Reietagebuch 2009 – Abschluß – und ein „ausgefallener“ Flug!

Jetzt, um 8:50h am 02. Mai 2009, sitze ich in der wunderschönen Abflughalle des Ben Gurion Airports. Wie bereits im vergangenen Jahr kann ich hier meinen Abschlussbericht beginnen, den ich dann zu Hause noch vervollständigen werde.

Heute Morgen ging es um 6:30 mit dem Taxi vom Hotel „Gilgal“ in Tel Aviv zum Flughafen und bereits um 07:10h war ich vollständig durch alle Kontrollen durch mit der Bordkarte in der Tasche! – was für eine Geschwindigkeit! 🙂

Soeben habe ich meinen Bericht vom 27. April fertig geschrieben und mit einer Reihe von Bilder bestückt – das Hochladen ging in eben solcher Geschwindigkeit – hier im Airport gibt es doch ganz andere Bedingungen als zu Hause in meinem T-online-System  – ich habe nur so gestaunt!

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Am 30. April bin ich von Jerusalem nach Tel Aviv gekommen und habe die beiden letzten Nächte im Hotel „Gilgal“ geschlafen.

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img_7121josua-59-brunnen2„Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt. Und die Stätte wurde Gilgal genannt bis auf diesen Tag.“ Josua 5,9

So wie ich am 27. März mit Rosel und Isak zum Beginn der Reise den Erew Shabbat hatte, so hatte ich ihn auch hier gestern Abend mit einer ausgezeichneten Andacht in T.A.

Glücklicherweise erfuhr ich gestern noch, dass mein Rückflug nach München mit Sund D’Or gestrichen war. Annie an der Rezeption klärte die Sache für mich und so warte ich nun hier auf meinen Rückflug nach Frankfurt. Leider sind mir dabei die 28,-€ für die Fahrt von München nach Hause verloren gegangen – jedoch ist die Fahrt von Frankfurt weitaus angenehmer, und so habe ich auf den Anschlussflug von F. nach München (kostenlos) verzichtet.

Für heute ein letztes herzliches Schalom aus Israel – Danke an alle Freunde für die Begleitung im Gebet auf meiner Reise – Schabbat Schalom – AhuvaIsrael

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29. April 2009 – der Unabhängigkeitstag in Jerusalem / eine Unterschrift für Gilad Shalit / und eine „mizwa gdola“

IMG_6832"61"-hochBeginnen möchte ich mit dem Eingang in den Unabhängigkeitstag, dem Erew Jom HaAtzmaut, den ich mit vielen Jeruslam’ern in der Jaffo-Street vor dem Rathaus erlebte. Dieser Platz ist mir sehr angenehm, da hier das Musikprogramm folkloristischen Stil hat, und je weiter der Abend IMG_6806Tänzeerinvoranschreitet desto mehr IMG_7552IMG_7534fröhlich getanzt wird. Leider kann ich hier ein besonders nettes Tanzpaar, Vater und Sohn, nur in sehr schlechter Bildqualität vorstellen, es gibt aber sicher einen Eindruck von der Fröhlichkeit wieder.  Die beiden haben mir so gut gefallen, dass ich mir vom Vater die Adresse habe geben lassen – er freut sich riesig , er wird die DVD von mir bekommen. Einen weiteren Vorteil hat dieser Platz am Jom HaAtzmaut – man kann sehr gut das Feuerwerk sehen, dass zu später Stund auf dem Herzl-Berg in Gang gesetzt wird (leider nur auf dem Film!).

IMG_6815AnemonenMit diesem kleinen Anemonen-Bild vom Fuße einer Palme auf dem Rathausplatz verabschiede ich mich aus einem wunderschönen Abend mit wunderbaren Menschen in Jerusalem!

