Zum Gedenken an Niv Jacobi sel. A. – Staff Sergeant der israelischen „Duvdevan“ Unit

Bild von einem Freund aus den USA zur Gedenkfeier am 26. August 2013 auf dem !Kiryat-Shaul - Militär-Friedhof in Tel Aviv

Bild von einem Freund aus den USA zur Gedenkfeier am 26. August 2013 auf dem !Kiryat-Shaul – Militär-Friedhof in Tel Av

Niv Jacobi sel. A. – 31. 01. 1980- 26. 08. 2000 – diente in der Duvdevan-Einheit, eine Spezial-Eindheit des IDF (Israelische Verteidigungskräfte)!  Er wurde in der Nacht zum 26. August 2000 bei einem Einsatz, in der Nähe von Nablus, im Auftrag  einen Terroristen-Anführer  gefangen zu nehmen zusammen mit zwei Kameraden durch „friendly fire“ getötet.

Niv Jaobi -Zitat von Dacid Ben GurionFor Niv zum 26. August 2013Ein Gruß an die Familie von NIv zum 13. Todestag am 26. August 2013:

Meine liebe Familie Jacobi, Adi, Gideon, Ran und Tal, 

für die kommenden Tage wünsche ich Euch viel Kraft und Segen im Gedenken an Euren geliebten Sohn Niv. Der HEILIGE ISRAELS umarme Euch mit seiner großen Barmherzigkeit und Liebe. Es ist gut zu wissen. dass Ihr am Montag nicht alleine sein werdet im Gedenken an Euren Sohn Niv. Seid gewiss, dass Euch auch viele liebevolle Gedanken und Gebete von vielen Freunden begleiten werden.

Mit einem herzlichen Shalom u’wracha – Eure…………....

Mit der Familie bin ich auf sehr erstaunliche Weise seit August 2005 verbunden. Ich habe zum Jüdischen Neujahrsfest 2006 darüber für die damals noch existierende einzige deutschsprachige Zeitung „Chadashot Israel“ – Israel Nachrichten –  die Geschichte aufgeschrieben. Hier der Beginn des Berichtes: 

Heute, Freitag den 22. September 2006, sitze ich in einem Appartement von Freunden in Ariel und meine Gedanken sind bei einer speziellen Familie von Tel Aviv, die auf dem Weg in den Norden ist, um in Tiberias andere sehr spezielle Familien zu treffen Und nun ist es Zeit für mich, die Geschichte einer nicht alltäglichen Freundschaft zu erzählen noch bevor das Neue Jahr 5767 beginnt.

Niv Jacobi-One of several Judaica-motivesNIv Jacobi -Judaica -RückseiteHerbst 2004, Engelsbach Thüringen:  wie schon in den Jahren zuvor nahm ich an einer Israel-Konferenz von „Israel Heute – Christen an der Seite Israels“ teil. Ein Jahr zuvor hatte Theo Ellesat, Gründer und bis zum Herbst 2005 Leiter der Gruppe, mit seinen Mitarbeitern eine Postkarten-Aktion gestartet, an der ich mich nun beteiligte, und die völlig ungeahnt, nicht ohne weit reichende Folgen bleiben sollte.

Die Karten zeigen auf der Frontseite Judaica-Motive und auf der Rückseite in deutsch, englisch und hebräisch den Text: Israel, du bist nicht allein und Amos 9,1 

Denn ich will sie n ihr Land pflanzen,dass sie nicht mehr aus ihrem Land ausgerottet werden,

das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein G’TT.

Den Teilnehmern des Seminars war es freigestellt ihren Namen mit Adresse auf der Karte anzugeben und die Karte an „Israel heute“ zurückzugeben. Bei Reisen nach Israel und bei Besuchen von Terroropfer-Gruppen in Deutschland wurde diese Karte dann verteilt.

Fünf Karten hatte ich ausgefüllt, einige persönliche Grüße in hebräisch hinzugefügt und abgegeben und dachte dabei– würde etwas geschehen? – und, was würde geschehen? – ich wollte es mit aller Gelassenheit abwarten. So ging die Zeit ins Land und diese Aktion verlor sich langsam  aus meinen Kopf – bis zum Freitag, 18.August 2005 – als ich unter meiner Post einen Brief aus Tel Aviv entdeckte………………………………………… der gesamte Bericht hier: Die Geschichte einer nicht alltäglichen Freundschaft.doc

My report for „Chadashot Israel“ in english: The story of a nondaily relationship.doc

Niv Jacobi - Alice Schwarz Gardos sel.A.:Gideon.Jacobi  10:2006jpgIm Oktober 2006 besuchte ich mit NiV’s Vater, Gideon Jacobi, die Redaktion von „Chadashot Israel“. Seit vielen Jahren hatte ich Berichte für die einzige deutschsprachige Zeitung  in Israel, in Tel Aviv, Beiträge geschrieben. Mit Frau Alice Schwarz-Gardos sel.A., Gründerin und Chef-Redakteuerin der „Israel Nachrichten“ hatte ich den Termin vereinbart – sie wollte gerne die Familie von Niv kennenlernen.

