Der Jom Kippur – GOTTES großes Erbarmen

In wenigen Stunden beginnt in der jüdischen Welt der Jom Kippur. Leider kann ich in diesem Jahr zu dieser Zeit nicht in Israel sein – denn nirgendwo wie dort kann die Heiligkeit dieses Tages, der zur Umkehr aufruft, in seiner ganzen  Tiefe erfasst werden, wie “ba Aretz”! Ich habe wieder in meinem Schatzkästlein  “Drei Minuten Ewigkeit” von Zwi Braun nachgeschaut und gebe daraus einige Gedanken hier weiter. Sie decken sich auf erstaunliche Weise mit der Predigt zum Buch Jona, die unter der Kategorie “Heilige Schrift/Wochenlesungen” – “Predigt zum Buch Jona Kapitel 4″ (24.09.2007) nachzulesen ist. Zwi Braun lädt uns in zwei Aussagen zum Nachdenken ein:

1. Rabbi Joschua Ibn Schuaib (14. Jhdt., Spanien) sieht die zentrale Aussage des Buches Jona in den folgenden Versen:

“Verdrießt es dich sehr um den Kikajon (eine Schatten spendende Pflanze)? Und er sprach: Sehr verdrießt es mich, zum Sterben. Da sprach der Ewige: Dir ist es leid um den Kikajon, mit dem du keine Mühe gehabt, und den du nicht groß gezogen, der als Kind einer Nacht entstanden und als Kind einer Nacht verschwunden ist. Und Mir sollte es nicht leid tun um Niniwe, der großen Stadt, in welcher mehr als 120.000 Menschen sind, die nicht zwischen ihrer Rechten und Linken unterscheiden können, dazu viel Vieh” (Jona 4, 10-11)

Das Erbarmen Gottes mit allen Lebewesen seiner Schöpfung, stellt im Buch Jona den absoluten Mittelpunkt dar. So wird das Buch Jona auch am Jom Kippur im Mincha Mittagsgebet in den Synagogen und sicher auch Hauszirkeln gelesen. Danach finden wir im Abschlussgebet (Ne’ila)  ein Wort aus Hesekiel 18, welches die Notwendigkeit der Umkehr verstärkt:  “Habe Ich denn Wohlgefallen am Tode des Frevlers, ist der Spruch Gottes des Herrn, nicht vielmehr an seiner Umkehr von seinem Wandel, auf dass er lebe?” (Hes 18,23).

2. Elie Wiesel hat folgende Gedanken  zum Buch Jona für unsere Zeit: “Jona ist nicht der einzige Prophet, der im Namen Gottes zu anderen Völkern spricht, andere haben das vor ihm getan. Aber Jona ist der einzige, dessen Mission ausschließlich anderen Völkern dient. ‘Geh nach Ninwe’, sagt Gott. Nur nach Ninwe, nicht nach Jerusalem, noch nicht einmal nach Jaffa; er segelt nach Tartessus – von Jaffa aus.

Jonas Aufgabe ist es, Gottes Wort den Nichtjuden zu bringen, ohne sein eigenes Volk aufzugeben, seine eigenen Erinnerungen, seinen Glauben zu verraten. Mit anderen Worten, er soll die Nichtjuden lehren und doch Jude bleiben. Mehr noch, gerade als Jude soll er die Heiden lehren. Je jüdischer der Dichter ist, desto allgemeingültiger seine Botschaft, je jüdischer seine Seele, desto menschlicher seine Prinzipien. Ein Jude, der nicht mit seinem Volke fühlt, nicht an seinen Sorgen und Freuden teil hat, kann nichts für andere Völker empfinden. Und ein Jude, der ein Herz hat für seine jüdischen Mitmenschen, hat immer auch ein Herz für das Schicksal anderer Völker.

Wir verstehen Jona auch in unserer Zeit. Er weiß, die Menschen sind böse, er weiß, sie verdienen Strafe, er weiß auch, dass Gott strafen kann. Niniwe hat Israel viel Unglück zugefügt, Jona, der Jude, hätte vielleicht gerne Rache und Vergeltung verkündet. Aber paradoxerweise ist es Jona, der Jude, der Niniwe schließlich rettet, genau wie unsere Generation vielleicht aufgerufen ist, eine Welt voller Schuld zu retten. Nur wenn die Welt daran erinnert wird, was sie dem jüdischen Volk angetan hat, kann diese Welt davor bewahrt werden, die Katastrophe selbst auf sich herabzuziehen. Jona erscheint. also als beispielhafter Humanist und Pazifist. Vom Leben gebeutelt, von Gott erniedrigt, denkt dieser Anti-Held auch dann, wenn er sich und andere der Verzweiflung anheim gibt, zunächst an andere und erst dann an sich. Er wählt das Leben, sei es auch voller Ängste, um andere vor dem Sterben zu bewahren” (Jona oder die Chance des Menschen, in “Von Gott gepackt”, Herder 1983).

Zwi Braun: Wenn wir das Leben wählen, ein Leben im Sinne der Tora, so haben wir Hoffnung, dass Gott uns an Jom Kippur in das Buch des Lebens einschreibe und besiegle.

Jom Kippur IHier zum nachlesen über den “Jom Kippur” – weiter siehe Link: AhuvaIsrael-Photoblog – Album “Jom Kippur”

Segen über das Bundesvolk des Ewigen in Israel und in der Diaspora und Dank an IHN, den Heiligen GOTT Israels, dass die Gläubigen aus den Nationen, dass AhuvaIsrael persönlich, diesen hohen jüdischen Feiertag als Mahnung und Erinnerung zur Umkehr von so mancherlei Mängeln in der Treue zu GOTT mit gehen dürfen durch unseren Erretter Jeschua HaMaschiach/Jesus Christus! – Gelobt sei GOTT!


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