Reise-Tagebuch/60 Jahre Israel 04/05 2008

Schabbat, 03. Mai 2008In Ariel zu sein ist fuer mich immer wieder ein besonderes Erlebnis, denn ich liebe Samaria sehr und darf auf wundersame Weise viele liebe Menschen hier meine Freunde nennen.

Endlich, nach einigen “Anläufen” in den Jahre zuvor, habe ich gestern, 02. Mai, das Holocaust-Museum in Ariel von Ja’kov (Bild re) und Irina besucht. Beide kamen 1946 aus Polen nach Palästina. Vor einigen Jahren wurden ihre Planungen für ein Museum in die Tat umgesetzt. Da sie keine Kinder haben, haben sie ihr Geld in diese Ausstellung investiert und in der Tat ist daraus etwas sehr Einzigartiges entstanden. Sie hatten von keiner Seite irgendwelche finanzielle Unterstützung – und haben ein   außerordentliches Lebenswerk für die nachfolgende Generation geschaffen.

Die “kleinen” Bronze Skulpturen schuf ein Künstler aus Tel Aviv. Er selbst stellt darin die Menschen dar, die ihm im Ghetto Treblinka begegneten. Sie benötigen keinerlei Übersetzung ins Deutsche – sie sprechen für sich eine unmissverständliche Sprache. Hier seheh wir einen juedischen, „entrechteten“ nackten Mann, der im ersten Weltkrieg sein Bein verlor (die Protheseliegt  neben ihm) – und nun ist er der vollkommenen „Veraechtlichkeit preisgegeben. Ist es ein Wunder, dass Traenen und Zorn im Betrachter aufsteigen? Da Ja’kov und Irina zu einer Beerdigung mussten, haben Sie mich gebeten noch einmal wiederzukommen, damit ich auch die 2.Etage noch besichtige. Das will ich selbstverständlich nicht versäumen nachzuholen.

In den vergangenen Tagen war es in Israel recht kühl – an den Abenden geradezu kalt. So hat Eli gestern zum Schabbat-Abendessen sogar die Heizung aufgemacht. Heute am Samstag ist draußen sehr angenehm und wir hoffen gemeinsam, dass es “besser” wird – ohne dass gleich wieder in die “Beinahe”- Unerträglichkeit der Tage vor meiner Ankunft in Israel ausartet.
 
Gestern  habe ich eine Nachricht zum Thema  “Einreise“ Messianische Juden nach Israel erhalten und daraufhin den Beitrag „Etappensieg“ aus dem blog herausgenommen. Die Berichtigung kam von Rolf Piller in deutscher Übersetzung siehe hier:    urteil-uber-einwanderung

Morgen, am Sonntag, 04.04., habe ich wohl einen Ausflug vor, bin allerdings noch ncht sicher, ob er gelingen wird. Spaeter mehr darueber. Fuer heute daher einen Segengruss aus Israel fuer den Sonntag und –

Shalom – Shawua tow – eine gute Woche – AhuvaIsrael___________

26.-29. April 2008Der Reisetag am 26. 04. von Stuttgart nach Tel Aviv verlief reibungslos – eine neue Bekanntschaft mit einer sehr netten Stuttgarterin ist entstanden. Als Baby kam sie 1933 mit ihren Eltern nach Palaestina und ging 1980  aus beruflichen Gruenden nach Deutschland zurueck. Seither lebt sie in Stuttgart und besucht jetzt ihre Enkel-und Urenkel in Jerusalem. Sie möchte unbedingt meine DVD mit der Dokumentation über den Libanon-Krieg 2006 und wir wollen in Kontakt bleiben.

 

Was kann es Besseres geben, als dass liebe Freunde zum Empfang am Flughafen Ben Gurion auf mich warten? Das Gefühl „nach Hause“ zu kommen findet eine unaussprechliche Vertiefung. Auf einen Temperatur-Schock gefasst (am 24.04. waren es in Tel Aviv 39 Grad und Yitzhak hatte mich am 25.04. vorgewarnt!) war ich angenehm überrascht, denn von einem Tag auf den anderen hatte sich die Hitze in angenehme frühsommerliche (abends sogar recht kuehle) Grade zurückbewegt. So soll es laut Vorhersage auch noch bleiben – herrlich! Zur Zeit bin ich in Sytriyya (Rechovot) – bei einer Tochter unseres Holocaust-Überlebenden, Shalom, aus Haifa.

Am Sonntag und heute waren Esther, ihre Tochter (Shaloms Enkelin) und ich in Tel Aviv. Esther und Yitzhaks Tochter heiratet im Juli und in T.A. wird ihr ein wunderschönes Brautkleid angefertigt – und dann ging es auf die Suche nach d e n  Brautschuhen, die sich optimal zum Tanzen eignen und gleichermaßen das wunderschöne Brautkleid ergänzen. Ein Geschäft für „Tanz-Utensilien“ bot das Gewuenschte – die Schuhe werden speziell angefertigt,  und ich bin wieder einmal mehr erstaunt über die Kosten, die bei uns in D. so nicht möglich wären!

Gestern, Montag, hatten Esther und ich einen wunderbaren Spaziergang in den einzigartig schönen Garten-Anlagen des Chaim Weizmann-Institutes in Rechovot.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle das Shoa-Denkmal (siehe Fotos), welches mich sehr beeindruckt hat. Das Chaim Weizmann-Haus hatte ich bereits im vergangenen Herbst kennen gelernt.  Weitere Bilder auch im AhuvaIsrael-Fotoblog im 60-Jahre-Israel-set.

Gespendet von Chaim Weizmann, der „Aufbau Foundation New York“ und Yad Vashem – Skulptur: Dani Karavan
Ich nenne sie: „die zerbrochene Tora-Rolle“. Beim Vergroessern des Bildes werden die verschiedenen Intarsien sichtbar.

Morgen, Mittwoch 30.04., geht’s mit dem Zug nach Tel Aviv, dort holt mich Eli zur Fahrt nach Ariel ab. In Ariel wird für die nächste Zeit meine „Fest“-station sein von der aus ich die weiteren Unternehmungen mit GOTTES planen werde.

An dieser Stelle nun einen großen Dank meinen lieben Gastgebern in Sytriyya und herzlichen Dank allen, die mich virtuell, mittels dieser Aufzeichnungen und auch im Gebet begleiten.

Ein herzliches Schalom – aus Israel – AhuvaIsrael