Reisetagebuch Israel 25.-28. April 2010 – letzte Besuchstation Haifa

Ja, das hat nun doch alles etwas länger gedauert – heute gibt es jedoch nun endlich den Abschluss meiner fünf-wöchigen Israel-Reise. Durchaus nicht selbstverständlich hatte ich das große Privileg am Sonntag, 25. April 2010 mit Ruthi von Tirat Zwi nach Haifa mit dem Auto mitgenommen zu werden – welch ein Geschenk! Nur das letzte kleine Ende ging es dann noch mit Bus über ein paar Stationen, wie gut wenn man sich auskennt! –  hinauf auf den Carmel zu Selda und Shalom. Die Begrüßung war wie jedesmal auch diesmal wieder mehr als herzlich.

Am Montag war ich mit meiner Freundin Dina, Kiriat Chaim, verabredet. Sie holte mich ab und zusammen ging es in den riesigen Einkaufs-Kenyion, in dessen unmittelbarer Nähe der Carmel-Tunnel gebaut wird. Berewits im vergangenen Jahr hatte mich das sich daraus ergießende noch unfertige „Straßengewirr“ fasziniert – jedoch was sich jetzt dem Betrachter-Auge bot war in der Tat mehr als unbegreiflich, außergewöhnlich, sensationell! – anderes kann es nicht beschrieben werden! Ist der „Eingang“ in den Tunnel vom Norden herkommend weniger „auffällig“, so sieht das an seinem „Ausgang“ in alle Richtungen verlaufend, einfach „spektakulär“aus.

Hier ein kleiner Einblick in das fantastische Baugeschehen. Auf dem unteren Bild ist direkt in der Mitte der Tunnelaus-bzw. eingang. Baubeginn war Anfang 2007 – 2011 soll der Abschluss sein. Der Kenyoin liegt direkt am Geschehen – der Besitzer entschloss sich dazu, die Gebäudewand mit vorher winzigen  Fenster derart zu verändern, dass er die Wand zum Tunnel heraus hauen und riesige Fensterfronten einbauen ließ.

So ist es nun möglich dem Baugeschehen bei einer Tasse Kaffee oder einem guten Imbiss zu zusehen – und für meine liebe Freundin Dina, eine Brückenkonstrukteurin, ist es eine besondere Freude, von Anbeginn dieses Mammutprojekts dem Fortgang der Bautätigkeiten auf sehr gemütliche Art und Weise zuschauen zu können. Wie hoch und nahe wir über dem „Abgrund“ sitzen wird auf den nächsten beiden Bildern ein wenig sichtbar – ein Bauarbeiter genießt seine Mittagspause angepasst an seine Arbeitstätte – jedoch offensichtlich nicht unbedingt „nur ungemütlich“ – nach dem wir ihn doch etwa 15 Minuten so beobachten konnten:

Es war ein schöner Tag mit Dina und wir freuen uns schon auf das Wiedersehen, auch wenn es über einen Termin zu dieser Zeit noch keine Pläne gibt. Danke mein Liebe für alle Deine Zuwendung für mich zu Beginn und nun auch zum Abschluss meines Israel-Aufenthaltes!

Es geht noch weiter – bitte etwas Geduld

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Reisetagebuch Israel – 21.-23. April 2010 Tel Aviv + das Ben Gurion Haus

Vom Mittwoch Nachmittag, 21. bis Freitag Vormittag 23. Mai stand ein nicht geplanter Aufenthalt in Tel Aviv auf dem Programm. Ein Schoa-Überlebender des „Unternehmens Wüste“ auf der Schwäbischen Alb (08/1944 – 04/1945 – Ölschieferabbau zur Treibstoffgewinnung für die Kriegsmaschinerie des Nazi-Regimes) hatte sich auf einen Artikel von mir, der im Dezember 2009 in der deutschsprachigen Wochenzeitung „Chadashot Israel – Israel Nachrichten“ veröffentlicht wurde, bei der Redaktion gemeldet um mit mir Kontakt aufzunehmen. Es war alles ein wenig kompliziert mit der Findung eines endgültigen Termins – aber letztendlich hat es dann doch stattgefunden in dem kleinen

Hotel Ami in Tel Aviv

Hotel „Ami“ auf der „HaYarkon“ Street in T.A.