Am Donnerstag machte ich mich dann auf den Weg von meinem Domizil durchs Damaskus Tor über die Jaffo -, BenJehuda und Bezalel Street in Richtung Oberster Gerichtshof – Knesset und Israel-Museum. Was für eine große Überraschung mal wieder, IMG_6830Ben Yehudaeine völlig leere Stadt – wie kann das sein? Nun, das Leben findet an derartigen Tagen in den Parks von Jerusalem statt. IMG_6860m it KInd und Kegel-schief!!IMG_6880Tüten,TütenMit Kind und Kegel, wie es im Volksmund heißt und mit unzähligen Taschen und Tüten geht es zum Picknick ins Grüne. Familien – Zusammenführung per „Cell-Phone“ – IMG_6841Wegweisung bei  phoneund glücklich, wer IMG_6843!!noch ein schönes Plätzchen bei dem AndrangIMG_6883 findet. Der gute Bratenduft ist unwiderstehlich, und ich darf doch tatsächlich etwas aus der großen Schüssel nehmen – und es schmeckt außerordentlich lecker! IMG_6840"" "" HähnchenAuf meine Frage ob ich das Bild in mein Tagebuch im Internet stellen darf, erhalte ich die lachende Antwort: „ken, tov meod – todah rabah we jom tow“ – ja, sehr gut, vielen Dank und einen guten Tag!  IMG_6851früh übt sich!!!„Früh übt sich“ – die  Trimm-dich-Anlage ist vollkommen „ausgebucht“ – solche Sport-Geräte – Parks und – Wege gibt es an Stränden und Parks überall in Israel.

IMG_6854!!Und weiter geht’s durch den Sacher Park, parallel zur Sderot Hanasi Zwi, und die Ruppin Street (in der Karte nicht benannt) Jerusalem-City-map hinauf zur Knesset und zum Israel-Museum. Hier im Bereich des schönen „Kikar“ (PlatzIMG_6870Kikar!!) entdeckte ich auf dem Weg zum Rosengarten im Gebüsch einen großen Stein. Ich zwängte mich durch das Buschwerk und stand plötzlich vor diesem GedenksteinIMG_6867Gedenkstein B und erfahre, dass die Region hier oben „Kiriat (Vorort) David Ben Gurion“ benannt ist, nach dem Gündervater des Staates Israel.

IMG_6913David StadtIm Israel-Museum treffe ich zum dritten Mal auf das wunderschöne Modell  der „David Stadt“.  Das erste Mal  als ich sie sah (1996 – 3000 Jahre Jerusalem), stand sie noch in der Nähe des Hotel „Holyland West“ und ich konnte sie, mit Erlaubnis, in allen Einzelheiten filmen. Im vergangenen Jahr durfte hier nicht fotografiert werden – heute jedoch war es möglich. Gelegentlich werde ich alle Bilder in meinen AhuvaIsrael-Photoblog veröffentlichen. Natürlich darf an dieser Stelle auch nicht ein Bild in einer einmal anderen Sicht  vomIMG_6986Schrein und Wand !! „Schrein des Buches“, der die Jesaja-Rolle enthält, fehlen.

IMG_6995"" ""Vorbei gings am „Kloster des Kreuzes“ (aus dem 11. Jahrhundert – hier soll, der Überlieferung nach der Baum gestanden haben, aus dem das Kreuz Christi gehauen wurde). Das nächste Ziel war das Zelt von Gilad Shalit am oberen Ende Ende der Aza Street, nahe dem „Kikar Auster“. Auf dem Weg dorthin gab es einen Überraschungsbesuch in der Aza Street bei Ehud – vor einigen Jahren habe ich für sein Webmagazin einige Artikel geschrieben. Leider hat er seine interessante Seite seit dem Abzug aus Gaza „stillgelegt“ – „mir fehlt einfach die Kraft zum Weitermachen“ – erzählte er mir.

IMG_7019Zelt-TotaleWandteppich-DetailJa, und dann komme ich gegen 16:30h beim Zelt der Familie Shalit an – es ist rund um die Uhr von Freunden und bekannten der Familie und Galid’s besetzt.

IMG_7011PetitionEine Unterschriftenliste liegt aus – natürlich trage ich mich ein – und sende dazu wieder ein Gebet nach himmelwärts, dass der Ewige doch das Martyrium der Familie Shalit beenden und Gilad aus den Händen der Feinde Israels, der islamistischen Terrororganisation Hamas,  befreien möge!

Übrigens: woher haben Jaffo- und Aza Street wohl ihre Namen? Es ist gar nicht so schwer zu erraten! – Schaut auf der kleinen Karte (oben) mal auf den Richtunsverlauf der Straßen!