Über die Duvdevan-Unit (englisch) – wenn Ihr ganz nach unten scrollt lest Ihr etwas über: „Nach dem Desaster im August 2000 – und was danach alles verändert wurde: Die „Duvdevan“ – Unit

Niv Jacobi -hebräischNiv Jacobi - englischNiv Jacobi - Legende über sein kurzes Leben

Nachfolgend von Treffen mit Familie Jacobi in Tel Aviv und bei mir in Deutschland und Links zum Gedenken an Niv

The Memorial Web-Site of Niv Jacobi

Ein Film von Niv’s Bruder Ran

   

Es sind Bilder vom Grab Niv’s mit Adi und Gideon Jacobi – einem Freund und Kameraden in der Duvdevan-Unit – dem Sohn (er starb mit 19 Jahren)  einer Freundin der Familie und NIr am Grab von Niv,  – mein letzte Abend bei  Familie Jacobi, die Eltern Adi Und Gideon, die Söhne Ran und Tal  und zwei Freunde von Niv in Tel Aviv –  ein neues Bild von Niv, das die Familie zwei Jahre später von einem Freund erhielt –  Bilder vom Besuch von Niv’s Eltern bei mir in Deutschland – vom Eingang in den Schabbat in meinem Haus – und dem Ende des Shabbats im Haus von Freunden – BIlder von Adi und Gideon beim Besuch der Gedenstätten KZ Bisingen mit Eintrag ins Gästebuch und auf dem KZ-Friedhof – bei einem Blick in das Haus meiner Gemeinde –  ein BIld von Adi und Gideon bei den Schaffhauener „Rhein-Wasserfällen“ auf unserem Weg in die Schweiz – – zwei Bilder  vom Chanukkafest bei der Duvdevan-Unit im Dezember 2006 – und ein Anhänger den Gideon für mich angefertigt hat – er ist ein wahrer Künstler!!! – „Birkat Elohim“ – Segen GOTTES – zum Gedenken an seinen Sohn NIv. So wird das Wunder erkennbar, dass sich durch den viel zu frühen Tod eines geliebten Sohnes, eines jungen Israelis , eine nicht alltägliche Freundschaft zwischen einer jüdischen Famlie in Israel  und einer deutschen „christlichen Zionistin“ entwickeln kann – für mich immer noch eine außergewöhnliche Geschichte!!!

Niv's Grab und Niv's ElternNiv Jacobi - sein GrabNiv Jacobi Niv's Mutter am Grab von ShaiNiv Jacobi -Grab von Shai 2Niv Jacobi - Nir an Nif's GrabNiv Jacobi -Ran:Uta - 2006 -1Niv Jacobi -Abschied bei JacobisNiv Jacobi - Abschied von Jacobis 2   Niv Jacobi -mit Adi und Gideon bei den Schaffhausener Rhein-WasserfällenNiv Jacobi Chanukka Duvdevan  Unit -Niv jacobi -Chanukka Duvdevan Unit Niv's Eltern -3Niv Jacobi - Birkat Elohim_2   Niv Jacobi ein neues Bild von Niv. für die Familie jpgNiv Jacobi Erew Shabbat in meinem Haus in Deutschland, Niv's Mutter Adi zündet die KerzenNiv Jacobi Erew Shabbat in meinem Haus mit Niv's Eltern und FreundenNiv Jacobi Niv's Vater am Erew Shabbat in meinem Haus in Deutschland 2Niv Jacobi- Erew Shabbat bei UtaNiv's Vater Hafdalah bei Freunden in DeutschlandNiv' Eltern  Hafdalah bei Freunden in DeutschlandJPGNiv Jacobi Niv's Eltern vor dem Heimatmusuem %22Gedenkstätten KZ BisingenNiv Jacobi NIv's Eltern  beim Eintrag ins Gästebuch %22Gedenkstätten KZ Bisingen e.V.%22Niv Jacobic-Niv's Eltern am Gedenkstein von Shalom StambergNiv Jacobi Niv's Eltern in meiner Gemeinde in Deutschland