Für zwei Stunden waren wir zusammen – das Gespräch verlief für ihn, seine Tochter und mich sehr emotionell – immer wieder bahnten sich bei uns drein Tränen ihren Weg über seine Erinnerungen, obwohl sie nicht wirklich ausgesprochen werden konnten: „Ich trage sie mit mir – ich kann nicht darüber sprechen“!

Vor dem Treffen am Donnerstag Nachmittag hatte ich genügend Zeit mir Tel Aviv ein wenig „per Pedes“ zu erobern – das ist ja irgendwie immer so bei mir, dass ich in Israel gerne auf Schusters Rappen unterwegs bin, wenn es darum geht seine Städte kennen zu lernen. Das kleine Hotel, liegt zwar nicht direkt an der Strandpromenade – aber wenn man Glück hat hat mein Zimmer mit Ausblicks auf’s Meer, da es gerade in einer Lücke zwischen zwei großen „Palaces’s“ liegt. Mein jüdisches Reisebüro in Stuttgart hatte für mich die Unterkunft arrangiert – keine Luxusklasse – aber dafür: 48,-Euro/per Übernachtung mit Frühstück. Die jungen Leute die es „betreiben“ sind ungemein freundlich und haben ausgesprochen gute Tipps für allerlei gute Gaumenfreuden und historische Stätten. So sollen im Folgenden ein paar Bilder davon erzählen und es beginnt mit einem herrlichen Abendessen am 21. 04. im Restaurant: HaSdera 34 – „Die Straße Nummer 34 (liegt an der „Sderot Ben Gurion“-Bild etwas unscharf). Hier habe ich für 52 Schekel (etwa 11 Euro – einschließlich Vorspeise und einem Glas Cabernet Sauvignon) wahrlich königlich gespeist. Es ist wohl ein „Geheimtip“, denn die Küche ist wirklich gut (auch am Donnerstag Abend war’s köstlich) – das Lokal proppevoll und die jungen Angestellten eine wahre Freude an Liebenswürdigkeit! Das war mal ein ganz neue Erfahrung israelischen Erlebens! Auf dem Weg zurück ins Hotel genehmigte ich mir noch einen frischgepressten roten Eschkoliot-(Pampelmusen-)Saft – einfach „himmlisch“ 🙂

Am Donnerstag Morgen dann der 3-stündige Spaziergang – zunächst in Richtung Redaktion der „Chadashot Israel“ in er HaNegev Street. Nun hatte ich genügend Zeit, die „alten“ und zum Teil bereits auch renovierten Häuser im Bauhausstil zu bestaunen – Tel Aviv ist auf Grund dieser Bauweise aus den 30ziger Jahren bekannt als „die weiße Stadt am Meer“.

In der „HaNegev Nummer 5“ angekommen muß ich feststelen, das die „Israel Nachrichten“-Redaktion  nicht mehr hier „ZuHause“ ist. Meine Telefon Nummer ist offensichtlich auch veraltet und so ziehe ich nach unverrichteter Dinge wieder den Rückzug an. An der Rothshildt-Boulevard-Kreuzung angekommen erinnerte ich mich, dass hier die „Indipendence-Hall“ steht, in der David Ben Guruin am 5. des Monats Ijar 5708 (damals war es der 14. Mai 1948) den Staat Israel proklamiert hat. Vor 10 Jahren war ich hier zum ersten Mal und da der 62, Geburtstag Israels erst wenige Tage zurück liegt bietet es sich geradezu an, dort noch einmal „vorbei“ zu schauen. Die Eingangshalle (Jeremia 31, 8 „Siehe ich will sie aus dem Lande des Nordens bringen und will sie sammeln von den Enden der Erde…“) und der Saal der Proklamation scheinen mir unverändert – doch heute geben sich die Schulklassen im wahrsten Sinne des Wortes „die Türklinke in die Hand“!