Langsam werde ich nun doch etwas müde und hungrig – und strebe der Altstadt und meinem Domizil zu. Durch die Agron Street führt mich der Weg meinem Ziel entgegen. Meinen Augen kaum trauend komme ich am Ende dieser Straße an der IMG_7025The Palace-im BauIMG_7026""-ZoomBau-Fassade des zukünftigen „Palace“ -Hotel vorbei – das sieht doch in der Tat unglaublich aus, oder?

Durch die „Shamma Eliyahu“ geht es weiter zum Jaffa Tor – die IMG_7034 hohe BlumeIMG_7040Dgel und gezwitscherhübsche „Kerze“ erfreut das Auge und vor dem Durchgang des Jaffa Tors  zwischert auf dem Fahnenmast – es klingt wie meine Amsel daheim – ein gefiederter Sänger sein Abendlied.

IMG_7045March of LivingIMG_7047Ethan un FreundinGanz klar – der Weg geht noch einmal durch das Jüdische Viertel. Hier treffe ich Eithan und sein Freundin aus Georgia, die, wie sie mir auf Nachfrage erzählen mit einer 109 köpfigen Hochschulgruppe aus verschiedenen Staaten der USA auf Tour, dem „Marsch des Lebens 2009“ sind. 14 Tage waren sie bereits in Polen und haben den Todesmarsch mitgemacht zum Jom HaShoa. Gerne lassen sich beide für mein Internet-Tagebuch ablichten.

Um 18:30h erreiche ich das Österreichische Hospiz – doch ziemlich froh, endlich die Schuhe ausziehen zu können. 9 Stunden war ich „ba regel“ – zu Fuß – unterwegs, davon eine Stunde Aufenthalt bei Ehud. Als ich am nächsten morgen mit meinem Taxifahrer, der mich zur Egged-Busstation bringt, ins Gespräch komme und ihm von meinem achtstündigen Spaziergang durch Jerusalem erzähle sagt er: „kol hakawod – haija mizwa gdola le Jerushalayim“ – alle Achtung – das war eine große, gute Tat für Jerusalem. Na, das hat mich dann doch ganz heftig gefreut an meinem letzten Morgen in der Stadt  des großen Königs – und abschließend möchte ich sagen,

dass ich  mir auch bei meinem nächsten Jerusalem – Besuch die Stadt zu Fuß erobern möchte – mit GOTTES Hilfe! Schalom bis zum nächsten Mal aus Jerushalayim – AhuvaIsrael


Reisetagebuch 28. April 2009 – “die Brücke” / “das Ärgernis” der Jerusalemer / das Zelt für Gilad

Der Dienstag war angefüllt mit neuen Eindrücken, Begegnungen und dem Eingang am Abend in den “Jom HaAtzmaut” – den 61. Unabhängigkeitstag Israels.

Am Beginn stand der Besuch der Westmauer, deren Vorplatz bereits wieder von allen vorabendlichen Aufbauten befreit war. Bei einem der Soldaten mit weißer Uniform habe ich mich über Farben der verschiedenen Einheiten sachkundig gemacht. bei Feierlichen Anlässen trägt die Navy weiße Uniformen, die Airforce beige Uniformen und die Infanterie Uniformen in grün (eher Kaki!). img_6693navy1Um 11:00h heulten für 2 Minuten die Sirenen im ganzen Land und wiederum kam es allen Straßen und Plätzen zu völligem Stillstand – so auch auf dem Vorplatz an der Kotel (West- Klagemauer). Wie beim Jom HaShoa vermittelt dieses Miterleben, wenn man weiß worum es dabei geht, ein tiefes Mitfühlen – zumal ich doch am Tag vorher auf dem Militärfriedhof war und dort die vor dem geistigen Auge die vielen Mütter und Väter neben den Gräbern ihrer verlorenen Lieben hatte und auch “meine Familie” in Tel Aviv darin mit eingeschlossen wusste.

Der anschließende Weg führte mich an den Ausgrabungen auf dem Vorplatz vorbei und ich konnte mit Erstaunen wahrnehmen, was sich dort nach einem Jahr bereits alles zeigteimg_6705ausgrabungen1.

