Wie bereits im vergangenen Frühjahr sollten auch heute, am Montag 27. April, digitalisierte Informationen und ein Film von Besuchen Holocaust-Überlebender in unserer Gedenkstätte in Yad Vashem
abgegeben werden. Im Archiv übernahm Micha meine „Mitbringsel“, die nun unter entsprechender „item“- Nummer, unsere Gedenkstätte und den Verein betreffend, in der Datenbank Yad Vashems gespeichert sind. Für mich ein wichtiger Beitrag für unsere Gedenkstättenarbeit.
Da Yad Vashem in unmittelbarer Nähe des Militär-Friedhofs von Jerusalem liegt war ich entschlossen, dort am Vortrag zum Gefallenen-Gedenktag, für eine Zeit der stillen Gedanken an die gefallenen Sähne und Töchter Israels, insbesondere auch an den Sohn meiner Freunde in Tal Aviv, Niv, zu geben. Auf dem Friedhof waren die Vorbereitungen für diesen wichtigen Tag für Israel in vollem Gange. Kindergarten -und Schulkinder hatten bereits kleine Israel-Flaggen mit Trauerflor und einem Blumenstrauß auf jedes der tausenden Gräber gelegt. Soldaten hatten in kleinen Lichthäuschen eine Erinnerungskerze angezündet und neben jedes Grab einen Hocker für die Angehörigen gestellt.
Auf diesem Bild hat eine Familie gleich beide Söhne verloren!
Ich erinnerte mich, wie wir bei einem Besuch zur 50 Jahrfeier des Staates Israel mit der Gruppe vor diesem Bassin mit den Namen von Marinesoldaten standen -
ihre Namen sind am Rand des Beckens nachzulesen – die meisten von ihnen, wie überhaupt auch uf den Gräbern unter 25 Jahre alt!
Damals haben wir als deutsche Gruppe (um 130 Personen mit Ludwig Schneider, Jerusalem, auf Tour) Kränze dort abgelegt. Auf dem weitere Weg über diesen traurigen Ort entdeckte ich ein ein Monument, einem „_Boot gleich und in der Tat, es war eine Gedenkstätte für die „Dakar Z 77″,
die 1968 im Mittelmeer
untergegangen ist. Ich habe darüber in meinem Besuch des Marinemuseums in Haifa geschrieben. Es gibt daneben einen Gang hinein in diese Gedenkstätte mit den 69 Namen der dabei Umgekommenen Soldaten.
Auch hier 3/4 unter 25 und, offensichtlich der Kommadeur, mit 37 Jahren.
Als ich nach 1 1/2 Stunden diese Stätte verlassen wollte, kam ich an einem kleinen Platz vorbei, an dem eine etwa 60jährige Dame kleine, weiß-blau Sträußchen verkaufte. Wir kamen ins Gespräch, es war eine Mutter die ihren Sohn für die Verteidigung des Landes hergeben musste – sie schenkte mir ein solch kleines Gebinde. Schnustracks ging ich zur ersten Gräberreihe zurück – und stand sogleich vor einem Grab „Ben 20″ – d.h. Sohn 20 Jahre so alt wie Niv, als er im August 2000 durch „friendly fire“ – einem Kameraden aus den eigenen Reihen – ausversehen erschossen wurde.
Dieser Platz erschien mir als richtig, den kleinen Strauß im Gedenken auch an Niv zu platzieren.
Weiter ging es auf den Herzl-Berg auf dem Theodor Herzl seine große Gedenkstelle hat, aber auch Golda Meir und Yitzhak Rabin beerdigt sind. Hier waren die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten am Vorabend zum Jom HaAtzmaut, dem Eingang in den 61. Jahrestag der Unabhängigkeit Israels im Gange. Es ist erstaunlich, wie der Tag der nationalen Trauer unmittelbar in den Tag der Nationalen Freude übergeht.
Hier an diesem Platz werden nur Gäste mit Eintritts-Ticket eingelassen, während es dann an vielen Plätzen in Jerusalem kleine Bühnen für verschiedene Veranstaltungen gibt. Es war ein Glücksfall, dass ich doch noch einen Blick in die Arena mit der riesigen Bühne werfen konnte.
Den vorläufigen Abschluss dieses Rundgangs fand im Besuch der Autorin Lea Fleischmann statt. Im vergangenen September war sie bei und zu einer Lesung und heute hatte ich das große Vorrecht von ihr als „erste“ Zuhörerin der Lesung eines Kapitels aus ihrem neuesten Buch „Heiliges Essen“, das im September 2009 erscheinen lauschen zu können.
Lea – es war wunderbar und ich freue mich schon jetzt auf Dein neues Werk in dem Du auf so wunderbare as Judentum den Nichtjuden nahe bringst! – Vielen Dank dafür und „behazlachah“! – viel Erfolg!
Ja, und wie es dann heute Abend an der Westmauer, Kotel, bei den Feierlichkeiten zum Eingang in den Gefallenen-Gedenktag war in einem neuen Bericht.
Auf bald wieder – mit besten Grüßen und Schalom – AhuvaIsrael
Abgelegt unter : Nationale Feier- und Halbfeiertage / Gedenktage, Reise-Tagebuch vom 28. März - 02. Mai 2009