Was war das damals für ein Tag – es war ein Freitag und noch vor Beginn des Schabbats mußte die Proklamation vollzogen sein. Die Versammlung war vollständig, allein der der Volkssekretär, Zeef Sharef, der die handschriftliche, wie eine Thora auf Pergament geschriebene Unabhängigkeitserklärung bringen sollte, fehlte noch! Er kam sozusagen auf den „letzten Drücker“ vor Ort an – auf einem Fahrrad, eine Reifenpanne hatte seine Ankunft verzögert! Nach Beginn des Schabbats wäre die Proklamation nicht mehr möglich gewesen – die religiösen Juden hätten den Staat nicht anerkannt und um Mitternacht lief das britische Mandat aus! Die Spannung unter den 350 geladenen Vertretern des Volkes muss unerträglich gewesen sein. Keine rechtzeitige Proklamation – kein Statt Israel! Die ganze Zeremonie dauerte – nach beinahe 2000 Jahren Wartezeit – genau 32 Minuten und erinnert uns an das Wort aus Jesaja 66,8: „Wer hat solches je gehört? Wer hat solches je gesehen? Ward ein Land an einem Tag geboren? Ist ein Volk auf einmal zur Welt gekommen? Kaum in den Wehen, hat Zion schon ihre Kinder geboren.“

Und David Ben Gurion sagte an diesem Tag: „Wenn die Zeit erfüllt ist, kann GOTT nichts widerstehen!“ All diese Dinge gingen mir durch den Kopf als ich hier stand – am damaligen Ort des Geschehens und die Erfüllung des geschriebenen, prophetischen Wortes in der Tora und den Propheten ließen mich wieder ganz neu staunen über die Treue des GOTTES Israels!

Das Haus selbst hat sich in seinen weiteren Räumen seit 2000 ungemein verändert – es enthält eine Art-Museum (Israel-Geschichte) und ist als Bibel-Museum bekannt. Mit dieser besonderen Architektur an einem Hochhaus und ein paar Bildern aus dem „Ben Gurion-Haus“ (ein Mitarbeiter des Hotels hatte mir in einem längeren Gespräch gesagt, dass ich es unbedingt anschauen müsste) ging es dann am Freitag Mittag mit dem Bus nach Beth She’an, um in Tirat Zwi eine liebe Freundin zu besuchen.

Die Bilder in Reihenfolge:
Ben Gurion Haus / Eßzimmer / Sicherheitsraum (dieser Raum diente Ben Gurion während des Sinai-Feldzugs und dem 6-Tage-Krieg. Als er während des Sinai-Feldzuges krank war hielt Ben Gurion von seinem Bett den Kontakt mit dem Generalstab) / Blick zur Küche / Ben Gurion und Konrad Adenauer 1964  /  
Ben Gurion Büro (hinter Sicherheitsglas) / Wohnzimmer und Bibliothek (eines davon!)

Die Veröffentlichung der Fotos ist von einer Mitarbeiterin im David Ben Gurion Haus genehmigt. Die Adresse: Ben Gurion Blvd. 17 – ein Besuch wird unbedingt empfohlen!!! – es ist ein wahres Kleinod – liebevoll gepflegt und die Geschichte des Beginns des Staates Israel an Hand vielen Bild- und Textmaterials erzählend!

Noch einmal ein Blick auf das Meer – ich habe das Foto „Gegenläufe“ genannt, da hier nicht nur die Muster der Steine sondern auch die Wellen gegeneinander laufen – in „natura“ ein herrliches Bild. Und im letzten Eintrag im Reisetagebuch gibt s dann noch ein paar Eindrück von Tirat Zvi und Bilder vom eindrucksvollen „Straßengewirr“, dass der Neubau des „Carmeltunnels“ zu bieten hat.

Bis dahin mit lieben Grüßen und Shalom AhuvaIsrael


Reisetagebuch Israel April 2010 – Jom HaSiccaron und Jom HaAtzmaut

Am 19. und 20. April zelebrierte Israel den Gefallenen-Gedenktag und seinen 62. Geburtstag der Proklamation des Staates Israel. An beiden Tagen war ich  noch in Ariel und nahm am Erew Jom HaSiccaron  mit einer sehr großen Anzahl Arieler an den Feierlichkeiten zum Gedenken an die  22.682 gefallenen Soldaten und Polizisten wie auch die Opfer der Terroranschläge seit 1860 teil. Ein Fernsehkanal zeigte die Namen der Opfer am Vorabend und am Gedenktag selbst. Für Niv Jacobi, den Sohn von Freunden in Tel Aviv hatte ich bei Sylvia ein Gedenklicht angezündet.

