Anmerkungen zur Wochenlesung „Korach“, 4. Mose 16,1 – 18,32

In Zwi Brauns „Zeitlos aktuell“ gibt es zu jedem Wochenabschnitt vier Betrachtungen und heute haben mich zwei davon zum Wochenabschnitt „Korach“ besonders bewegt. An dieser Stelle möchte ich nun einen kleinen Auschnitt  aus der Betrachtung:  „Hawdala-Unterscheidung“  berichten.
„Da sprach Gott zu Mosche und Ahron: Sondert euch ab –hibdalu-  aus der Mitte dieser Gemeinde, dass Ich sie augenblicklich vernichte. Da fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Gott! Gott der Geister allen Fleisches! Der eine Mann sündigt und über die ganze Gemeinde willst Du zürnen?” 4.Mose 16, 20-22

Zwi Braun schreibt dazu u.a.: Rabbenu Efraim macht darauf aufmerksam, dass die Tora drei verschiedene Verben verwendet, um die Trennung von den Aufrührene zu beschrieben:
- sondert euch ab – hibadlu (16,21);
- hebt euch fort – he’alu (16,24);
- hebt euch heraus – heromu (17,10)
Die zweiten Buchstaben in jedem Verb – Bet, Aijn, Resch – (im Hebräischen gibt es keine Vokale als Schriftzeichen) ergeben das Wort „Bra’a, das wir in den Psalmen finden: „Ein vernunftloser – Ba’ar – versteht nicht….“ (92,7). Korach und seine Anhänger waren mit geistiger Blindheit und Dummheit geschlagen. Eine Folge des Hochmuts. In Vers 16,9 fragt Mosche „Ist es euch zu wenig, dass Israels Gott euch von der Gemeinde ausgeschieden (hiwdil), euch Sich näher treten zu lassen, den Dienst in der Gotteswohnung zu verrichten und vor der Gemeinde zu stehen, sie zu bedienen?“

In der Tora lesen wir an vielen Stellen über die Begriffe „scheiden“ / unterscheiden“ / „aussondern“. Gott schied das Licht von der Finsternis, 1 Mose 1,4; Er schied das Wasser von der Feste, 1. Mose 1,7; Gott bestimmte den Unterschied zwischen „Reinem“ und „Unreinen“, 3.Mose 11,47  – Speisegesetze; Gott sonderte aus den Stamm Lewi , 5. Mose 10,8.

Im Schmone Esre (Achtzehn Segenssprüche-Gebet) heißt es an jedem Schabbat-Ausgang, der Hawdala: „Du scheidest, Ewiger, unser Gott, zwischen Heiligem und Unheiligem, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Israel und den Völkern, wischen de, siebten Tag und den sechs Werktagen….“
Rabbiner Dr. Elie Munk kommentiert in seinem Kommentar diese Gebete: „Es sind dies die drei großen Scheidungen in der sittlichen, der physischen und geschichtlichen Welt, die vom Schöpfer als Aufgaben gesetzt sind, mit dem Ziel, dereinst überwunden zu werden und aus denen der Sinn der allwöchentlichen Scheidung zwischen dem siebten Tag und den sechs Werktagen erhellt wird (……..).

Und Rabbiner Mosche Swift greift die vorangegangenen Gedanken auf und erweitert sie in seinem Kommentar zu Tora „Tora Moreschet Mosche“ folgender Maßen:
„Das Geheimnis des jüdischen Überlebens liegt in der Stärkung dieser Dinge: Hawdala fortzuführen: Im Staat, in der Synagoge, zu Hause, gilt es nicht nachzuäffen, nachzuahmen, sondern jüdische Andersartigkeiten beizubehalten und so die Welt zu rechtschaffenem Denken zu führen. Dann gilt: ‚Morgen wird Gott zu erkennen geben…..’ -4.Mose 16,5. Wenn die Sonne in der Welt aufgeht, in der jeder sein Bestes gibt, wird Gott ‚bekannt werden’ und alle Menschen weltweit in Frieden leben.“

AhuvaIsrael: Diesen Frieden, den Schalom des Ewigen, werden die Nationen (Völker) nicht ohne Israel erhalten – dieser Friede wird ein ganz anderer sein als der Friede, den die Nationen Israel (und letztendlich Israel sich selbst) jetzt aufzwingen will. Der Schalom des Ewigen ist verankert in der Ankunft des Maschiach. Es ist für mich immer wieder ein besonderes Geschenk, wenn jüdische, religiöse Freunde mir sagen: „Wir warten doch gemeinsam auf den Messias, mit dem kleinen Unterschied, dass wir auf sein Kommen und ihr auf sein Wiederkommen wartet. Allein wichtig ist, dass Er kommt.“

Schalom und Schawua tow (eine gute Woche) - bis zum nächsten Mal – AhuvaIsrael

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