Reisetagebuch 28. April 2009 – “die Brücke” / “das Ärgernis” der Jerusalemer / das Zelt für Gilad

Der Dienstag war angefüllt mit neuen Eindrücken, Begegnungen und dem Eingang am Abend in den “Jom HaAtzmaut” – den 61. Unabhängigkeitstag Israels.

Am Beginn stand der Besuch der Westmauer, deren Vorplatz bereits wieder von allen vorabendlichen Aufbauten befreit war. Bei einem der Soldaten mit weißer Uniform habe ich mich über Farben der verschiedenen Einheiten sachkundig gemacht. bei Feierlichen Anlässen trägt die Navy weiße Uniformen, die Airforce beige Uniformen und die Infanterie Uniformen in grün (eher Kaki!). img_6693navy1Um 11:00h heulten für 2 Minuten die Sirenen im ganzen Land und wiederum kam es allen Straßen und Plätzen zu völligem Stillstand – so auch auf dem Vorplatz an der Kotel (West- Klagemauer). Wie beim Jom HaShoa vermittelt dieses Miterleben, wenn man weiß worum es dabei geht, ein tiefes Mitfühlen – zumal ich doch am Tag vorher auf dem Militärfriedhof war und dort die vor dem geistigen Auge die vielen Mütter und Väter neben den Gräbern ihrer verlorenen Lieben hatte und auch “meine Familie” in Tel Aviv darin mit eingeschlossen wusste.

Der anschließende Weg führte mich an den Ausgrabungen auf dem Vorplatz vorbei und ich konnte mit Erstaunen wahrnehmen, was sich dort nach einem Jahr bereits alles zeigteimg_6705ausgrabungen1.

Dann gng es mit dem Bus zum Zentralbusbahnhof am Eingang zur Jaffo Street, denn unbedingt wollte ich doch über die viel umstrittene Brücke gehen, über die zu einem “niemand weiß wann Zeitpunkt” Straßenbahnen fahren sollen. Ja, das ist eine Thema zu dem man Jerusalemer nicht fragt, denn tut man es, entlädt sich der ganze Zorn bei Fußgängern, Taxifahrern und Gechäftsleuten und überhaupt offensichtlich allen Einwohnern über dieses “hirnrissige Unternehmen” (nicht meine Worte!), das noch unter Olmerts Regie, sein großes Anliegen, auf den Weg gebracht wurde.

Alle Straßen sind beinahe unpassierbar geworden, in der Jaffostreet sihr man viele geschlossene Geschäfte, weil die Kundschaft ausbleibt. Busse mußten ihre Stationen verlegen, sodass ein gutes Ankonmmen am gewünschten Ziel wie vorher auf vielen Strecken nicht möglich ist. Taxis müssen zwangsläufig Umwege in Kauf nehmen. Dazu gesellt sich eine totale Kostenexplosion – niemand weiß, wie sie bewältigt werden kann und die Bauzeit ist um Jahre nach hinten verschoben. Fertige Abschnitte enden im Nichts – man sieht kaum wirkliche Arbeitsintensität. Nun aber zunächst zwei Bilder von “der Brücke”img_6728

img_6747bruckeAm Nachmittag war ich bei einer Rabbinerfamilie eingeladen – ich hatte von einem Freund die Telefonnummer mitbekommen und Telefongrüße bestellt. Dass ich Gast bei ihnen sein würde war nicht geplant aber eine neue wunderbare Begegnung, die bei diesem einem Besuch nicht bleiben wird. Das erste Wiedersehen wird es im August in Denkenkdorf zur “Tora-Lern-Woche” geben.

Hanna brachte mich mit dem Auto zum Damaskustor und auf dem Weg dorthin zeigte sie mir das Zelt der Familie Shalit, die in der Zwischenzeit aber wieder zu Hause wohntimg_6773zelt-von-gilad. 1037 Tage in der Hand der Terror-Organisation Hamas ist Gilad am 27. April 2009 – wie können Eltern dieses Martyrium ihres Sohnes tragen – im Nichtwissen wie es ihrem Sohn geht, ob er noch am Leben ist – wann er nach Hause kommen wird?

An dieser Stelle möchte ich den Bericht vom Tag des 27. 04. 2009 beenden und sage ein leicht verhaltenes Schalom aus Jerusalem – AhuvaIsrael

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