Wie in jedem Jahr und überall im Land begann auch diese Gedenkfeier pünktlich um 20:00h m it dem Einsetzen der Sirenen für eine Minute. Ganz besonders bewegend war für mich hier in Ariel der Kaddisch (totengebet) des Militär-Rabbiners! Das ging offensichtlich nicht nur mir sondern allen Anwesenden im wahrsten Sinne de3s Worteds unter die Haut und viele Tränen wurden geweint. Seine Stimme schien zum Himmel hinauf zu schreien – und im nächsten Moment in tiefer Trauer versunken, beinahe unhörbar, in tiefer Verzweiflung zu verharren. Noch jetzt, wenn ich daran denke bekomme ich in der Wärme des Tages eine Gänsehaut. Das Gedenken endete mit dem Entzünden eines Feuers, welches das Wort „jiscor“ – Erinnerung/Gedenken –  bildet und mit der Hatikwa, der Nationalhymne Israel. Noch lange danach blieben Gruppen miteinander im Gespräch beieinander. Die Bildermögen einen kleinen Eindruck über diesen Abend geben.

Im Einkaufsbereich von Ariel war ein Zelt aufgestellt – dort traf ich Menachem Gilbao, Eigentümer des Hotel Eshel Hashomron.  Er erzählte einer kleinen Gruppe von jungen Leuten von dem Selbstmordbomber, den er am 27. Oktober 2002 vor dem Hotel an der Tankstelle überwältigen konnte. Er erhielt dafür die höchste Auszeichnung des Staates Israel.

Vom Tag der Trauer ging es am Abend geht es jeweils am Abend unmittelbar in den Tag der Freude über – in diesem Jahr jährt sich zum 62. Mal die Proklamation des David Ben Gurion! Mit Sylvia sah ich mir die Übertragung vom Herzl-Berg in Jerushalayim an – die Reden und Rahmen-Darbietungen waren sehr beeindruckend. Soviel hebräisch konnte ich verstehen: Jerushalayim wird für Israel keine Frage der Teilung sein!  Ein Chor sang den „Chor der Gefangenen“ aus Nabucco – siehe Bild – und das etwas „kunterbunte“ Bild zeigt zu mindest (Zufallstreffer!) unten links die „62“!

Soldatinnen und Soldaten bildeten mit Fahnen immer wieder neue Bilder aus dem Leben und der Geschichte Israel. Am Schluß war das Bild The3odor Herzls zu sehen, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr in Israel gefeiert wird. Leider war ich ewas zu spät dran mit meinem Fotoapparat – das Bild sah einfach „super“ aus!

Am Unabhängigkeitstag selbst waren Sylvia und ich bei der Familie Shechter in Kadima zum Barbeque eingeladen – es war ein wunderbarer Tag, an den ich immer gerne zurück denken werde.

Da es für mich sehr schwierig ist überall ins Internet gehen zu können, müssen die noch anschließenden Berichet über die Zeit in TEL Aviv und Haifa (zum Abschluß) noch ein warten.

Auch heute wieder geht ein Dank an alle Freunde für’s umbeten meiner Reise! Mit einem herzlichen Shalom auf bald  wieder – AhuvaIsrael

Reisetagebuch Israel 14. April 2010 – „drei Überlebende“ und von Jerushalayim auf den Garizim

Am Nachmittag des 13. April hatte ich noch ein überraschendes Treffen mit einer Freundin, die ich 2007 kennengelernt hatte. Anna (Name nicht real) hatte ihre Freundin mitgebracht, und dass unser Treffpunkt im “Cafe Rimon” neben der “Benjehuda” stattfand, war natürlich keine Frage. “Wir, die drei Überlebenden“, meinte Annas Freundin (hinter uns stehend- sie baten mich darum, ihre Namen nicht zu nennen, das Bild darf ich jedoch hier zeigen!) Warum drei Überlebende? Ein “Ghetto/Child” – ein “Hidden-Child”(im Versteck bei Partisanen überlebt) und ich selbst?: ein Kind, das Nazi-Deutschland überlebt hat“ – das war gemeint von Annas Freundin.

