Schabbat 31. Mai 2008 – Flughafen Ben Gurion – morgens 4:20h

Hier sitze ich am frühen morgen in der Kälte der schönen Abflughalle von Ben Gurion und langsam füllt sich die Halle mit Fluggästen, die nach Hause oder irgendwohin in den Urlaub reisen. Es ist in der Tat empfindlich kalt und ich bin froh, dass ich schon vorsichtshalber Socken und Jacke parat hatte. Walter Schiller, aus Uruguay, in Ariel wohnend hat mich zum Flughafen gebracht und hier habe ich nach einem rasant schnellen Einchecken Zeit, die letzten drei Tage zu reflektieren. Am Mittwoch, 38. 05., bin ich noch einmal nach Jeruschalayim gefahren, um dort eine Malerin und Schriftstellerin zu treffen, die mich darum gebeten hat. Ein kleiner Artikel in er Jerusalem Post hatte sie auf unser Museum aufmerksam gemacht und ihre Frage an nich war, ob wir die Möglichkeit und Interesse hätten, eine Ausstellung mit ihren Bildern zu machen. Nun, wir werden das ZUhause mitenander besprechen. Ihre Bilder sind auf Grund ihrer Ghetto-Erfahrungen als kleines Kind entstanden – und mich haben sie im Herzen sehr bewegt.

Ein Treffen mit Freunden in Tel Aviv schloss sich daran an – der Bruder von Idits Vater verstarb im Dezember 1944 in unsrem Konzentrationlager an einer Niereninfektion und wurde im Massengrab verscharrt. Im Oktober 2007 setzten sie einen Gedenkstein auf unserem KZ-Friedhof.

Spät kam ich nach Shavei Zion zurück. Ich verpsßte wegen großen Staus auf Tel Avivs Straßen einen Zug und mußte eine Stunde warten und von Haifa ein Taxi nehmen, da nachts der Zug wegen Bauarbeiten an der Strecke nicht nach Nahariya fährt. Der Preis war mit umgerechnet 20.-€ moderat – im Gegensatz zu unseren Preisen.

Ein lertzter Blick auf die etwa 15m hohe Palme am Speisesaal, die im nächsten Jahr ihren 40sten Geburtstag wohl nicht mehr ider gerade noch eben erleben wird. Sie soll aus Sicherheitsgründen entfernt werden – das ist in der Tat traurig – war sie doch ein Symbol des „Aufbaus“ vom Haus Beth El. Am Donnerstag mittag ging es dann nach Ariel – Eli holte mich in Tel Aviv vom Bahnhof ab. Schnell vergingen die letzen Stunden – es war ein Geschenk, dass ich gestern Abend mit den Freunden in Ariel noch in den Schabbat-Eingang gehen konnte. Um 02:15h kam Walter und im Nu erreichten wir dann den Flughafen. Gerade noch rechtzeitig vor der „bording-time“ mit ich mit diesem Abschluß fertig geworden. Es war eine wunderbare Zeit in Israel – aber wie im Prediger heißt: „Alles hat seine Zeit“ so ist es auch gut, dass ich mich mit Freude auf das Zuhause in Deutschland einstelle.

Ariel feiert am Dienstag seinen 30. Geburtstag – daher „Chag Sameach Ariel“! Am Montag ist „Jom Jeruschalayim“ – und auch dorthin ein herzliches „mazel tow“ – Der Busbahnhof „Egged“ – die meisten Busse der Egged sind mit dem „Mercedes-Stern“ versehen!

Auf bald wieder – Schalom – AhuvaIsrael

Sonntag, 25. Mai 2008 – in Schavei Zion

Am vergangenen Mittwoch, 21. Mai, brachte mich der liebe Shalom von Haifa nach Shavei Zion mit meinem ganzen „Pickel-Packel“ und hier fühle ich mich natürlich ebenfalls, wie bei den Freunden davor „wie Zuhause“ – nach 1 ½ Jahren Dienst vor etwa acht Jahren. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite – es ist angenehm warm und die kühle Brise vom Meer am frühen Morgen und zum Abend macht eine Jacke nicht unbedingt notwendig.

