Tel Aviv – 26. März 2012 – „HaTachana“ – Die Station!

Am Sonntag, 25. März stand für zwei Tage noch einmal Tel Aviv auf dem Programm. Nach dem Mittagessen in Shavei Zion ging per Zug in Israels Metropole am Mittelmeer und zurück ins Hotel Olympia an der HaYarkon Street. Es war eine sehr dunstige Wetterlage wie auf den beiden Bildern vom kleinen Hafen aus zu sehen ist – eine ganz eigenartige Atmosphäre, die durchaus ihren besonderen Reiz hatte.

Zum Abendessen begab ich mich in  das mir schon gut bekannte „HaSderah 34“ (meint: die Straße Nr. 34!) auf dem Ben Gurion Boulevard – bereits im vergangenen Jahr hatte ich dort bestens gespeist, verwöhnt von sehr netten jungen Leuten, die beinahe außergewöhnlich bemüht waren alle ihre Gäste als „Könige“ zu bedienen.

Eli aus Ari’el hatte mir telefonisch den Besuch von „HaTachana“ (Die Station) und Neve Tzedek – das alte, erste Wohnviertel von Tel Aviv empfohlen. Beides war bereits in einer kleinen Broschüre mit Straßenkarte von Tel Aviv und Yerushalayim als „besonders sehenswürdig“ vermerkt. Die ELAL-Crew hatte sie vor der Landung an die Fluggäste verteilt.

Um 9:15Uhr nach dem Frühstück pilgerte ich dann bei herrlichem Sonnenschein und kühler Brise die Shlomo Lahat Promenade in Richtung Süden entlang. Die Überraschung war absolut gelungen – „HaTachana“ ist in der Tat einen Besuch wert.

„Willkommen an ‚Der Station’“ heißt es in dem kleinen Prospekt zu diesem sehr besonderen Ausflugsziel. Nachdem diese Station lange Jahre vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen und verschlossen war wurde dieser historische Bahn-Komplex für die Öffentlichkeit wieder eröffnet. Dieser Platz diente in der Vergangenheit als *Nervenzentrum’  und für Handel in Israel. Heutzutage ist ein lebhafter und      Ort für Kultur und Freizeit und wir einfach „Die Station“  genannt.

Der Komplex umfasst 22 Gebäude, die auf verschiedene historische Perioden zurück zu führen sind. Die Gebäude wurden von einem Tea, von Experten hohen Ranges auf ihrem Gebiet restauriert unter der Auflage die Architektur von 1888  wieder erstehen zu lassen. Der Türkische Sultan Abed el Hamid gewährte Yossef Navon, einem Geschäftsmann und öffentlichen Person, die Gleise zu legen und die Bahnstation zu bauen. Der Zug wurde der Haupttransportweg im Mittleren Osten und er fuhr regulär bis zum Unabhängigkeitskrieg.

Die Geschichte der Station ist verbunden mit der Geschichte der Wieland-Familie. Heute ist die Station Gastgeber und Unternehmer für die verschiedensten bunten Aktivitäten, Ausstellungen, Theater –Vorstellungen, Straßentheater, öffentliche Veranstaltungen und einen Bauernmarkt – alles ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Als ein Teil israelischer Erfahrungen heraus sieht sich „Die Station“  in ihrem sozialen Beitrag als einen wichtigen Beitrag alles oben beschrieben unter einem Dach zusammen zubringen.

1982 wurde die erste Bahn- Verbindung zwischen Yerushalyim und dem schon bestehenden Hafen in Jaffo gebaut, um die schweren Handelsgüter über lange Distanzen zügiger weitertransportieren zu können.

Die Bahnstation* ist das  wichtigste Gebäude innerhalb der gesamten Analage und wurde original getreu restauriert. Die Architektur entspricht absolut der Europäischen Templer-Kultur, der das Bauen im damaligen Palästina des 19. Jahrhunderts entsprach.

Weiter zentrale Punkte sind das „Wieland-Familien Haus“.Die Weiland Familie gehörte zur Templer-Gemeinde und erreichte Palästina im Jahr 1900. Sie entschieden sich dazu, ihre Niederlassung, Wohnhaus und  Materialienfabrik in unmittelbarer Nähe der Bahnstation zu bauen. Huga Wieland baute das Haus zunächst als einstöckiges Gebäude im Jahr 1902. 1906 kam eine weiter tage hinzu, da die Familie auf 12 Mitglieder angewachsen war. Auch dieses Gebäude zeigt den Baustil der Templer – so wie es für Gebäude in denen verschiedene Materialien produziert wurden üblich war. Einige Mitglieder der Familie residierten hier bis zur Mitte der 1930ziger Jahre.