Mittwoch 14. April: heute Morgen gab es im Austrian Hospitz in der „unteren Etage“ den großen Aufbruch. Die Gruppe von Studenten aus den USA flog nach Kairo zurück. Sie studieren Politik-Wissenschaften und haben schon 2 1/2 Monate Kairo hinter sich, dann kamen 2 Wochen Jerushalayim und nun schließt das Semester mit zwei weitere Wochen in Kairo ab. Es waren wunderbare junge Leute, die unentwegt mit Laptops und dicken Manuskripten beschäftigt waren, wenn nicht gerade mal ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm stand. Ein Bild zum Abschluß durfte nicht fehlen. Die Veröffentlichung hier ist erlaubt!

Mit Christel und Karsten aus Deutschlands Norden ging es per Taxi – das senkte erheblich den Preis für jeden von uns 🙂 –  zum Zentral-Busbahnhof Egged. Die Verabschiedung war herzlich und ein Abschieds/Foto war auch hier angesagt und erlaubt 🙂 Seid herzlich gegrüßt Ihr beiden Lieben an dieser Stelle!

Der Bus von Jerusalem nach Ari’el durch Samaria ist eine außerordentlich gute Verbindung – ich liebe es die Namen der Tora auf der Fahrt zu lesen und in ihre heutigen Orte „hinauf“ bzw. hinein zu fahren 🙂

Dass ich am 15.April mit einer deutschen Reisegruppe auf auf den Garizim hinauf fahren könnte war eine große Überraschung für mich, und ich sage noch nachträglich: Toda LaEl – Dank sei GOTT, ein Lied, dass im Hotel Eshel HaShomron immer wieder von den Besitzern des Hotel angestimmt wird!

Der Biblische Garten des Hotels erhält sein größtes Modell – eine Nachbildung der Stiftshütte in Originalgröße! Die Außenpfeiler sind bereits aufgestellt, eben so der spätere Eingang ins Heiligtum.

Fertig ist nun auch der Tisch für die Schaubrote – es sieht alles einzigartig wunderbar aus (siehe auch Reisebericht von 2009- Menorah, Kupferkessel, Bundeslade und Räucheraltar. Dazu den Link: „Ein Biblischer Garten in Samaria“).

Vor 9 Jahren besuchte unser Gruppe, eingeladen von Johannes Gerloff zu einem Sommerseminar im Hotel Eshel Hashomron, den Ort Garizim. Allerdings konnten wir damals nicht auf den Garizim hinauf (Intifada!).

Der Hohepriester der Samaritaner informierte uns in dem für mich neuen, wunderschönen Versammlungshaus über die Geschichte der Samaritaner. Heute gibt es noch 740 Samaritaner, davon leben hier im Ort Garizim die eine Hälfte und in Holon die andere Hälfte. Sie besitzen palästinensische Pässe – sind jedoch nicht sehr gern gesehene Mitbürger der PA (Palästinensischen Autonomiebehörde). Sie feuern die biblischen Feste wie die das jüdische Volk, jedoch zu anderen Zeiten. Ihre ToraRolle ist in Althebräisch geschrieben und zum PessachFest werden wie in biblischer Zeit Lämmer geschlachtet.Es werden keine Laubhütten gebaut sondern „Früchte“-Decken zeigen den Erntedank!

Der Garizim, Berg des Segens (siehe 5.Mose 27, 11ff – 28,68)- ist für die Samaritaner der Berg, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak Opfern sollte. Das nebenstehende Bild zeigt die angenommene Opferstätte. Auf dem Berg selbst hat nach Annahme der Samaritaner der 1. und 2. Tempel gestanden. Von hier oben sehen wir auf den Ebal, Berg des Fluches (5. Mose vorher) und Josua 8,30ff und schauen hinunter auf das biblische Sichem (hebraisch Sh’chem) das heutige Nablus (ehemals griech. Name Neapolis) und hinüber zum Ebal.

Das war für uns alle ein ganz besonderer Ausblick mit Lesung aus der Schrift!

Danach ging die Fahrt weiter nach Schilo (nicht ‚Silo‘! – ein Ort wo irgendwelche Futtermittel oder Kies usw. gespeichert werden!). Hier in Schilo stand die Stiftshütte beinahe 300 Jahre – zu Schilo 1. Samuel 4! Auf dem Bild sehen wir die Ortschaft und auf dem Berg Schilo’s Yeshiva – umgeben von 12 Säulen, die die 12 Stämme Israels symbolisieren – ein Anblick, der mich immer wieder von neuem zu Staunen bringt und mich tief im Herzen erfreut 🙂 Auch an diesem Ort gibt es zum biblischen Geschehen wieder ein Andacht – und gegen fünf Uhr sind wir wieder im Hotel Esel Hashomron zurück.

