschritte gemacht. Im vergangenen Herbst wurde die „Palmen-Allee“ – ein Wahrzeichen SZ’s an die Seite umgepflanzt, um dem Brückenbau über die Eisenbahn Platz zu machen.(Blick von der „Schnellstraße“ her). Von den vielen Palmen hat es bisher eine einzige nicht überlebt. Alle anderen stehen „verschnürt“ aufrecht und gesund und werden auch hoffentlich die „Rückverpflanzung“ zu gegebenen Zeitpunkt überleben.

Der Schabbat (23./24.Mai) mit den Gästen war sicher ein Höhepunkt dieser Shavei Zioner Woche. Erstaunlicher Weise waren nicht alle Schabbat-Kerzen auf dem Tisch angezündet – aber dem feierlichen Rahmen mit den schön gedeckten Tischen konnte das nicht allzu viel hinweg nehmen. Das gemeinsame Singen nach dem Abendessen am Erew Shabbat darf einfach nicht fehlen. Die Gästegruppe fing von sich aus damit an und im Nu war eine großartige Stimmung im Raum. Es klang fröhlich und sehr rhythmisch durch das Klatschen mit den Händen auch als dann der „kleine“ Mitarbeiterchor bekannte israelische Lieder intonierte. Alle sangen mit – und der Applaus war kräftig und herzlich. Ein schöner Eingang in den Ruhetag, wie ihn der Ewige geboten hat – ich möchte gerade diese Abende in meinem Leben nicht mehr missen!

Am Samstag besuchten Hanna, Helga und ich das nahe gelegene Warschauer Ghetto Museum „Lochame HaGetaot“ – „Ghetto Kämpfer“ Museum mit dem Museum der Kinder „Yad Layeled“. Bereits in 2000 war ich hier zweimal und am „Jom HaShoa“ – dem jüdischen Gedenktag an die Shoa – mit den Gästen des Haus Bet El zu einer unvergessenen Abendveranstaltung. Helga führte uns sicher durch die „Umleitungen“ des früher vertrauten Weges. Das Neubaugebiet Shavei Zions hat so ziemlich alle „alten Verbindungen“ gekappt. Immer wieder beeindruckend der verfallene Aquädukt mit den herrlichen Farbenvielfalt der Boughenvillen und Oleanderbüsche. Ein ruhiger, erholsamer Tag fand seinen Ausklang mit der „Hafdalah“ – der Begrüßung der neuen Woche, und wir, die Mitarbeiter und Gäste aus Deutschland hatten noch einen Gottesdienst mit Gedanken zur Wochenlesung („Bechukoteih“ – „…nach meinen Satzungen“, 3. Mose 26,1 – 27, 34) und einer Einführung in 1. Petrus 1.


Soviel für heute aus Schavei Zion – mit herzlichen Grüßen
und Segenswünschen aus Israel – Schalom – AhuvaIsrael

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