Dann gng es mit dem Bus zum Zentralbusbahnhof am Eingang zur Jaffo Street, denn unbedingt wollte ich doch über die viel umstrittene Brücke gehen, über die zu einem “niemand weiß wann Zeitpunkt” Straßenbahnen fahren sollen. Ja, das ist eine Thema zu dem man Jerusalemer nicht fragt, denn tut man es, entlädt sich der ganze Zorn bei Fußgängern, Taxifahrern und Gechäftsleuten und überhaupt offensichtlich allen Einwohnern über dieses “hirnrissige Unternehmen” (nicht meine Worte!), das noch unter Olmerts Regie, sein großes Anliegen, auf den Weg gebracht wurde.

Alle Straßen sind beinahe unpassierbar geworden, in der Jaffostreet sihr man viele geschlossene Geschäfte, weil die Kundschaft ausbleibt. Busse mußten ihre Stationen verlegen, sodass ein gutes Ankonmmen am gewünschten Ziel wie vorher auf vielen Strecken nicht möglich ist. Taxis müssen zwangsläufig Umwege in Kauf nehmen. Dazu gesellt sich eine totale Kostenexplosion – niemand weiß, wie sie bewältigt werden kann und die Bauzeit ist um Jahre nach hinten verschoben. Fertige Abschnitte enden im Nichts – man sieht kaum wirkliche Arbeitsintensität. Nun aber zunächst zwei Bilder von “der Brücke”img_6728

img_6747bruckeAm Nachmittag war ich bei einer Rabbinerfamilie eingeladen – ich hatte von einem Freund die Telefonnummer mitbekommen und Telefongrüße bestellt. Dass ich Gast bei ihnen sein würde war nicht geplant aber eine neue wunderbare Begegnung, die bei diesem einem Besuch nicht bleiben wird. Das erste Wiedersehen wird es im August in Denkenkdorf zur “Tora-Lern-Woche” geben.

Hanna brachte mich mit dem Auto zum Damaskustor und auf dem Weg dorthin zeigte sie mir das Zelt der Familie Shalit, die in der Zwischenzeit aber wieder zu Hause wohntimg_6773zelt-von-gilad. 1037 Tage in der Hand der Terror-Organisation Hamas ist Gilad am 27. April 2009 – wie können Eltern dieses Martyrium ihres Sohnes tragen – im Nichtwissen wie es ihrem Sohn geht, ob er noch am Leben ist – wann er nach Hause kommen wird?

An dieser Stelle möchte ich den Bericht vom Tag des 27. 04. 2009 beenden und sage ein leicht verhaltenes Schalom aus Jerusalem – AhuvaIsrael

Reisetagebuch 27. April 2009 – Erew Ha Siccaron – Eingang in den Gefallenen-Gedenktag

img_6678totaleHeute Abend, Montag 27. April 2009, besuchte ich an der Kotel (Westmauer) die Zeremonie zum Gefallenen-Gedenktag. An diesem Abend und dem darauf folgenden Tag wird der 22.570 gefallenen Soldaten und Terroropfer gedacht. Das nebenstehende Bild lässt zwar etwas an Schärfe wünschen – gibt aber doch einen Eindruck des Geschehens wieder. Noch immer bin ich ganz eingenommen von dieser intensiven dreiviertel Stunde – diesmal habe ich gefilmt und konnte so doch das besonders beeindruckende gesungene Kaddisch – Trauergebet – und die „Hatikwa“ – die Nationalhymne aufnehmen.Staatspräsident Shimon Peres und Generalstabschef Ashkenasi waren begannen mit den Ansprachen vor hunderten Familien der Gefallenen und durch Terror Ermordeten.

Morgen, am Dienstag, werden auf den Militärfriedhöfen Gedenkfeiern abgehalten und Kränze niedergelegt werden. Über die Vorbereitungen dazu will ich nach Möglichkeit Morgen berichten.

flammeMit dem Bild der Wache verabschiede ich mich vorübergehend mit Worten, mit denen  ich heute vielen Soldaten, überall auf meinem Weg durch Jerusalem, einen Gruß sagte: Wache  „HaShem jewareich we jischmreich ät Zahal we ät am Israel“ – der Ewige segnet und behütet die Zahal (israelisches Militär) und das Volk Israel -. Die Antwort war nicht nur beim ersten Mal vor dem Eingang zum Österreichischen Hospiz ein „Amen – Baruch HaShem“  und stets ein „toda raba lach“  – vielen Dank Dir – sowie ausgesprochen strahlende Gesichter der jungen Söhne und Töchter Israels!