Es war ein wunderbarer Tag und mit einem nochmaligen Dank verabschiede ich mich von der Gruppe und hoffe nun, dass die Bilder, die ich hier eingebracht habe ein wenig von dem wiedergeben, was wir an diesem herrlich warmen Frühlingstag im Kernland der Bibel – Samaria – gesehen haben. Ein herzliches Schalom allen – AhuvaIsrael

Reisetagebuch Israel – Jom HaShoa 12. April 2010

Den Jom HaShoa (Gedenktag für die 6 Millionen Jüdischen Opfer der Nazidiktatur) am 12. April erlebte ich erstmals Yad Vashem.   Schon die Busfahrt hinaus zum „Herzl“-Berg war anders als alle anderen. Keine laute Musik, wie sonst üblich, war zu hören sondern verhalten gesprochene Zeitzeugnisse Überlebender und Nennung von Namen der Opfer.  Um 10:00h gingen landesweit die Sirenen für zwei Minuten – alles stand still, Busse, PKW’s, und Menschen! Die Sicherheitsvorkehrungen begannen bereits an der Hauptstraße von welcher hier Weg nach Yad Vashem hinuntergeht. Nur mit einem Shuttle war der Eingang erreichbar und unten Passkontrolle und nochmaliges Durchleuchten der Taschen. Wie ich mich fühlte als ich an der Reihe war meinen  Pass zu zeigen lässt sich denken – als Deutsche auch in diesem Jahr unter vorwiegend jüdischen Menschen! –  der Sicherheitsbeamte schaute in meinen Pass und nahm mich ins Gespräch! Am Ende sagte er mit einem Lächeln, welches auch in seinen Augen zu sehen war völlig überraschend für mich: “bracha haba’a” – herzlich willkommen! Allein das war schon beinahe zu viel für mich –  als Deutsche an diesem Tag in Yad Vaschem hatte ich so eine Begrüßung nicht erwartet. Vor dem großen Denkmal zum Gedenken an die Opfer des Aufstandes im Warschauer Ghetto im Sommer 1943 wurden von den Vertretern der verschiedensten Organisationen und Vereinen aus der ganzen Welt Kränze niedergelegt – ein Sprecher nannte jeweils die Namen der Spender. Drei Stunden hielt ich mich in Yad Vashem aus, machte viele neue neue Entdeckungen und lasse nun im folgenden ein paar Bilder mit dazu gehörenden Texten für sich sprechen:

Von Hubertus Pilgrim 1990 – „Am 26.April 1945 wurden 7000 Häftlingen auf den Todesmarsch nach Dachau gezwungen. Nur wenige überlebten. 8 gleiche Skulpturen sind in den Orten durch die sie kamen aufgestellt. Die neunet Skulptur ist hier in Yad Vashem. Ein Geschenk der Stadt Gauting – Deutschland.

„Für die jüdischen Soldaten und Partisanen, die im Zweiten Weltkrieg gegen das Nazi-Regime“ kämpften“

Der „Menschenbaum“ von Zadok Ben David 2003 – „Die Bäume auf dem Felde sind doch nicht Menschen“ – 5. Mose 20,19

„Gedenk-Höhle“

„Denen wil ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen (Yad Vashem) geben…….einen ewigen Namen will ich ihen geben, der nicht vergehen wird“ – Jesaja 56,5

Die Kerzen und grünen Zweige wurden von zwei besuchern, die mit mir hier waren aufgestellt.

„Im Tal der Gemeinden“ komme ich an dieser Stelle nicht vorbei – Hechingen und Haigerloch sind hier in den Stein gemeißelt!

„In dieser Höhle sind Erinnerungssteine für Shoa-Opfer zusammengetragen von Teilnehmern des Treffen der Weltgemeinschaft von Shoa-Überlebendden in Jerusalem vom 14.-18. Juni 1981

„Jetzt und für immer zum Gedenken an alle, die in den Lagern und Ghettos rebellierten und in den Wäldern im Untergrund und mit den allierten kämpften. Für alle die auf ihrem Weg nach Israel aushielten und für alle, die starben. Geheiligt inm Namen GOTTES.“ – ist auf der Säule zu lesen.