Ganz hochherrschaftlich bewohne ich für eine Woche zwei Zimmer mit Bad usw. – mein Domizil trägt den Namen „Gnade“ – und Gnade ist es, dass ich hier sein kann, zusammen mit der Gästegruppe (42 Personen aus den verschiedensten Regionen des Landes) ein jeder Gast mit seiner eigenen Holocaust – Geschichte. Auch aus Sderot sind vier Gäste hier. Das Werk hat vor einiger Zeit entschieden, gerade diesen Menschen, die in ihrer Stadt täglich die Hölle der Kassam-Raketen erfahren, schon vor Ablauf der 4jährign Wartezeit nach Anmeldung eine Zeit der Erholung zu geben.

Die Ausstellung „70 Jahre Shavei Zion“ habe ich nun doch nicht mehr hier in SZ anschauen können. Die straßenbaulichen Veränderungen haben große Fortschritte gemacht. Im vergangenen Herbst wurde die „Palmen-Allee“ – ein Wahrzeichen SZ’s an die Seite umgepflanzt, um dem Brückenbau über die Eisenbahn Platz zu machen.(Blick von der „Schnellstraße“ her). Von den vielen Palmen hat es bisher eine einzige nicht überlebt. Alle anderen stehen „verschnürt“ aufrecht und gesund und werden auch hoffentlich die „Rückverpflanzung“ zu gegebenen Zeitpunkt überleben.

Der Schabbat (23./24.Mai) mit den Gästen war sicher ein Höhepunkt dieser Shavei Zioner Woche. Erstaunlicher Weise waren nicht alle Schabbat-Kerzen auf dem Tisch angezündet – aber dem feierlichen Rahmen mit den schön gedeckten Tischen konnte das nicht allzu viel hinweg nehmen. Das gemeinsame Singen nach dem Abendessen am Erew Shabbat darf einfach nicht fehlen. Die Gästegruppe fing von sich aus damit an und im Nu war eine großartige Stimmung im Raum. Es klang fröhlich und sehr rhythmisch durch das Klatschen mit den Händen auch als dann der „kleine“ Mitarbeiterchor bekannte israelische Lieder intonierte. Alle sangen mit – und der Applaus war kräftig und herzlich. Ein schöner Eingang in den Ruhetag, wie ihn der Ewige geboten hat – ich möchte gerade diese Abende in meinem Leben nicht mehr missen!

Am Samstag besuchten Hanna, Helga und ich das nahe gelegene Warschauer Ghetto Museum „Lochame HaGetaot“ – „Ghetto Kämpfer“ Museum mit dem Museum der Kinder „Yad Layeled“. Bereits in 2000 war ich hier zweimal und am „Jom HaShoa“ – dem jüdischen Gedenktag an die Shoa – mit den Gästen des Haus Bet El zu einer unvergessenen Abendveranstaltung. Helga führte uns sicher durch die „Umleitungen“ des früher vertrauten Weges. Das Neubaugebiet Shavei Zions hat so ziemlich alle „alten Verbindungen“ gekappt. Immer wieder beeindruckend der verfallene Aquädukt mit den herrlichen Farbenvielfalt der Boughenvillen und Oleanderbüsche. Ein ruhiger, erholsamer Tag fand seinen Ausklang mit der „Hafdalah“ – der Begrüßung der neuen Woche, und wir, die Mitarbeiter und Gäste aus Deutschland hatten noch einen Gottesdienst mit Gedanken zur Wochenlesung („Bechukoteih“ – „…nach meinen Satzungen“, 3. Mose 26,1 – 27, 34) und einer Einführung in 1. Petrus 1.


Soviel für heute aus Schavei Zion – mit herzlichen Grüßen
und Segenswünschen aus Israel – Schalom – AhuvaIsrael