Leila tow – gut’s Nächtle mit herzlichem Schalom aus Jerusalem – AhuvaIsrael

Reisetagebuch vom 27. April 2009 – Im Archiv von Yad Vashem / ein Gang über den Militärfriedhof auf dem Herz-Berg und ein Besuch bei der Autorin Lea Fleischmann

Wie bereits im vergangenen Frühjahr sollten auch heute, am Montag 27. April, digitalisierte Informationen und ein Film von Besuchen Holocaust-Überlebender in unserer Gedenkstätte in Yad Vashemimg_6561yad-vashem abgegeben werden. Im Archiv übernahm Micha meine „Mitbringsel“, die nun unter entsprechender „item“- Nummer, unsere Gedenkstätte und den Verein betreffend, in der Datenbank Yad Vashems gespeichert sind. Für mich ein wichtiger Beitrag für unsere Gedenkstättenarbeit.

Da Yad Vashem in unmittelbarer Nähe des Militär-Friedhofs von Jerusalem liegt war ich entschlossen, dort am Vortrag zum Gefallenen-Gedenktag, für eine Zeit  der stillen Gedanken an die gefallenen Sähne und Töchter Israels, insbesondere auch an den Sohn meiner Freunde in Tal Aviv, Niv, zu geben. Auf dem Friedhof waren die Vorbereitungen für diesen wichtigen Tag für Israel in vollem Gange. Kindergarten -und Schulkinder hatten bereits kleine Israel-Flaggen mit Trauerflor und einem Blumenstrauß auf jedes der tausenden Gräber gelegt. Soldaten hatten in kleinen Lichthäuschen eine Erinnerungskerze angezündet und neben jedes Grab einen Hocker für die Angehörigen gestellt.img_6588-2-sohne Auf diesem Bild hat eine Familie gleich beide Söhne verloren!

Ich erinnerte mich, wie wir bei einem Besuch zur 50 Jahrfeier des Staates Israel mit der Gruppe vor diesem Bassin mit den Namen von Marinesoldaten standen –img_6578navy ihre Namen sind am Rand des Beckens nachzulesen – die meisten von ihnen, wie überhaupt auch uf den Gräbern unter 25 Jahre alt!

Damals haben wir als deutsche Gruppe (um 130 Personen mit Ludwig Schneider, Jerusalem, auf Tour)  Kränze dort abgelegt. Auf dem weitere Weg über diesen traurigen Ort entdeckte ich ein ein Monument, einem „_Boot gleich und in der Tat, es war eine Gedenkstätte für die „Dakar Z 77“, img_6595dakar-z-77die 1968 im Mittelmeer psalmuntergegangen ist. Ich habe darüber in meinem Besuch des Marinemuseums in Haifa geschrieben. Es gibt daneben einen Gang hinein in diese Gedenkstätte mit den  69 Namen der dabei Umgekommenen Soldaten.img_6615-69-namenAuch hier 3/4 unter 25 und, offensichtlich der Kommadeur, mit 37 Jahren.

Als ich nach 1 1/2 Stunden diese Stätte verlassen wollte, kam ich an einem kleinen Platz vorbei, an dem eine etwa 60jährige Dame kleine, weiß-blau Sträußchen verkaufte. Wir kamen ins Gespräch, es war eine Mutter die ihren Sohn für die Verteidigung des Landes hergeben musste – sie schenkte mir ein solch kleines Gebinde. Schnustracks ging ich zur ersten Gräberreihe zurück – und stand sogleich vor einem Grab „Ben 20“ – d.h. Sohn 20 Jahre  so alt wie Niv, als er im August 2000 durch „friendly fire“ – einem Kameraden aus den eigenen Reihen – ausversehen erschossen wurde. img_6632gednaken-an-nivDieser Platz erschien mir als richtig, den kleinen Strauß im Gedenken auch an Niv zu platzieren.