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Beerdigung auf dem Herzlberg von Emanuel Levi

Am heutigen Sonntag (14. Novembe 2010) wurden die zwei israelischen Kampfpiloten der israelischen Luftwaffe beerdigt. Der israelische Navigator Emanuel Levy (30), der am letzten Donnerstag während eines Luftmanövers mit dem Kampfjet F-16I über dem Ramon Krater abstürzte, kommt aus einer jüdisch-messianischen Familie aus Maale Adumim. Auf seinem letzten Weg am Militärfriedhof am Jerusalemer Herzlberg haben ihn nicht nur seine Kameraden aus der israelischen Luftwaffe begleitet, sondern ebenso zahlreiche Mitglieder verschiedener messianischer Gemeinden in Jerusalem, die die Familienangehörigen von Emanuel Levy trösteten.

Quelle: NAI – Nachrichten aus Israel vom 14. 11. 2010! Die Familie Von Emanuel Levi sind liebe Freunde von mir, Ahuva!

AhuvaIsrael: Die nachfolgende Kondolenz sendete ich in Englisch am 12.11.2010, 23:00 der Familie: Meine liebe Familie……, mit meinem ganzen Herzen sende ich Euch meine große Anteilnahme zu dem großen Verlust er Euch so urplötzlich getroffen hat. Euren geliebten Sohn Enkel und Bruder Emanuel durch ein so furchtbares Unglück zu verlieren – dafür gibt es nicht die leiseste Vorstellung, wie Ihr danach weiter atmen könnt. Möge der Ewige Euch in Seinem großen Erbarmen tragen und mit Seiner liebevollen Umarmung trösten. Mein Gebet begleitet Euch in diesen schweren Tagen und meine Gedanken sind ganz besonders am Sonntag, dem 14. November 2010 um 11:30 mit Euch auf dem Herzl-Berg Militär Friedhof. In Liebe und mit Tränen Eure Schwester in Yeshua – Ahuva

Mein Gebet und meine Anteilnahme gilt natürlich auch der Familie von Amitai Itkis!

Israelis haben viele Freunde – zwei Millionen im Facebook

Jerusalem Während Israels Twitter-Gemeinde nach wie vor klein ist, expandiert das soziale Netzwerk Facebook unaufhörlich weiter.

So sind einer neuen Statistik zufolge landesweit bereits zweii Millionen Israelis im Facebook aktiv. Dies sind zwar weniger als 1% der 316 Millionen Mitglieder weltweit; im Vergleich zur israelischen Gesamtbevölkerung (7,5 Millionen) ist es aber doch eine erstaunlich große Zahl.

Laut CheckFaceBook sind 53% der israelischen Facebook-Benutzer männich, 46,2% weiblich. Die Altersgruppen verteilen sich wie folgt: die 18-24jährigen stellen 32%, die 25-34jährigen 37,6% und Teenager zwischen 14 und 17 Jahren 18,3%.

Gleichzeitig hat die Rating-Agentur TIM herausgefunden, dass Facebook unter den meistbesuchten Internetseiten in Israel den 4. Platz einnimmt.

Quelle: Chadaschot Israel – Israel Nachrichten, Tel Aviv, Donnerstag 19. November 2009

Niv Jacobi (ehemals Duvdevan-Unit) – seligen Angedenkens

IMG_Niv 26.08Heute Abend geht meine liebe Familie Jacobi in Tel Aviv in den 9. Todestag ihres Sohns Niv. 1998 im Alter von 18 Jahren entschied sich Niv mit einem Freund ihren Militärdienst in der „Duvdewan-Einheit“ zu absolvieren. Bei einem Einsatz in der Nähe von Nablus kam seine Gruppe zu Einsatz und wurde mit einem Kameraden auf dem Dach eines Hauses durch „Friendly-Fire“ erschossen. Nivs Vater hat mir die ganze Geschichte erzählt, sie soll hier jedoch nicht eingebracht werden. Wie ich Die Familie Jacobi kennen lernte habe ich in deutscher Fassung bereits am 11. Januar 2007 unter der Kategorie „Freunde/Begegnungen“ für die „Chadschot Israel“ – Israel Nachrichten, die einzige deutschsprachige Zeitung in Israel, Tel Aviv, aufgeschrieben. Unter der o.a. Adresse kann sie nachgelesen werden. Eiine englische Fassung kann hier aufgerufen werden:  The story of a nondaily relationship

KIF_5599 Nivs GRabMein Herz ist bei Adi und Gideon, den Eltern wie auch bei Ran und Tal den Brüdern von Niv. Der reiche Segen des Trostes des Ewigen möge über Euch, aber auch über allen die an diesem Tag vor Ort mit Euch die Last tragen, ausgeschüttet sein. In aller Trauer um alle verlorenen Söhne und Töchter möge der Shalom des Ewigen in Euren Herzen einen Platz finden.