16.-20. Mai – Schabbat auf dem Golan und Besuch in Tiratzwi

Am Freitag 16. Mai gings mit dem Bus von Haifa via Tiberias auf den Golan in den religiösen Moschaw Keschet. Dvora, meine liebe 94jährige Freundin hatte mich zum Schabbat eingeladen, und da konnte ich natürlich nicht „nein“ sagen. Wie haben gemeinsam in ihrem kleinen Container-Haus den Eingang in den Schabbat gefeiert- es war ganz einfach ganz schön! Kurze Zeit vor Rabins Ermordung hat sie her auf dem Golan ihr Häuschen aufgestellt aus Protest gegen Rabins Pläne, den Golan abzugeben. Wie in einer Nachbetrachtung in dem Buch „Die Wand“ von Ramon Bennett zu lesen ist, sind die tatsächlichen Begebenheiten bis heute im Dunklen verborgen geblieben. Wir verlebten einen wahrhaftig sehr ruhigen Schabbat. Allein die Gespräche der gefiederten Sängerschar und das Rauschen einer kühlen , kräftigen Brise durchbrachen immer wieder Stille. Dwora wurde 1914 in Berlin geboren und wanderte1935 nach Palästina aus. Schon früher hatte sie ihren Eltern mitgeteilt, dass sie nach Palästina zu ihren Glaubenswurzeln zurückkehren möchte. Die Eltern waren entsetzt und der Vater erlaubte ihr dann doch eine 5wöchige Reise dort hin. Er hoffte, dass fünf Wochen ausreichen würden um das Begehren der Tochter ein für allemal zu beenden. Das jedoch war ein Trugschluß, der am Ende aber für die Eltern lebensrettend wurde. Dwora konnte die Eltern noch rechtzeitig nach Palästina holen Dwora hat ihren Hauptwohnsitz seit Jahrzehnten in der „King George Street“ in Jeruschalayim – zwischen beiden Wohnorten pendelt sie bis heute mit ihrem Audi A4. So ließ sie es sich auch nicht nehmen, mich mit dem Auto nach Tiratzwi, in die Jordantalebene zu Ruth zu bringen. Auf der Fahrt erzählte sie folgende Geschichte: Bei ihrer Fahrt von Jeruschalayim zurück auf den Golan, wurde sie im vergangenen in einer Straßenkontrolle angehalten. Sie suchte ihren Führerschein, als der Polizist sie fragte: „bist Du nicht Savta (Oma) Dwora?“ Als Ruth bejahte sagte er: „Laß Deinen Führerschein – gib mir Deine Visitenkarte.“ Ja, sie ist über den Golan hinaus bekannt, eine Seele von Mensch und schreibt gerade an ihren Memoiren in Hebräisch und Deutsch gleichzeitig.Jordantal-Ebene Ruths Familie stammte aus Haigerloch, die Eltern schickten ihre Tochter 1939 mit dem „Kindertransport“ nach England und als dann alle Juden, die noch in Hechingen und Haigerloch waren 1942 nach Riga deportiert wurden und dort den Tod fanden überlebte Ruth als Einzige der Familie. In England lernte sie ihren Mann kennen und 1947 bauten sie gemeinsam mit andren Emigranten den Kibbuz Tiratzwi auf. Ruth Vater, Gustav Spier war Jahrzehnte lang Lehrer, Vorbeter und Verwalter der jüdischen gemeinde in Haigerloch, Als Dwora sich auf die Heimfahrt begab, sagte Ruth: „be emed (wirklich), „diese Dvora Magnes ist ganz einfach ein unfassbares Phänomen.“ Leider war diesmal die Zeit bei Ruth viel zu kurz – aber es war gut wieder einmal bei ihr gewesen zu sein.Das Moab-Gebirge und die Palmen-Allee zum Friedhof von Tiratzwi. Diesen Bericht habe ich heute am 20. Mai für den Blog in der Wohnung von Shalom und Selda vorbereitet. Wenn ich nach rechts aus dem Fenster schaute breitete sich vor meinen Augen die gesamte Schönheit der Bucht mit dem Hafen von Haifas aus und in der Ferne wird im Norden, am Ende des tiefblauen Mittelmeers, Rosch Hanikra (die Grenze zum Libanon) erahnbar mit Schavei Zion, das im April seinen 70sten Gründungstag durch die „Rexinger“ Juden feierte. Ins Internet gestellt habe ich auch heute wieder die Aufzeichnungen im Cafe Mandarin in Haifas Carmel-Center. Ab Donnerstag werde ich eine Woche in Schavei Zion volontieren – ich freue mich sehr, wieder einmal eine Gästegruppe zu treffen. Von dort werde ich mich dann noch einmal melden. An diesem Donnerstag ist das Fest „Lag Ba Omer“ – darüber ist in der pdf.Datei zu lesen lag-ba-omer Bis zum nächsten – und möglicherweise von dieser Reise zum letzten Mal –