Das „Freight Teminal“ Gebäude (Güterbahnhof Gebäude) wurde 1892 errichtet als ein Teil der Jaffa-Station und diente als Lagerhalle für die Transitgüter, die den Hafen von Jaffa erreichten und nach Yerushalayim weitertransportiert wurden. Die Lagerhalle wurde mehr und mehr benutzt und in 1913 passierten etwa 43.000 Tonnen diverser Güter jährlich diesen Ort. Das Gebäude war einfach aber funktionell und so entworfen, dass entlang des Hauses der Zug halten konnte, um die Güter problemlos zu ent- und beladen vom Zug ins Lager und umgekehrt.

„The Wieland Factory“ – wurde 1905 gebaut. Die Fabrik produzierte Waren für die Landwirtschaft und Baustellen. Sie sicherte die Erfordernis, Materialien von außerhalb zu importieren. Die Fabrik bedeutete einen großen industriellen Meilenstein in der Geschichte des Landes. Viele der Produkte stammen von der deutschen Baukultur – sie beeinflussten sichtbar die Baukultur in Israel.

„The Red House“ – das Rote Haus, die Jaffa Bahnstation wurde 1892 als Teil der ersten Bahnlinie zwischen Jaffa und Yerushalayim gebaut. Siehe auch Text zu: „Rail Station Building“ (oben)*.

Die Pumpen wurden für den Manufakturbereich benötigt. Teile davon wurden von Deutschland eingeführt und zwischen den Jahren 1906-1910 installiert. Das Wasser wurde vom Untergrundreservoir von einer Petroleum-Pumpe durch Rohrleitungen nach oben gepumpt, in einem Bassin im zweiten Stock der Fabrik gesammelt.

Die vielen verschiedenen Geschäfte, meist Schuhe, Kleidung und Kunst neben Geschenkartikeln und „Bahnhof“-Restaurant gehören der „gehobenen Klasse“ an, wie aus den Preisen erkennbar wird. Für mich war es ein wunderschöner Ausflug in einen Bereich Tel Avivs, von dem ich bisher nichts wusste. Darüber, dass sich daran gleich ein weiteres „Highlight“ anschloss berichte ich in einem „extra Eintrag“!

Mit einem herzlichen Shalom von Israel – AhuvaIsrael

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Reisetagebuch vom 22.-25.März 2012 – Shavei Zion / Tel Aviv

22. März – 22. April 2012 – endlich stand wieder einmal ein Besuch in Israel auf meinem Programm und so ging es am 22. März 2012 um 19:55 Uhr vom Frankfurter Flughafen mit EL AL in weniger als vier Stunden Flugzeit in das Land für das nach wie vor und mehr und mehr meine Gedanken meinem Herzen sehr kräftige Schläge verursacht. Seit meinem ersten Besuch im April/Mai 1993 hat die Liebe zum Land und seinen Menschen beständig an Qualität und Quantität gleichermaßen zugenommen! Den entscheidenen Schub gab dazu meine 1 ½ jährige Volontärszeit im Büro eines Gäste Hauses für Shoa-Überlebende im Norden Israels (06/1999 – 12/2000 – mit dem Beginn der zweiten Intifada!).

Mit ELAL reisen heißt: ElAl ist Israel – und dem ist absolut nichts entgegenzusetzen! Das „Shalom bruchim habaim“ aus der Flugkanzel beim Aufsetzen des Fliegers auf dem Airport Ben Gurion löst immer wieder ein unbeschreibliches Wohlbehagen in mir aus – verbunden mit ein paar Tränen des Glücks und des Dankens, dass ich hier in Israel sein darf! Immer wieder bin ich begeister vonn der Schönheit diese Flughafens – das nebenstehende Bild – auf dem Weg vom Flugzeug zur Passkontrolle und Gepäckausgabe möge einen kleinen Eindruck darüber abgeben.