FUND IN MEMORIAL OF STAFF SERGEANT NIV JACOBI – WARRIOR IN „DUVDEVAN“-UNIT eingerichtet – www.nivjacobi.co.il – Ran Jacobi – siehe Link: – Niv Jacobi

Shalom – In Liebe Eure AhuvaIsrael

Gilad ShalitAn dieser Stell soll auch wieder an Gilad Shalit erinnert werden, der heute am 25. August 2009 seit 1156 Tagen als Geisel in den Händen der Terrororganisation Hamas ist.

Reisebericht 2009: Wenn die Augen zu Tränenquellen werden – Jom HaShoa in Ariel

Die Gedenkstunde in Ariel zum „Jom HaShoa“ – heute, am 20.April 2009, war für mich eine Stunde, die so schnell nicht wieder „loswerden“ werde. Zwischen etwa 800 – 1000 Einwohnern Ariels , unzählbar die jungen Leute, trafen in der riesigen Turnhalle zusammen und absolut pünktlich begannen die Feierlichkeiten zum Gedenken an 6 Millionen ermordeter jüdischer Menschen durch das mörderische, Menschen verachtende Nazi-Regime. img_6031totale

An gegenüberliegen Seiten der Halle wurden Bilder projeziert – und mit Beginn des Sprechers und den ersten Berichten durch junge Ari’eler bahnte sich eine nicht zu bremsende Tränenflut ihren Weg aus meinen Augen in die Hände. Ich kann es wahrhaftig nicht beschreiben, was da in mit losbrach – ich war mit Sicherheit die einzige deutsche Person in diesem riesigen Raum und hatte plötzlich das Gefühl einer unendlichen schweren Last, die auf mir lag – völlig irreal und dennoch kaum ertragbar. Während ich versuchte, die Tränen mit einem Tuch zu beseitigen, legte sich eine Hand auf meine rechte Schulter, glitt an meinem Arm runter und nahm meine rechte Hand – und eine zweite Hand kam dazu – es waren die Hände zweier junger Mädchen!

„Tzricha esrah“? – brauchst Du Hilfe? kam die Frage. Beide sprachen nicht Englisch und so tat es gut, ihnen in Iwrit sagen zu können, dass ich Deutsche bin und  in diesem Moment so betroffen wäre, über das, was vor Jahrzehnten in Deutschland geschehen wäre – daraufhin wurde meine Hand in beide Hände genommen, immer weider gedrückt – und der Tränenfluss begann von Neuem für eine kleine Weile. Was war das für ein Erlebnis – langsam kam ich zur inneren Ruhe – die Hände dieser jungen Menschen schienen und scheinen mir jetzt im nachhinein als ein Zeichen der Vergebung durch die vierte Generation nach der Shoa.

Die Gestaltung des Gedenkens war von großer Sensibilität durchdrungen – die jungen Leute trugen derartig professionell und im Tonfall variierend die Texte vor, sodass auch ohne die Sprache verstehen zu können, die emotionale Situation dessen, der den Brief geschrieben hatte, verständlich machte. Ich saß sehr weit vom Geschehen weg – daher können die folgenden Bilder nur einen kleinen Eindruck des Abends vermitteln. Mit den jungen Mädchen konnte ich anschließend noch sprechen und mich noch einmal dafür bedanken, dass sie mich so unverhofft und liebevoll „aufgefangen“ haben – mich, eine Deutsche, die ihnen völlig fremd war – der Segen des Ewigen möge auf allen Wegen mit ihnen sein. img_6021img_6030-2-kerzeimg_6044ima-eifo img_6055beit-siccaronimg_6071postkarten-uaimg_6061

