Am Nachmittag des 13. April hatte ich noch ein überraschendes Treffen mit einer Freundin, die ich 2007 kennengelernt hatte. Anna (Name nicht real) hatte ihre Freundin mitgebracht, und dass unser Treffpunkt im “Cafe Rimon” neben der
“Benjehuda” stattfand, war natürlich keine Frage. “Wir, die drei Überlebenden“, meinte Annas Freundin (hinter uns stehend- sie baten mich darum, ihre Namen nicht zu nennen, das Bild darf ich jedoch hier zeigen!) Warum drei Überlebende? Ein “Ghetto/Child” – ein “Hidden-Child”(im Versteck bei Partisanen überlebt) und ich selbst?: “ein Kind, das Nazi-Deutschland überlebt hat” – das war gemeint von Annas Freundin.
Mittwoch 14. April: heute Morgen gab es im Austrian Hospitz in der “unteren Etage” den großen Aufbruch. Die Gruppe von Studenten aus den USA flog nach Kairo zurück. Sie studieren Politik-Wissenschaften und haben schon 2 1/2 Monate Kairo hinter sich, dann kamen 2
Wochen Jerushalayim und nun schließt das Semester mit zwei weitere Wochen in Kairo ab. Es waren wunderbare junge Leute, die unentwegt mit Laptops und dicken Manuskripten beschäftigt waren, wenn nicht gerade mal ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm stand. Ein Bild zum Abschluß durfte nicht fehlen. Die Veröffentlichung hier ist erlaubt!
Mit Christel und Karsten aus Deutschlands Norden ging es per Taxi – das senkte erheblich den Preis für jeden von uns
- zum Zentral-Busbahnhof Egged. Die Verabschiedung war herzlich und ein Abschieds/Foto war auch hier angesagt und erlaubt
Seid herzlich gegrüßt Ihr beiden Lieben an dieser Stelle!
Der Bus von Jerusalem nach Ari’el durch Samaria ist eine außerordentlich gute Verbindung – ich liebe es die Namen der Tora auf der Fahrt zu lesen und in ihre heutigen Orte “hinauf” bzw. hinein zu fahren
Dass ich am 15.April mit einer deutschen Reisegruppe auf auf den Garizim hinauf fahren könnte war eine große Überraschung für mich, und ich sage noch nachträglich: Toda LaEl – Dank sei GOTT, ein Lied, dass im Hotel Eshel HaShomron immer wieder von den Besitzern des Hotel angestimmt wird!

Der Biblische Garten des Hotels erhält sein größtes Modell – eine Nachbildung der Stiftshütte in Originalgröße! Die Außenpfeiler sind bereits aufgestellt, eben so der spätere Eingang ins Heiligtum.
Fertig ist nun auch der Tisch für die Schaubrote – es sieht alles einzigartig wunderbar aus (siehe auch Reisebericht von 2009- Menorah, Kupferkessel, Bundeslade und Räucheraltar. Dazu den Link: “Ein Biblischer Garten in Samaria”).
Vor 9 Jahren besuchte unser Gruppe, eingeladen von Johannes Gerloff zu einem Sommerseminar im Hotel Eshel Hashomron, den Ort Garizim. Allerdings konnten wir damals nicht auf den Garizim hinauf (Intifada!).

Der Hohepriester der Samaritaner informierte uns in dem für mich neuen, wunderschönen Versammlungshaus über die Geschichte der Samaritaner. Heute gibt es noch 740 Samaritaner, davon leben hier im Ort Garizim die eine Hälfte und in Holon die andere Hälfte. Sie besitzen palästinensische Pässe – sind jedoch nicht sehr gern gesehene Mitbürger der PA (Palästinensischen Autonomiebehörde). Sie feuern die biblischen Feste wie die das
jüdische Volk, jedoch zu anderen Zeiten.
Ihre ToraRolle ist in
Althebräisch geschrieben und zum PessachFest werden wie in biblischer Zeit Lämmer geschlachtet.Es werden keine Laubhütten gebaut sondern
“Früchte”-Decken zeigen den Erntedank!
Der Garizim, Berg des Segens (siehe 5.Mose 27, 11ff – 28,68)- ist für die Samaritaner der Berg, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak Opfern sollte. Das nebenstehende Bild zeigt die angenommene Opferstätte. Auf dem Berg selbst hat nach Annahme der Samaritaner der
1. und 2. Tempel gestanden. Von hier oben sehen wir auf den Ebal, Berg des Fluches (5. Mose vorher) und Josua 8,30ff und 
schauen hinunter auf das biblische Sichem (hebraisch Sh’chem) das heutige Nablus (ehemals griech. Name Neapolis) und hinüber zum Ebal
.
Das war für uns alle ein ganz besonderer Ausblick mit Lesung aus der Schrift!
Danach ging die Fahrt weiter nach Schilo (nicht ‘Silo’! – ein Ort wo irgendwelche Futtermittel oder Kies usw. gespeichert werden!). Hier in Schilo stand die Stiftshütte beinahe 300 Jahre – zu Schilo 1. Samuel 4! Auf dem Bild sehen wir die Ortschaft und auf dem Berg Schilo’s Yeshiva – umgeben von 12 Säulen, die die 12 Stämme Israels symbolisieren – ein Anblick, der mich immer wieder von neuem zu Staunen bringt und mich tief im Herzen erfreut
Auch an diesem Ort gibt es zum biblischen Geschehen wieder ein Andacht – und gegen fünf Uhr sind wir wieder im Hotel Esel Hashomron zurück.
Es war ein wunderbarer Tag und mit einem nochmaligen Dank verabschiede ich mich von der Gruppe und hoffe nun, dass die Bilder, die ich hier eingebracht habe ein wenig von dem wiedergeben, was wir an diesem herrlich warmen Frühlingstag im Kernland der Bibel – Samaria – gesehen haben. Ein herzliches Schalom allen – AhuvaIsrael
Abgelegt unter: 03-Reisetagebuch Israel vom 23.03.-28.04.2010