Die Ankunft zu später Stunde hatte es nötig gemacht, dass ich in Tel Aviv übernachten musste – mein Reisebüro in Stuttgart hatte für mich eine nicht gar zu teure aber durchaus angenehme Unterkunft gebucht! Gegen 3:30 morgens machte ich das Licht aus und als ich a Morgen, 7:30Uhr erwachte und aus dem Fenster schaute hatte ich einen ersten netten Ausblick auf den kleinen Hafen von Tel Aviv :-)!

Ein erster Spaziergang nach dem Frühstück entlang der Shlomo Lahat-Promenade, Tel Avivs Bürgermeister von 1974 – 1993, sollte ein Vorgeschmack sein auf dass, was ich bei einem weiteren Aufenthalt in T.A. zu sehen bekam. Die fröhlichen „Strandleben“ Zeichnungen von Rami Meiri auf der Betonwand, die einen Weg vom Strand zur Straße HaYarkon begrenzte, sind für jeden aufmerksamen Spaziergänger eine kleine Augenweide! Die typische Skyline der großen Hotels an Israel Mittelmeerstrand von T.A. dürfte ja weitgehenst bekannt sein – ist jedoch immer wieder ein Grund zum staunen!

Gibt es irgendeine Region in Israel, in der wir nicht auf Gedenktafeln, -steine und dergleichen mehr treffen? Hier ist ein Gedenkstein für die „Atalena“, die am 21. juni 1948 hier vor Anker ging. „Es war ein Schiff der „Etzel“-Armee, das auf Befehl der provisorischen Regierung Israels beschossen wurde. Es beförderte 930 Passagiere, die gekommen waren, um im Krieg gegen die eindringenden arabischen Armeen zu kämpfen –  Einige der geborgenen Waffen wurden von der israelischen Armee im Unabhängigkeitskrieg eingesetz “ – so der Text auf dem Gedenkstein.

Noch erscheint der Strand recht „jungfäulich“ – die Temperaturen sind zum Baden nicht sehr einladend und zum Sonnen ist es auch nicht sehr gemütlich, weht doch ein recht kühler und kräftiger Wind vom Meer her. Die z.T. sehr außergewöhnliche israelische Architektur begeistert mich ein ums andere Mal!!!

Mit dem letzten Zug, der Freitags von T.A. nach Norden, Nahariyya, fährt ging es zunächst einmal nach Shavei Zion! Dort war gerade noch kurz vor ihrer Rückreise nach Deutschland eine Reisegruppe von einem Besuch in Yerushalayim zurückgekommen. Welch ein herzlicher Willkommensgruß erwartete mich in meinem Zimmer – allein schon das Freude pur!!!An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank, Ihr Lieben!!!

Ein wunderbarer Erew Shabbat war uns gegeben und der Shabbat-Samstag war mit einer ausgezeichneten Predigt (Hebräer 9, 11-15) und einem festlichen Nachmittag/frühen Abend mit einem unglaublichen Kuchen – und kaltem Buffet.

Am Sonntag mittag, 25. März ging es dann noch einmal bis Dienstag nach Tel Aviv zurück. Shavei Zion ist und bleibt jedoch bis zur Rückkehr nach Deutschland mein hauptsächliches Domizil! Der Golan (Moshav Keshet) / das Jorantal Valley (Kibbuz Tirat Zvi) / Ari’el und Yerushalayim sind neben vielen ein Tages Besuchen noch angesagt!

Wie sagte ich zu meinem „Hintermann“ im Flieger als wir landeten: „ma ani omeret achshaw? – ani omeret: Baruch HaShem – ani Ba Beit“!!! – „was ich sage jetzt?- ich sage jetzt: Gelobt sei der Ewige – ich bin Zuhause“!!!

Purim Chag Sameach – Ein fröhliches Purim-Fest

Heute, am 08. März 2012 ist Purim – und ich wäre so gerne dabei! Über dieses fröhliche Fest habe ich zwar bereits berichtet als ich es 2004 erstmals miterleben konnte. Heute gibt es die Geschichte zum Fest, wie ich sie auch mit unseren Kindern und Jugendlichen in meiner Gemeinde, erzählt und  in meiner Israel-Dokumentation aufgeschrieben habe. Das nebenstehende Bild habe ich meinen Jüdischen Freunden in diesem Jahr als Gruß geschickt – es enthält ein Foto, welches in 2004 im Jüdischen Viertel von Yerushalayim entstanden ist.