herzliche Grüße und Schalom – AhuvaIsrael

Donnerstag, 15. Mai – Ariel, Haifa, Bush und Ashkelon

Jetzt, Donnerstag um 17:25h, sitze ich im „Mandarin“-Cafe in Haifa auf dem Carmel und habe die Möglichkeit, die letzten Tage hier zu notieren. Es beginnt mit Dienstag, dem 13. Mai an dem ich doch später aus Ariel weggekommen als gedacht. Mit der Villinger-Gruppe , zu der auch der Pastor meiner Gemeinde mit seiner Frau, so wie ein weiteres Ehepaar und Edda hehörten, besuchte ich noch den „Biblischen Garten“ im Hotel Eschel Haschomron und Tuvia, Hotelmanager, wie auch Tova und Menachem, Hotelbesitzer, baten mich, besondere Bilder für die Website http://www.biblegarden.org zu machen, andere Bilder mit deutscher Schrift zu versehen und einen Kommentar über meine Eindrücke zu schreiben.

Der Auftrag wurde erfüllt – siehe pdf.atei: ariel-ein-besuch-im-biblischen-garten, und als ich dann im Zug von Tel Aviv nach Haifa saß – für umgerechnet 2,40 € (Pensionärpreis, ohne dass ich etwas gesagt hätte☺ , wurde ich von einem älteren Herrn und einer Dame auf meinen „Birkat Elohim“-Anhänger hin angesprochen und das Faszit daraus: für den kommenden Montagnachmittag bin ich von Dina, einer „Sabre“ (in Israel geboren) nach Kiriat Chaim eingeladen – ein neuer Kontakt ist geknüpft – und wieder einmal bin ich eigentlich sprachlos!

Die Freunde in Haifa, Shalom ist Holocaust-Überlebender unseres Konzentrationslagers, begrüßten mich aufs herzlichste, und ich werde verwöhnt in allen Bereichen. Morgen, Freitag fahre ich nach Ramat HaGolan, wo meine 94jährigen Freundin Dvora mich im religiösen Moschaw Keschet zum Schabbat erwartet. Von dort geht es am Sonntag nach Tiratzwi, in die Jordantalebene, Dort wohnt seit 1947 eine Freundin, die von ihren Eltern 1939 mit dem „Kindertransport“ nach England geschickt wurde. Die ganze Familie – sie wohnten 15 km entfernt von meinem Wohnort – wurde nach Riga deportiert und kam dort um. Am Mittwoch, 21. Mai, geht’s dann zum Volontieren nach Shavei Zion ins Gästehaus vom Werk ZEDAKAH für Holocaust-Überlebende – Haus Beth EL.

Und nun noch etwas zum gestrigen Tag, Mittwoch 14. Mai: Bush ist n Israel angekommen – das Fernsehen sendete den ganzen Tag darüber, unterbrochen von dem furchtbaren Ereignis in Aschkelon. Eine Kassam-Rakete aus dem Gaza-Streifen war dort am Nachmittag in einen „Kenion“ (Einkaufszentrum) eingeschlagen und hatte nach Meldungen bis zum Abend 120 Verletzte, die im Krankenhaus behandelt werden mussten (Verwundete mit vier schwerverletzten, darunter drei Kinder und solche mit schweren Schockzuständen) gefordert. Es ist davon auszugehen, dass Israel mit einer entsprechenden Antwort auf diesen Angriff nicht lange zögern wird!

Peres zeigte Bush den Garten seines Regierungssitzes und steuerte auf einen Feigenbaum zu. Wollte er wohl sagen: „Siehe, der Feigenbaum hat Blätter bekommen?“

Am Mittwochabend besuchte ich Pnina im Haifa-Denia-Bezirk, wie kenne uns durch das Werk ZEDAKAH – ihr Mann Yossi war an diesem Abend gerade mit einer Gruppe aus Dresden unterwegs, Gegen 4:00h morgens wurde ich durch ein lautstarkes Gewitter und mittelstarken Regen geweckt leider war auch dieser Gruß nur ein Tropfen auf den heißen Stein – der Wassermangel in Israel ist enorm groß – es hat auch in diesem Winter nur sehr wenig „mayim“ aus dem „schamayim“ gegeben (Wasser aus dem Himmel) – und die Regenzeit ist eigentlich beendet!