„Den unbekannten Gerechten in den Nationen“

Nach Yad Vashem ging es auf den Weg in Richtung Jaffa Tor – ein Besuch beim Zelt von Gil’ad Shalit am Beginn der Aza Street sollte den Tag des Gedenkens abschließen. Nette Kleinigkeiten am Wegesrande ließen die Gedanken etwas zur Ruhe kommen

Wie ein Nichts in der Luft zerplatzt sind die Forderungen der UNO bei Beendigung des Libanon-Krieges im August 2006 Gila’ad Shalit ohne Vorbedingungen seitens der Hamas sofort freizulassen. Seit beinahe vier Jahren ist Gil’ad am 12. April 2010 seit 1389 Tagen als Geisel in den Händen der Terror-Organisation Hamas. Wer vermag sich das Martyrium des bald 24jährigen und das seiner Familie vorzustellen? Heute wurden gelbe Bänder an die Autofahrer verteilt – ich erhielt auch eines – das wurde später bei der Sicherheitskontrolle auf dem Weg zur Kotel von den Sicherheitsleuten wohlwollend zur Kenntnis genommen mit den Worten „For Gilad -Amen -thank you!“

Es war ein guter, auch für mich als Deutsche, kein leichter Tag und ich bin dankbar, dass ich gerade an diesem Tag hier in Jerushalayim und in Yad Vashem sein konnte. Mit besten Grüßen und Shalom – AhuvaIsrael

Reisetagebuch Israel – Jerushalayim (mit Chamsin) 10./11. April 2010

Herrliches Wetter am Shabbat Morgen, 10. April, ich war auf dem Weg zum Jaffator, Freunde holten mich dort ab zum Gottesdienst in Ma’ale Adumim. Mein Weg führte mich an der Kotel vorbei durchs Jüdische Viertel. Sei einigen Jahren steht die Menorah, die für den Dritten Tempel fertig ist an diesem Weg. Da ich noch Zeit hatte ging ich näher heran und hatte wie schon oft vorher an anderen Plätzen in Israel ein sehr besonderes Bild vor mir, wie zu sehen ist! Die Sonne reflektierte ihr Licht genau über der mittleren Säule der Menorah – dieser Part steht immer in verschieden Beschreibungen für GOTT selbst. Meine Gedanken verbanden sich bei diesem Bild mit Jesaja 62 in dem es in Vers 6 ff um die Wächter auf Zions Mauern geht. Der Vers 1 ist mein persönliches Zeugnis für Israel und Jerusalem: „Um Zions willen will ich  nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich  nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit wie ein Glanz aufgehe und sein Heil brenne wie ein Fackel.“

Auf dem Weg zur Kotel und die Hurva-Synagoge von Süd-Osten

Es ist für  mich stets etwas ganz Besonderes mit meinen Jeshua gläubigen jüdischen Geschwistern zusammen zu sein! Der Predigttext: 1. Petrus 4,12-19  war passgerecht für die Zeit in der wir  als Jeshua-Gläubige, aus den Juden und den Nationen, heute leben – bekräftigt durch viele andere Verspassagen! Gegen 15:30h wurde ich wieder nach Jerusalem zurück gebracht – es war eine wunderbarer Tag in allen Bereichen – Baruch HaShem 🙂

Am Dienstag, 11.April. Am Vormittag stand ein Besuch bei NAI-Nachrichten aus Jerusalem – Ludwig Schneider auf dem Programm. Der Weg dorthin führte mich an einigen interessanten Gebäuden vorbei – vor allem die Ausstellung in der Eingangshalle der „Große Synagoge“  Jerusalems Große Synagoge Jerusaelm war sehr beeindruckend. Aus aller Welt von verschiedenen Künstlern hergestellt, sind hier hunderte von Mesusot  zu bestaunen, ihre Vielfalt ist enorm.  Vor bei auch am Haus des KKL, der Kerem Kayemeth LeIsrael-Foundation kam ich dann über diesen ungewollten, doch interessanten Umweg gegen 11:15h in der NAI-Redaktion an.