Über das  „Purim“ -Fest

„Purim“ aus dem persischen „pur“ (pl. Purim) bedeutet „Los/Lose“

Dieses Fest erinnert an die Rettung der jüdischen Gemeinden in Persien um 450 v.Chr. durch die Königin Esther.

Einen Monat vor dem Pessach-Fest, an dem die Herausführung der Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens gefeiert wird, wird das „Purim“-Fest nach dem jüdischen Kalender am 14. Adar gefeiert.

Das Fest selbst gehört zwar nicht zu den „biblischen“ hohen Festen, die als ewige Ordnungen von GOTT an Sein Bundesvolk bestimmt wurden – und dennoch hängt es direkt mit der historischen Geschichte des jüdischen Volkes und dem „Galut“ (Exil, Aufenthalt des jüdischen Volkes nach der ersten und zweiten Zerstörung des Tempels in Jerusalem außerhalb von Israel) zusammen. Auch wenn der Name des Ewigen nicht ein einziges Mal im Buch Esther genannt ist – so gibt es doch nicht nur für orthodoxe 3uden „die eine“ Gewissheit: GOTT verwandelte ihren Kummer in Freude“ ihre Trauer in 3ubei und ihre Klage in ein Fest.

Die Hauptpersonen der Handlung

–      AHASVEROS – König von Persien

–      HAMAN – Ministerpräsident des Königs, ohne dessen Wissen, dass Haman ein berüchtigter und bösartiger Verfolger der Juden in Persien war

–      MORDECHAI – jüdischer Pflegevater der Esther. Drei Jahre vor dieser Geschichte hatte – Mordechai einen Anschlag auf den König Ahasveros verhindert und das war in das Geschichtsbuch des Königs eingetragen worden

–       ESTHER – hieß vorher Hadassa und war Tochter des Onkels von Mordechai. Sie wurde zur Königin von Ahasveros. Der Name Esther bedeutet vermutlich -Stern“

Haman inszinierte eine mörderische Intrige gegen die Juden. Er hatte den König Ahasveros, der in der Festung zu „Susa“ weilte, folgendes Gebot zu erlassen: alle Bürger Persiens – auch alle Großen des Königs – sollten sich ab sofort vor Haman verbeugen. Mordechai jedoch kam diesem Gebot des Königs nicht nach. Das steigerte den Hass Hamans auf Mordechai, und er brachte diese „Vergehen“ des Mordechai gegen das Gebot des Königs vor den König..

Dieser, gefangen durch seine eigene, von Haman veranlasste Gesetzgebung, war nun gezwungen, der Anklage Mordechais nachzugehen.

Am ersten Tag des Monats Nissan wurde das Los geworfen, um den Tag der Hinrichtung Mordechais und der Vernichtung der Juden zu bestimmen. Es fiel auf den 13. Tag im zwölften Monat Adar.

Aber wie es so schön heißt: „Der Mensch denkt und GOTT lenkt“ konnte durch Mordechai und seine Nichte, die Königin Esther das Blatt zu Gunsten der luden gewendet werden.

Esther ging, in dem Wissen, dass dieser Weg sie das Leben kosten konnte, zum König und konnte ihm dann von den mörderischen Plänen Hamans berichten. So geschah es, dass es Haman war, der genau an dem Galgen endete den er für Mordechai bestimmt hatte. Die Juden erhielten die Genehmigung vom König Ahasveros, die Anhänger Hamans zu bekämpfen und das alles geschah an dem Tag, der durch das Los bestimmt war, an dem Mordechai und alle Juden in Persien sterben sollten.

Esther rief für den 13. Adar einen Bet-und Fasttag für die jüdischen Gemeinden aus, der bis heute auch von religiösen Juden begangen wird, den „Taanit Esther“.

Am 14. und 15. Adar, nach dem Sieg der Juden über Haman wurde das „Purim“Fest ausgerufen.

In der persischen Hauptstadt Susa – Schuschan wurde einen Tag länger gekämpft. Daher gilt der 2. Purim-Tag als der „Schuschan Purim“, der bis heute in Jerusalem gefeiert wird.

Purim ist ein sehr fröhliches Fest, besonders für die Kinder. Sie, aber auch Erwachsene, verkleiden sich – der Name der Rolle, in die sie hineinschlüpfen – kann gut erkannt werden.

Die kleinen und großen Prinzesinnen und Königinnen haben allerhöchste Priorität und zeigen eine bunte Vielfalt von königlichen Gewändern.