Die „unteren“ drei Bilder sind aus dem Besuch des keinen Holocaust-Museums in Ariel, das noch geöffnet war. Jetzt da ich alles aufgeschrieben habe, so wie ich es für mich erlebt habe, bin ich ruhiger geworden – es war ein großer Abend – leider konnte Eli nicht dabei sein, da er nach T.A. zur Arbeit mußte und Cherile, sein Frau bei den Kindern war. Morgen, Dienstag, fahre ich auf den Golan zu meiner Freundin Dvora – der nächste Eintrag wird erst zu Wochende erfolgen. Vielen Dank für’s Reinschauen – leila tow – und Shalom aus Ariel – AhuvaIsrael

Reisetagebuch 2009 – von Pinguinen und einer weiteren nichtalltäglichen Begegnungen

img_5954tel-aviv-1904Heute, Sonntag den 19. April, bin ich von Kiriat Chaim nach Ariel gereist. Die Fahrt mit dem Zug bis nach Tel Aviv, Station „HaShalom“, dauerte 1:20 Minuten und bevor es von dort mit dem Bus weiterging habe ich erst ein wenig das Umfeld dieses Bahnhofs „inhaliert“! Der Bahnhof ist auf der einen „Ausstiegseite“ durch ein Einkaufszentrum mit den berühmten „Azraeli-Towers verbundenimg_5971azreli1 – heute als „Shalom-Towers“ bekannt. In der obersten img_5974rolltreppenEtage fand meine Pause statt – mit dem „besten Cappuchino“ in ganz Tel Aviv und sehr sehr leckeren „Käsetörtchen“. Beides war in der Tat nicht nur eine Freude für’s Augeimg_5964cappuchino sondern auch für den Gaumen!

Die Bushaltestelle nach Ariel ist direkt vor den Towers und die Wartezeit betrug nur 10 Minuten – nach 1 Stunde Fahrt traf ich die ersten Freunde in Ariel und Mika, ihr kleiner liebenswerter Vierbeiner, verwöhnte mich mit anhaltendem lautstarkem Begrüßungszeremoniell.

Aber nun zurück zu den vergangenen 2 Tagen bei Dina in Kiriat Chaim. Mein großer Koffer wartete in Shavei Zion noch auf Abholung am Freitag und so bot Dina mir die Fahrt mit dem Auto an. Gesagt – getan! Dina war über Jahre nicht in Nahariya, und ich lud sie in denimg_5784pinguin-eingang „Pinguin“ zum Essen ein. Der war ihr zwar irgendwie bekannt – sie wußte jedoch weder die Geschichte dazu noch kannte sie die „gute Küche“. Ich selbst, wie immer mit der Fotokamera unterwegs, entdeckte ein Bild aus der Zeit er Eröffnung im April 1940,img_5773ganzes-bild-eroffnung links davon das Bild von Hugo Oppenheimer dem Gründer des Hauses und rechts sein Sohn Ernst, der Vater von Ilan Oppenheime, der in dritter Generation den „Pinguin“ leitet. Ich berichtet im Reisetagebuch 2008 über den „Pinguin“ – die Familie Oppenheimer kam noch rechtzeitig aus Deutschland raus und gründete zusammen mit anderen deutschen Familien die Stadt Nahariya. In der Mitte des großen Bildes ist an einem kleinen Holzmast ein Schild auf dem  „cassettah“ zu lesen ist. „Cassetta“ gab es zu essen als Besonderheit, bestehend aus zwei Biskuitscheiben zwischen denen weißes Eis war – gleich einer „Klappstulle“ oder auch den heute noch erhältlichen „Fürst Pückler“-Eiswaffeln!

Ich stand auf der rechten Seite des Bildes um Ernst O. abzulichten, als hinter mir die Frage gestellt wurde: „Du sprichst vielleicht Deutsch?“ Ich drehte mich zu den drei Damen die hinter mir saßen um und antwortete „ja!“ Na, und was nun kam ist wieder eine Geschichte für sich. Alle drei, hier mit Ilan Oppenheimer,img_5772ilan-irena-edith-lara haben als Einzige ihrer Familien die Schoa überlebt. Von links nach rechts: Irena emigrierte 1946 aus Ungarn und Lara links 1949 aus der Tschecheslowakei.  Edith, in der Mitte, floh 1956 aus Budapest (Pogrome) und ging zu Fuß nach Wien – ihre Nummer am linken Unterarm zeugt von ihrem Martyrium unter dem Nazi-Regime als junges Mädchen. Wir hatten eine derartig intensive Unterhaltung, so dass Dina lange warten musste, bis ich an unsren Tisch zurück kam – die Drei fragten mich aus ohne Pause und die Verabschiedung erfolgte mit Umarmungen und Tränen und Austausch von Adressen. Ilan und die Damen gaben mir „grünes Licht“ das Bild hier zu veröffentlichen.