Weiter ging es auf den Herzl-Berg  auf dem Theodor Herzl seine große Gedenkstelle hat, aber auch Golda Meir und Yitzhak Rabin beerdigt sind. Hier waren die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten am Vorabend zum Jom HaAtzmaut, dem Eingang in den 61. Jahrestag der Unabhängigkeit Israels im Gange. Es ist erstaunlich, wie der Tag der nationalen Trauer unmittelbar in den Tag der Nationalen Freude übergeht. img_6645welcomeHier an diesem Platz werden nur Gäste mit Eintritts-Ticket eingelassen, während es dann an vielen Plätzen in Jerusalem kleine Bühnen für verschiedene Veranstaltungen gibt. Es war ein Glücksfall, dass ich doch noch einen Blick in die Arena mit der riesigen Bühne werfen konnte.img_6647arena

Den vorläufigen Abschluss dieses Rundgangs fand im Besuch der Autorin Lea Fleischmann statt. Im vergangenen September war sie bei und zu einer Lesung und heute hatte ich das große Vorrecht von ihr als „erste“ Zuhörerin der Lesung eines Kapitels aus ihrem neuesten Buch „Heiliges Essen“, das im September 2009 erscheinen wird,  lauschen zu können. img_6667lea-liest-mir-vorLea, mit Dir auf Deinem Balkon zu sitzen und Dir zu zu hören – das war wunderbar, und ich freue mich schon jetzt auf Dein neues Werk in dem Du auf so wunderbare as Judentum den Nichtjuden nahe bringst! – Vielen Dank dafür und „behazlachah“! – viel Erfolg!

Ja, und wie es dann heute Abend an der Westmauer, Kotel, bei den Feierlichkeiten zum Eingang in den Gefallenen-Gedenktag war in einem neuen Bericht.

Auf bald wieder – mit besten Grüßen und Schalom – AhuvaIsrael

Reisebericht vom 23.-25. April 2009 – zu Besuch bei Selda und Shalom in Haifa

Soeben, am Mozze Schabbat, dem 24. April habe ich hier in Haifa meine „Siebensachen“ zusammen gepackt, denn Morgen geht es weiter für viereinhalb Tage  nach Jerusalem.

Am Donnerstag, 23. April ging’s vom Golan nach Haifa. Dwora, die Liebe, hat mich nach img_6343tveriah-busbahnhofTiberias gefahren, da morgens kein passender Bus, weder vom Moshaw noch von Qasrin in die gewünschte Richtung fuhr. Lediglich in Haifa selbst war ein Umsteigen notwendig um zu Selda und Shalom hinauf auf den Berg neben den Bahai-Anlagen zu kommen. Auch diese Fahrt verlief reibungslos, vorbei am img_6345taborBerg Tabor, dem Berg der Seligpreisungen, und ein Foto aus dem Bus kann nur sehr vage die landschaftliche Besonderheit dieses Ortes wiedergeben.

Welch ein Timing: Shalom kam mir in der „Bracha Chabes“ entgegen – er hatte geahnt, dass ich auf dem Weg sein müsste und es gab eine erste feste Umarmung in großer Freude über das Wiedersehen. Nicht weniger freudig fiel die Begrüßung durch Selda aus – und wie stets in ihrer beider „Haus“: ich war sogleich wieder einmal „Zuhause“ angekommen.Wie herrlich der Ausblick auf Haifa, den Hafen und bei guter Sicht auf den Golan. Am Abend gelang mir ein stimmungsvolles Bild,img_6359haifa-abendhimmel dass ich nun für die nächste Zeit als Hintergrundbild meines Laptops sehe