Ein Löwe und eine Katjuscha aus Sderot sind Ausstellungsstücke im NAI/Buero in der Hanagid Street. Die Löwen waren vor Jahren, (ich meine 2000) eine Spende von Peugeot an Jerusalem. Verschieden Künstler Israels bemalten sie und später wurden sie für Spenden abgeben. Die Spenden erhielt die Jerusalem-Foundation von Teddz Kollek). Ich wurde sehr herzlich empfangen und durch die vielen verschiedenen Räume geführt in denen die vielen Mitarbeiter der Redaktion die verschiedenen Ressorts bearbeiten. Hier konnte ich nun meine beiden jeweils 10-11stündigen Filme der Ludwig Schneider/Reisen 1996 (3000 Jahre Jerusalem) und 1998 (50 Jahre Staat Israel) abgeben. Kurz vor meinerAbreise nach Israel habe ich sie auf DVD“s überspielt. Gerne wurden sie von Michael Schneider ins Archiv aufgenommen.

Im Verlauf des Vormittags hatte sich wieder einmal der unbeliebte Chamsin eingestellt. Es war warm und die Luft wurde zunehmend leicht gelblich. Dennoch schmeckte mir auf der Ben Yehuda die Falaffel ausgezeichnet:-)! Die nachfolgenden Bilder mögen einen kleinen Eindruck über die „sichbaren“ Unanehmlichkeiten während des Chamsins geben.

Zum Thema Chamsin ein sehr gute Beschreibung: Über den Chamsin

Photos: Blick auf’s Montifiori/Viertel / gelber Staub überall / der Platz an der Kotel ist in ockerfarbenes Licht getaucht!

Alle Fotos: AhuvaIsrael.Ja, und so hoffe ich, dass die Besucher/Leser meiner Seite/des Reisberichtes ein paar neue  Eindrücke über meinen Aufenthalt in Jersuchalayim erhalten konnten und verabschiedene mich zunächst mit einem herzlichen Shalom -Eure/Ihre AhuvaIsrael

Reisetagebuch Israel – Jerushalayim 09. April 2010

Am Freitag, 09. April besuchte ich morgens noch den Hügel im Moshaw Keshet und war total erstaunt darüber, wie es sich hier oben seit einem Jahr zuvor verändert hat. Die gesamte ehemalige militärische Anlage, die im Frühjahr 2009 noch voll begehbar war ist jetzt nicht mehr begehbar. Es ist ein neuer Beobachtungsposten geworden, der allerdings offensichtlich noch nicht ganz fertig ist. Ein Blick nach Norden ist aber noch immer möglich – der Hermon blieb  heute früh  jedoch durch tiefhängende Wolken unsichtbar. Um 10:30h  brachte mich Dwora nach Tiberias und von dort ging es in 2 1/2 Stunden Busfahrt hinauf nach Jerushalayim. Es ist immer wieder sehr angenehm – Israels Landschaften von einer etwas höheren Sitzposition aus – vor allem wenn man ganz vorne sitzen kann – zu erleben. Wieviele Namen sofort mit den Ertählungen in der bibel in Verbindung gebracht werden können ist beinahe unzählbar. Die Fahrtkosten betragen 47.-NIS – das sind etwa 10,- Euro – man kann es nicht besser haben, denke ich! Den Berg Tabor konnte ich aus Bus von beinahe allen Seiten ablichten – hier eines der Bilder.  Wir trafen pünktlich um 14.15h (Abfahrt 11:45) in Jerushalayim ein – das Bild zeigt die „ungeliebte“ Brücke über die irgenwann künftig die „ungeliebte“ Straßenbahn fahren soll – Olmerts Plan war, dass alles zum 60. Jahrestag des Staates Israel fertigsein sollte – sie ist auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben, die Kosten sind im Grunde genommen unbezahlbar, und für die Jerusalemer ist die Unternehmung nach wie vor ein riesiges Ärgernis. Ich berichtete im vergangenen Frühjahr darüber. Mit dem Taxi gings weiter zum Damaskustor – dort ist im arabischen Viertel der Alstadt mein Domizil: das Österreichische Hospitz.

Damaskustor / am Jaffa-Tor / Hurva-Synagoge