Heute, Sonntag den 19. April, bin ich von Kiriat Chaim nach Ariel gereist. Die Fahrt mit dem Zug bis nach Tel Aviv, Station „HaShalom“, dauerte 1:20 Minuten und bevor es von dort mit dem Bus weiterging habe ich erst ein wenig das Umfeld dieses Bahnhofs „inhaliert“! Der Bahnhof ist auf der einen „Ausstiegseite“ durch ein Einkaufszentrum mit den berühmten „Azraeli-Towers verbunden
– heute als „Shalom-Towers“ bekannt. In der obersten
Etage fand meine Pause statt – mit dem „besten Cappuchino“ in ganz Tel Aviv und sehr sehr leckeren „Käsetörtchen“. Beides war in der Tat nicht nur eine Freude für’s Auge
sondern auch für den Gaumen!
Die Bushaltestelle nach Ariel ist direkt vor den Towers und die Wartezeit betrug nur 10 Minuten – nach 1 Stunde Fahrt traf ich die ersten Freunde in Ariel und Mika, ihr kleiner liebenswerter Vierbeiner, verwöhnte mich mit anhaltendem lautstarkem Begrüßungszeremoniell.
Aber nun zurück zu den vergangenen 2 Tagen bei Dina in Kiriat Chaim. Mein großer Koffer wartete in Shavei Zion noch auf Abholung am Freitag und so bot Dina mir die Fahrt mit dem Auto an. Gesagt – getan! Dina war über Jahre nicht in Nahariya, und ich lud sie in den
„Pinguin“ zum Essen ein. Der war ihr zwar irgendwie bekannt – sie wußte jedoch weder die Geschichte dazu noch kannte sie die „gute Küche“. Ich selbst, wie immer mit der Fotokamera unterwegs, entdeckte ein Bild aus der Zeit er Eröffnung im April 1940,
links davon das Bild von Hugo Oppenheimer dem Gründer des Hauses und rechts sein Sohn Ernst, der Vater von Ilan Oppenheime, der in dritter Generation den „Pinguin“ leitet. Ich berichtet im Reisetagebuch 2008 über den „Pinguin“ – die Familie Oppenheimer kam noch rechtzeitig aus Deutschland raus und gründete zusammen mit anderen deutschen Familien die Stadt Nahariya. In der Mitte des großen Bildes ist an einem kleinen Holzmast ein Schild auf dem „cassettah“ zu lesen ist. „Cassetta“ gab es zu essen als Besonderheit, bestehend aus zwei Biskuitscheiben zwischen denen weißes Eis war – gleich einer „Klappstulle“ oder auch den heute noch erhältlichen „Fürst Pückler“-Eiswaffeln!
Ich stand auf der rechten Seite des Bildes um Ernst O. abzulichten, als hinter mir die Frage gestellt wurde: „Du sprichst vielleicht Deutsch?“ Ich drehte mich zu den drei Damen die hinter mir saßen um und antwortete „ja!“ Na, und was nun kam ist wieder eine Geschichte für sich. Alle drei, hier mit Ilan Oppenheimer,
haben als Einzige ihrer Familien die Schoa überlebt. Von links nach rechts: Irena emigrierte 1946 aus Ungarn und Lara links 1949 aus der Tschecheslowakei. Edith, in der Mitte, floh 1956 aus Budapest (Pogrome) und ging zu Fuß nach Wien – ihre Nummer am linken Unterarm zeugt von ihrem Martyrium unter dem Nazi-Regime als junges Mädchen. Wir hatten eine derartig intensive Unterhaltung, so dass Dina lange warten musste, bis ich an unsren Tisch zurück kam – die Drei fragten mich aus ohne Pause und die Verabschiedung erfolgte mit Umarmungen und Tränen und Austausch von Adressen. Ilan und die Damen gaben mir „grünes Licht“ das Bild hier zu veröffentlichen.
Und nun noch kurz zu gant realen „Pinguinen“ – am Schabbat, 18. 04. besuchte Dina mit mir nämlich den Zoo in Kiriat Motzkin.
Pinguine sind seit
ich denken kann meine bevorzugten Favoriten.
Jedoch ist auch der kleine
„Emperor Tamarin“ – wegen des weißen Bartes bekamen sie hier witziger Weise den Namen „Wilhelm II“ – letzter preußischer Kaiser und König (1888-1918)! Zum verlieben sind auch
diese kleinen Äffchen. Man tritt durch
gesicherte Vorrichtungen in ihren Lebensbereich ein und von allen Seiten „wuseln“ sie über Bäume, und Köpfe aller fröhlichen Besucher – ein besonderes für alle Alterklassen! Toda raba – vielen Danke, liebe Dina, für diesen wunderschönen Nachmittag!
So viel für heute – ich sage mit lieben Grüßen „leila tow“ – gut’s Nächtle – AhuvaIsrael aus Ariel
Abgelegt unter : Freunde / Begegnungen, Reise-Tagebuch vom 28. März - 02. Mai 2009