Viel zu kurz war das diesjährige Zusammensein und doch habe ich wieder eine neue Geschichte aus dem Leben von Shalom erfahren. Er hatte uns berichtet, dass er Ende Januar mit einem Ingenieur zusammen aus Buchenwald bei uns in B. angekommen war. Max war etwa 25 bis 30 Jahre älter als Shalom und Shalom erzählte mir gestern, dass dieses Max für ihn wie ein Vater war. Shalom hat ja dann später, ohne je eine Ausbildung gemacht zu haben als Elektriker gearbeitet und in einem bestimmten Elektrogeschäft in Haifa seine notwendigen Gerätschaften eingekauft. Dort hat er über seinen langen Leidensweg erzählt und darüber, dass er zuletzt mit einem Ingenieur namens Max von Buchenwald nach B. gekommen war, um dort die noch notwendigen elektrischen Arbeiten zur Inbetriebnahme der Manufaktur zur Ölgewinnung aus Ölschiefer zu erledigen. Ja, und über den Inhaber dieses Geschäftes kam es dann – welch ein Wunder – dass Shalom und Max sich 1992 in Haifa wieder trafen. Max war nach Südamerika emigriert und hatte Familie in Israel die er besuchte zu der auch  und schließlich wanderte er dann in Israel ein. Nach der Befreiung in Staltach im Mai 1945 durch die Amerikaner, hatten sich ihre Wege getrennt. Das Wiedersehen nach all den Jahren in Israel war für beide mehr als ein großes Wunder. Und wieder nannte Max Shalom „seinen Sohn“, der ihm in Bisingen das Leben gerettet hat, denn ohne Shaloms handwerkliche Tätigkeiten in  Bisingen wäre er, Max „nichts“ gewesen, da er schon damals nicht in der Lage war auf die Masten zu klettern um seine zu Papier gebrachten Pläne zu realisieren. Es gab einige wiederkehrende Treffen, bis Max dann zwei Jahre später seinem Krebsleiden erlag.

Der Freitag galt dem allwöchentlichen Treffen mit Freunden in einem riesigen „Kenion“ (Einkaufszentrum),img_6370baustelle-tunnel und ich konnte die riesige Baustelle betrachten, die verschiedene Regionen Haifas durch Tunnel verbinden und somit das katastrophale Verkehrschaos entflechten soll. Der übrige Tag galt dem Ausruhen und eben dem vorangegangenen Gespräch mit Shalom – der noch vieles andere zu berichten wusste.

img_6410anglerschiefutaAm Schabbat-Morgen nahm ich am wöchentlichen Spaziergang der beiden Teil – am Meer entlang mit israelischer Musik und Tanz ab 11:00h

Klar das ich da nicht sitzen bleiben konnte! img_6438tanzWas auf dem Bild gut erkennbar ist: der Platz ist in verschiedenen Farben kreisförmig angelegt – daher gibt es keine Zusammenstöße – Jung und Alt, weiblich und männlich bewegen sich geordnet – und alle kennen die Schrittfolgen zu den verschiedenen Musiken – das ist eine ganz wunderbare Einrichtung – ich habe es sehr genossen“ dabei zu sein!

Am Shabbat Nachmittag wurden Selda und Shalom zu einer Bar Mitzwa-Feier abgeholt und ich hatte Zeit die beiden berichte vom Golan und von Haifa aufzuschreiben, damit sie hier heute im „Austrian-Hospitz“ in Jerusalems Altstadt in den Blog gebracht werden können.

img_6367-urkunde-vater-von-shalom1Zum Abschluss möchte ich noch etwas zu nebenstehenden Bild sagen: Yitzhak, Shaloms Schwiergersohn, entdeckte diese Urkunde im vergangenen Frühjahr im Yad Mordechai, südlich von Ashdod. Dieser Kibbuz trägt den Namen von Mordechai Anielewicz, dem Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto im Frühjahr 1942. Der Kibbuz wurde 1993 gegründet und spielte im Unabhängigkeitskrieg eine wichtige Rolle. Der mutigen 5 Tage andauernden Verteidigung der Kibbuzbewohner gegen ein starkes ägyptisches Bataillon war es zu verdanken, dass die Ägypter nicht nach Tel Aviv vordringen konnten.

Nun, diese Urkunde ist dem Vater von Shalom, Jakov Stamberg, gewidmet, welcher der Hausmeister der Mila 18 im Warschauer Ghetto war. Die Namen der gesamten Familie Stamberg, Vater, Mutter und die 5 Kinder sind genannt – Shalom ist der einzige Überlebende. Diese Urkunde ist für Shalom neben vielen anderen Auszeichnungen von namhaften israelischen Institutionen  die er in den letzten Jahren erhalten hat ein ganz besonderes Geschenk.