Und nun noch kurz zu gant realen „Pinguinen“ – am Schabbat, 18. 04. besuchte Dina mit mir nämlich den Zoo in Kiriat Motzkin. img_5831Pinguine sind seit img_5834-2-pinguineich denken kann meine bevorzugten Favoriten.

Jedoch ist auch der kleine img_5893emperor-tamarin„Emperor Tamarin“ – wegen des weißen Bartes bekamen sie hier witziger Weise den Namen „Wilhelm II“ – letzter preußischer Kaiser und König (1888-1918)! Zum verlieben sind auch img_5921diese kleinen Äffchen. Man tritt durch img_58191gesicherte Vorrichtungen in ihren Lebensbereich ein und von allen Seiten „wuseln“ sie über Bäume, und Köpfe aller fröhlichen Besucher – ein besonderes für alle Alterklassen! Toda raba – vielen Danke, liebe Dina, für diesen wunderschönen Nachmittag!

So viel für heute – ich sage mit lieben Grüßen „leila tow“ – gut’s Nächtle – AhuvaIsrael aus Ariel

Reisebericht 2009 – im Gespräch mit Ruth Ben David – ehemals Haigerloch

Am Dienstag, 14. April 2009, besuchte Ruth mit mir das Begegnungshaus mit reichhaltiger Bibliothek img_5377bucher und dem neu eingerichteten Raum zum Gedenken aller verstorbenen Kibbuz-Mitglieder seit 1937. Hier eine Aufnahme – Ruths Mann, Benno, in der untersten Reihe der Dritte von rechts:img_5381ruth

Am frühen Abend dieses Tages entzündete Ruth die Schabbatkerzenimg_5674ruths-shabbatleuchter zum Eingang in den letzten Tag des Pessachfestes am Mittwoch, 15.04.

Ich begann zu fragen und Ruth erzählte die Geschichte dieser Leuchter und der anderen silbernen Geräte aus dem Haigerlocher Familienbesitz, die gerettet werden konnten

Beginnen möchte ich mit der Geschichte zu dieser silbernen Dosefehlender-fus1. Am 09. November 1938 sollte auch das jüdische Leben in Haigerloch vom  hasserfüllten Überfall der Nazis nicht verschont bleiben. Mit einem Bus vom nahegelegenen Sulz kommend, entlud sich der Hass der Gruppe junger Nazi-Anhänger in das jüdischen Viertel „Haag“, in dessen Mitte, nicht an Häuser grenzend, die Synagoge stand. Dem Nazi-Pöbel gelang es zwar, die Synagogen-Einrichtung vollkommen zu zerstören, die Synagoge konnten sie jedoch nicht in Brand setzen – das konnten die aufmerksamen  nichtjüdischen Haigerlocher Bürger verhindern. Auch stellten sie zur Nacht eine Bürgerwehr als Wache um die Synagoge – ein wahrlich mutiger Einsatz und Beweis für das gute Miteinander der jüdischen und nichtjüdischen Einwohner Haigerlochs.

Ruths Eltern, der Vater war der Rabbinatsverweser und Lehrer der jüdischen Gemeinde vor Ort, wohnten in einem Haus, das gleichzeitig jüdische Schule und auch Versammlungsort war. Dort drang der Pöbel ein und wollte die silbernen Geräte der Familie rauben. Auch dort schritten nichtjüdische Haigerlocher ein und konnten es verhindern Aus Wut warf ein junger Nazi die Dose gegen die Wand – der Deckel erhielt ein Beule und ein Füßchen brach ab – auf dem Foto oben deutlich zu erkennen.

Als Ruths Vater entschied, dass Ruth mit einer geschlossenen Gruppe am 01.April 1939 nach England gegen sollte (kein „Kindertransport“) mußte eine Liste eingereicht werden mit allem was Ruth mitnehmen wollte (nur Kleidung usw.) Nach dieser Liste wurde in Anwesenheit von „vereidigten Packern“ die Kiste gepackt und dann verplombt. Welch eine weiteres Wunder: diese „Vereidigten“ waren Haigerlocher und sie ermunterten Ruth und die Familie, die silberen Geräte in die Kleidung einzuwickeln – auf diese Weise konnte es gelingen, dass Ruth heute diese Erinnerungsstücke in ihrem Haus in Tirat Zwi hatimg_5693gerettetes-silber.

Ruths Eltern und ihr jüngerer Bruder wurden nach Riga deportiert – es gab keine Chance für die zu überleben!