Heue, Donnerstag, gab es den „Bush-Empfang“ in der Knesset mit Reden von der Hausherrin der Knesset: Dalia Itzig, Ehud Olmert, Bibi Netanyau und Bush. Die Bilder habe ich vom Fernsehen aufgenommen, daher die schlechte Bildqualität. Die Rede von Bush wurde mehrmals von Standing Ovations und lauten Bekundigungen der Unterstützung seiner Rede unterbrochen. Vielleicht werde ich von der Botschaft des Staates Israel eine deutsche Übersetzung nachliefern können.

Mit einigen Bildern aus dem Biblischen Garten in Ariel verabschiede ich mich für heute bis Montag – sehr wahrscheinlich…….mit einem herzlichen……..

von li nach re: Jordanriver, Jakobsleiter, Josef-Geschichte, Josef in der Grube, Joshua-Altar

……….Schabbat Schalom – AhuvaIsrael

Montag, 12. Mai 2008 – „Alles Müller oder was?“

Die Zeit rennt, und ich erinnere mich an die Predigt vom letzten Schabbat – als wir über die „Omer“-Zählung hörten und wir uns fragen sollten: nehmen wir uns heute Zeit, zählen wir in Geduld die Stunden – oder lassen wir sie an uns vorbei rauschen, ohne zu erkennen, was der Ewige uns alles Gutes tut, welche Geschenke wir erhalten, wenn wir „die Zeit zaehlen“? Die Predigt baute auf der Wochenlesung „Emor“ (3. Mose 21,1-24,23) und hier besonders auf Kap 23, 9-22, auf. Das Zählen der Zeit ist mit Geduld und Spannung verbunden, denn am Ende der Zählung steht hier in diesem Zusammenhang zum „Schawuot“ – Fest (Siebenwochenfest) das Geschenk der Ernte der Erstlingsfrüchte des Jahres und wie angenommen wird auch die Übergabe der Tora an die Israeliten auf dem Berge Sinai. Am 50sten Tag sollte „Heilige Versammlung“ sein und wenn wir uns daran erinnern, dass Jeshua sagte, dass die Tora durch seine Kommen nicht aufgehoben ist so war die vom Ewigen verordnete „ewige Anordnung“ auch nicht aufgehoben, als sich die Jünger am diesem 50.Tag versammelten und das „plötzliche Brausen“ vom Himmel geschah und der Heilige Geist ausgegossen wurde (Apg 2, 1-4). Und so haben wir, die Christen ein weiteres Mal einen für uns eigenen Termin bestimmt („unser Pfingstfest“ wohl 50 Tage nach dem Auferstehungsfest aber eben nicht übereinstimmend mit der Schrift!). Noch viel könnte hier über die Predigt geschrieben werden – jedoch soll dieser kleiner Eindruck gegeben werden, warum mir, der Verfassern dieser Zeilen, es so gut tut die Zusammenhänge des mir geschenkten Glaubens im Licht der Jüdischen Wurzeln meines Glaubens ausgelegt zu bekommen. Und das ist genau das, was Lea Fleischmann auch in der Unterhaltung ansprach.

Heute ist nun mein letzter Tag in Ariel, und als ich noch einige Dinge besorgte fiel mir der Joghurt von „Müller“ auf. Also, „Müller“ hat es doch tatsächlich geschafft seinen Fuß in die oberste Stufe der „Koscherheit“ zu schieben. Was „oberste“ bedeutet habe ich beim Besuch lieber, sehr orthodoxer Freunde im vergangenen Jahr erfahren: was nicht mit „badaz“ gekennzeichnet ist findet in „hoch orthodoxe Kreisen“ keinen müden Blick. „badaz“ ist ein „Akronym“ und wird von einem besonders streng-religiöses Rabbinat verrgeben, Das israelische Müller’s schmeckt außerordentlich fein, hat nur 3% Fett und ist in vier oder fünf verschiedenen Fruchtsorten erhältlich. Kostenpunkt mit umgerechnet 0.85 Cent pro

Becher nicht unbedingt so ganz billig!