Es werden die berühmten „Haman“-ohren oder –taschen“ gegessen. Das ist ein Mürbteiggebäck gefüllt mit Mohn. Die Varianten sind vielfältig: z.B. Hefeteig und diverse Füllungen, wobei der Mohn fast immer dabei ist. AhuvaIsrael’s Rezept: AhuvaIsrael’s Rezept

In den Synagogen, messianischen Gemeinden und Familien wird die Megillat Esther gelesen und zwar sehr „emotionell“! Wann immer der Name „Haman“ (oder der seiner Söhne) genannt ist werden die „Haman“-Ratschen“ und andere Lärm erzeugenden Geräte für einen kleinen Moment in Betrieb gesetzt.

Am Purim-Tag soll es eine Festmahlzeit geben wie es dem Buch Esther entspricht. Auch wenn für diese Tage kein Arbeitsverbot gilt, wird doch das feiern empfohlen, anstatt der täglichen Arbeit nach zugehen. Das Fest ist sehr eng mit Geschenken, an die Armen wie auch an die Freunde verbunden. Das Minimum an Geschenk sind zwei Artikel:

–      entweder gebackene oder gekochte Speisen,

–      oder Früchte oder Süßigkeiten

–      oder Getränke

Bereits längere Zeit vor dem Fest wird für die Armen des Landes gesammelt zur Verteilung der „süßen“ Liebesgaben. Dieses Gebot, die „Mitzwa“, heißt „mischio’ach manot“. Die Überbringer der Geschenke sind in der Regel Kinder. Es ist Brauchtum, dass auch der Arme, wenn er eine „mischioach manot“ erhält, dem, der nichts hat etwas abgeben soll von dem, was er geschenkt bekommen hat.

Nachmittags wird gerne die Esther-Geschichte als Rollenspiel in entsprechender Verkleidung erzählt – oder die gesamte Esther Rolle auch noch einmal in dieser Form nachgespielt. Das Bild zeigt einen Teil der Mitschüler  meiner Ulpan-Klasse 2004 – (16 Erwachsene aus 8 Nationen!). Das war ein rieiges Vergnügen 🙂

Der Talmud hat für die Purim-Tage das Gebot der Zurückhaltung vor „Zuviel Trinken“ aufgehoben. Das Endmaß des Trinkens liegt laut der Weisen darin: am Purim soll man so lange Trinken, bis man den Unterschied zwischen „verflucht sei Haman“ und „gesegnet sei Mordechai“ nicht mehr weiß. Da bei „zuviel Rausch“ jedoch die Gefahr besteht, religiöse Gebote zu verletzten oder in vulgäre Verhaltensmuster abzugleiten – sollte der Alkoholkonsum doch besser ganz und gar gemäßigt bleiben.

Verspäteter Nachtrag zur Wochlesung „Wajakhel“, Mose 35,1-38,20 und „Pekude“, 2. Mose 38,21-40,38

Es gibt eine Passage in dieser Wochenlesung, die in meinem Schatzkästlein von Zwi Braun „Zeitlos aktuell“  so eindrücklich kommentiert ist, dass ich nicht umhin kann, sie hier weiter zu geben. Es geht um die Begleitung, derer die Söhne Israels sicher sein durften, bei ihrer 40zig jährigen Wüstenwanderung. „Himmlische Begleiter“ – diesen Titel setzt Zwi Braun über den Text von 2. Mose 40, 36-38):

„Und wenn die Wolke von der Wohnung aufstieg, brachen die Bne Jisrael auf, zu all ihren Aufbrüchen. Wenn aber die Wolke nicht aufstieg, brachen sie nicht auf bis zum Tage des Aufsteigens. Denn Seine Wolke war auf der Wohnung bei Tag, und Feuer war des Nachts dabei, vor den Augen des ganzen Hauses Israel auf allen ihren Aufbrüchen“ (2. Mose 40, 36-38).