Ja, und heute Morgen hieß es nun schon wieder Abschied nehmen. Stambergs brachten mich zum Busbahnhof „Hof Carmel“. Um 12:30h traf ich in Jerusalem ein – alles andere dann im nächsten Bericht.

img_6461panorama-hafenimg_6466hafen-kiriotMit diesen Bildern aus Shalom Fenster heute morgen grüßt mit einem herzliches Schalom aus Jerusalem mit Segenswünschen vom Berg Zion AhuvaIsrael

Reisetagebuch vom 21. – 23. April 2009 – von Tirat Zwi auf den Golan

Die Reise von Ariel nach Ramat HaGolan zu Dvora Magnes hatte es zeitmäßig „in sich“ mit 7 Stunden und 15 Minuten. Von Ariel mit dem Bus nach Tel Aviv – von dort weiter nach Tiberias und mit einer Stunde Aufenthalt ohne erneutes Umsteigen bis ins Moshaw Keshet, wo Dwora (94 Jahre alt) seit etwa 8 Jahren mit 2. Wohnsitz Zuhause ist. Im vergangenen Jahr habe ich darüber im Reisetagebuch berichtet. Worüber ich höchst erstaunt war, war das Erlebnis von außerordentlicher Pünktlichkeit alle Busse – Zu spät Kommende haben da in der Tat das Nachsehen, allerdings auf den großen Strecken nicht allzu lange Wartezeiten bis zur nächsten Abfahrt. Von Tiberias nach Keshet fährt nur zweimal täglich der Bus. Dank Internet konnte ich die Anschlüsse so zusammenlegen, sodass alles – Baruch HaShem – Gelobt sei der Ewige – hervorragend klappte ☺

img_6146lupineMit Dwora zusammen zu sein, ist jedes Mal ein großes Erlebnis. Nichts ist ihr zu schwer, um ihren Besuchern den Aufenthalt zu einem unvergessliches Erlebnis werden zu lassen. So auch dieses Mal. Am frühen Abend wanderte ich auf den Hügel hinter ihrem Häuschen – das Hermon Gebirge blieb hinter einer starken Dunstschicht im Verborgenen – beim Blick hinunter auf den Moshaw präsentierte img_6148keshet-synagogesich unübersehbar die neue Synagoge und ich konnte für eine halbe Stunde in herrlicher Abendluft mit sanfter Brise auf einer Bank die herrliche Ruhe genießen und den vorangegangenen Abend nochmals reflektieren. „Was möchtest Du diesmal sehen“ war Dworas Frage beim Abendessen und mir vielen die Wasserfälle in der Region von Gamla ein. So war schnell die Planung für den nächsten Tag fertig – bis es dann doch anders kam!

img_6229hermonAm Mittwoch Morgen zeigte sich der „Hermon“ – und schnell wurde das Programm geändert; Dwora fuhr mit mir in seine Richtung und an ihm entlang – es war einfach „Spitze“ – zumal auch immer wieder an besonderen Plätzen die Geschichte des 6-Tage- und Jom-Kippur-Krieges nachzuvollziehen ist. img_6185denkmalÜberall an solchen Orten können die entsprechenden Geschehnisse in Hebräisch und Englisch per Knopfdruck angehört werden. Es bleibt immer wieder neu das große Staunen darüber, wie die doch kleine israelische Streitmacht die syrischen Angreifer überwinden konnte – auch wenn natürlich die Anzahl der Namen getöteter israelischer Soldaten keine Geringe ist!

img_6263aduvdeva-rrestaurantimg_6265-restau-innenkirschenDas kleine drusische Restaurant „Duvdevan“ (Kirsche) hat seinen Namen von der dazugehörenden Kirschenplantage. Für Gruppen – und Alleinreisende ein besonderer Tip – es ist sehr sauber mit guter Küche – allerdings nicht koscher! Fünf Stunden waren wir unterwegs.

Zum Abschluss ging es noch zu einer Bekannten von Dwora, um für mich dort ein Geschenk abzuholen: eine besondere Creme aus Honig und „Propolim“-Tropfen! img_6310etrogknospeDort habe ich zum allerersten Mal einen „Etrog“-baum gesehen, der zu gleicher Zeit Knospen, Blüten und Früchte trug! Viel zu schnell ging die Zeit mit Dwora vorüber.

Am Eingang zu Dworas Wohnbereich ist dieses kleine img_6324-garten-der-7-fruchte-breitSchild platziert mit der Aufschrift: „Garten der sieben Früchte“ – damit sind natürlich die sieben biblischen Früchte gemeint!

Meine liebe Dwora – dem Ewigen sei Dank, dass es Dich gibt – Sein Segen sei über Deinem Haus und allen Deinen Wegen – AhuvaIsrael