Im Hotel Eschel HaSchomron habe ich heute Abend noch die „Villinger“-Gruppe mit Norbert, seiner lieben Frau Uta und Axel, den Organisator der rReise begrüßt – der Pastor meiner Gemeinde hat die geistliche Leitung der Reise und das ist doch auch eine Besonderheit, dass wir und hier in Ariel treffen können. Morgen fahren sie nach weiter nach Jeruschalayim und ich selbst begebe mich in den Norden, zunächst nach Haifa. Es wird eine Zeit dauern, bis ich mich hier wieder melde – bis dahin auch heute: ein herzliches Schalom aus Israel – AhuvaIsrael

11. Mai 2008 / Zwei besondere Treffen an meinem letzten Jerusalemtag

Will, der Freund, den ich bereits erwähnte, begleitete mich heute zu zwei für mich wichtigen Unternehmungen in Jerusalem. Um 9:30h trafen wir in Beit Kerem in einem kleinen Cafe Lea Fleischmann, Schriftstellerin, in Jerusalem. Sie emigrierte 1979 nach Israel mit ihren beiden, damals kleinen, Kindern und hat hier im Land zu den jüdisch-religiösen Wurzeln zurückgefunden. 1974 in Ulm als Tochter von Holcaust-Überlebenden geboren, studierte sie Paedagogik und Psychologie und war für 6 Jahre Studienrätin im hessischen Schuldienst. Als wir uns heute morgen unterhielten fragte ich sie, ob sie damals schon wusste, dass sie schreiben kann, verneinte sie diese Frage. Jedoch in der Umstellung ihres bisherigen Lebens  auf die neuen Lebensumstände in Israel fand sie mehr und mehr zu ihren jüdisch-religiösen Wurzeln zurück. Ihr zweites Buch (das erste „Dies ist nicht meine Land“, das in Deutschland einige Kontroversen auslöste) widmete sie dem „Schabbat“ in welchem sie auf eine sehr eigene und gleichermaßen sehr sensible Weise diesen hohen Feiertag für die nichtjüdische Welt verständlich macht. Alle ihre Bücher sind von einfühlsamer Intensität ins Judentum und vermitteln dem nichtjüdischen Leser eine Fülle von Wissen, dargeboten in einfühlsamer Intensität, angereichert mit selbstironischen, humorvollen, wie auch sehr anrührenden immer zum Nachdenken einladenden Weisheiten. Ihr neues, demnächst erscheinendes Buch führt den nichtjüdischen Leser in die Materie der „koscheren Essens“ ein – ohne dabei ein Rezepte-Buch zu sein.

Lea, Will, Arie und seine kleine Tochter Sivan

Ich bin gewiss, dass ihr Sohn Arie recht hat als er heute Morgen sagte: „Ich habe das Manuskript gelesen, es ist wunderbar.“ Lea Fleischmann wird zu vielen Lesungen nach Deutschland eingeladen – auch aus kirchlichen Kreisen – und somit ist es sicher richtig, wenn gesagt wird, dass ihre Bücher ein wertvoller Beitrag zum christlich-jüdischen und deutsch-israelischen Dialog sind. Sie meinte heute im Gespräch auch, dass sie es nicht verstehen könnte, warum Christen sich so wenig mit den jüdischen Wurzeln ihres Glaubens beschäftigen – „schließlich ist doch das Neue Testament, so wie die Tora selbst, jüdisch und Jesus hat doch die Tora nicht aufgehoben“. Das aus ihrem Mund zu hören, war Balsam für meine Ohren – Will und ich konnten ihr nur beipflichten! Und wieder einmal habe ich wahrgenommen, dass jüdische Menschen sich in „unserem“ N.T. besser auskennen, als wir Christen in unseren jüdischen Wurzeln! Als ich das vor Jahren in einem geistlichen Gespräch sagte, wurde mir das recht übel genommen – doch ist es eine Wahrheit, der grundsätzlich nicht zu widersprechen ist. Ja, und nun liebe Lea Fleischmann, dürfen wir uns (an meinem Wohnort)  darüber freuen, dass Sie mit Ihrem Sohn Arie im September unsere Gäste sein werden.

 

Mit Will ging des dann nach Yad Vashem – dort wollte ich  in der Archiv-Abteilung zwei CD’s und zwei DVD’s mit Infos über unsere KZ-Gedenkstätten und Schüler-Arbeiten sowie  neuere Zeitzeugen-Filme abgeben. Will kam mit, da er vorhat einen Bericht in der Jerusalem Post zu schreiben und Fotos machen wollte. Ja, das war eine große Überraschung im Archiv, denn Valerie konnte gar nichts über das Bisinger Lager finden und war hocherfreut über das was ich ihr vorlegte und bat mich noch weiteres Material zu bringen.

So hatte ich heute in der Tat einen außerordentlich guten, letzten Tag in Jerusalem. Will lud mich noch einem fulminanten Lunch neben der „Jaffa“-Street ein und um 16:30h ging es mit dem Bus zurück nach Ariel – und da nun genug geschrieben ist für heute – sage ich Dank für Ihr/Dein Interesse, meine blogs zu besuchen, Dank für alle Gebet-Begleitung

und ein herzliches Schalom aus Ariel – AhuvaIsrael

Mit dem Bus von Yad Vashem zurue kommend konnte ich sogar noch zwei Aufnahmen von der ungemein interessanten Fussgaenger-Bruecken-Konstruktion im Bereich der Einmuendung der Nr 1 von Tel Aviv in die Jaffostreet machen. Das sieht in Natura wirklch „gigantisch“ aus! Leila Tov – Gute Nacht – AhuvaIsrael

 

Freitag, 09. Mai 2008 – Schabbat Schalom

Heute nur ein kleiner Bericht über ein Treffen mit Will. Er war als Journalist unterwegs mit dem Marsch des Lebens“ der TOS Gemeinde, Tübingen, und heute trafen wir uns hier im „Österreichischen Hospiz“. Er wird mich am Sonntag zum Treffen mit Lea Fleischmann, Schriftstellerin aus Jerusalem (sie verließ Deutschland mit ihren zwei Kindern 1979). Anschließend werden wir zusammen nach Yad Vashem gehen, dort will ich CD’s und DVD’s aus der Arbeit unseres Vereins nebst Zeitzeugenberichten (Film) abgeben. Will hat vor einen Bericht über unsere Arbeit zu schreiben (Jerusalem Post) – wir werden sehen, was daraus wird. Siehe auch Link: „- Mein Freund Will“ mit herrlichen Bildern aus Israel 🙂

Noch etwas Interessantes gibt es zu berichten: Am Mittwoch morgen, 07.05.) beim Frühstück rief eine weibliche Stimme hinter mir meinen Namen, und ich fasse es nicht: es war Damaris, Tochter von den Hauseltern des Werkes ZEDAKAH im Schwarzwald. Erwin, seine beiden Töchter, Schwiegersohn und drei Enkelkinder machen bis morgen Station hier im Haus und fahren morgen in den Norden.

In den „Regenbogen I“ habe ich soeben hochinteressante Berichte als pdf.Datein eingebracht, unter anderem: UN-Schullehrer baute nachts Bomben (Gaza!).

Als Schabbat Gruß zwei Bilder von gestern – von der Kotel – die „rote Gruppe“ sind jüdische Jugenliche aus Panama, die zum Unabhängigkeitstag kamen und an der Kotel die „Hatikwa“ – Israels National-Hymne intonierten – ein weiteres Israel-Nationales-Erlebnis, dass es mir verunmöglicht unser deutsches „Zünde an dein Feuer ……“ zu singen. Von keinem Land der Welt haben wir ein „Kirchenlied“, dass auf die Melodie dessen Nationalhymne gesungen wird! Ausgerechnet Israel muß da mal wieder „herhalten“ – muß dass wirklich sein???

Noch eine innerisraelische Meldung als pdf. Datei: bibelquiz-in-israel-und-neues-uber-ami-ortiz

So viel für heute – eventuell bis Montag – Schabbat Schalom und ein Segensgruß vom Berge Zion – AhuvaIsrael