Zwi Braun nennt drei  Begleiter, von denen einer eher eine Legende ist: 1. die Wolken- und die Feuersäule!  das Manna und Miriams Brunnen  Und dann lässt Zwi Braun noch den Talmund dazu sprechen: 

„Rabbi Jossi ben Jehuda sagte: Drei gute Verwalter hatte Israel und zwar Mosche, Mron und Miriam. Derentwegen wurden ihnen drei wertvolle Gaben geschenkt – der Brunnen, die Wolkensäule und das Manna. Der Brunnen wegen des Verdienstes Miriams, die Wolkensäule wegen des Verdienstes Ahrons und das Manna wegen des Verdienstes Mosches. Als Miriam starb, verschwand der Brunnen, denn es heißt: ‚dort starb Miriam‘; darauf folgt: ‚und die Gemeinde hatte kein Wasser‘. Durch das Verdienst beider aber kam er wieder. Als Ahron starb, verschwanden die Wolken der Herrlichkeit, denn es heißt: ‚und der Kna’ani, der König von Arad hörte‘. Er hörte nämlich, dass Ahron gestorben sei und die Wolken der Herrlichkeit verschwunden seien. Da glaubte er, es sei ihm nun die Freiheit gegeben, Israel zu bekriegen. Durch das Verdienst Mosches aber kamen sie wieder. Als aber Mosche starb verschwanden sie alle“ (Taanit 9a).

Und jedes Jahr – bis heute – erinnert ein Gebot an die  „göttlichen Wolken“ – so Zwi Braun: „In den Hütten sollt ihr sieben Tage wohnen, jeder Bürger in Israel, alle sollen in den Hütten wohnen. Damit eure Nachkommen es wissen, dass Ich die Bne Jisrael in den Hütten habe wohnen lassen, als Ich sie aus dem Land Ägypten führte, Ich, Gott, euer Gott“ (3. Mose -Wajikra- 23, 42-43).

Nach Benno Jacob manifestieren sich Gott und Seine Glorie in dieser Wolke, und das Heiligtum wird sichtlich zum Sinai: „Wenn also das Volk weiter zuziehen haben wird, dann ist dies Heiligtum ein wandelnder Sinai, der sie begleitet, ein Stück auf die Erde mitten unter ein Volk versetzten Himmels. Denn auch zum Sinai war Gott erst aus dem Himmel hernieder gestiegen… So endet dieses wunderbare Buch. Es hatte begonnen mit Druck und Seufzen, den von Gott gesandten Führer erscheinen lassen, die Bezwingung und das Ende des Tyrannen geschildert. Die Befreiten durch Meer und Wüste bis zum Sinai geleitet, wo sie zum Gottesvolk berufen wurden, Gesetz und Recht empfmgen und nach schwerem Fall das Heiligtum errichten durften, das Ihm eine Stätte inmitten des wandernden Volkes bereitete. So schliesst es nach düsterem Anfang in strahlendem Glanz Seiner Herrlichkeit – vor den Augen des ganzen Hauses Israel, der Nachkommen der Erzväter.“

Und nun verbindet Zwi Braun die damalige 40 Jahre dauernde Wanderung für GOTTES Bundesvolk mit unserer Zeit, wörtlich: Sefer Schmot beginnt mit Bewegung und endet mit Bewegung. Zogen zu Beginn die Söhne Jakows, die Bne Jisrael in das Exil, so ist jetzt das Bet Jisrael, das Haus Israel als Volk zurück auf dem Weg in die Heimat. Wie beschwerlich dieser Weg zu allen Zeiten für unser Volk oft war, beschreibt der jüdische Schriftsteller und Dichter Berthold Vierel exemplarisch in seinem Gedicht „Gekritzel auf der Rückseite eines Reisepasses“:

Man wird mit keinem Pass geboren. Die Sprache lernte man als Kind. Am Ende ging der Sinn verloren Der Worte, die gebräuchlich sind.

Was Heimat heisst, nun heisst es Hölle, Der man zur rechten Zeit entkam. Und neue Grenzen, neue Zölle, Doch selten wo ein wenig Scham.

Da sind die Orte und die Zeiten. Einst war man jung, nun wird man alt. Doch immerzu muss man bestreiten Die Reise und den Aufenthalt.

Das sind die Völker und die Reiche. Man wandert aus und wandert ein. Doch überall ist es das Gleiche: Die Hirne Wachs, die Herzen Stein.

Diese Kommentar-Passage zur Wochenlesung „Pekude“ hat mich sehr stark berührt und mir die Größe, die Barmherzigkeit und unvergängliche Treu GOTTES zu Seinem Bundesvolk ganz neu vor Augen geführt. In „Drei Minuten Ewigkeit“ von Zwi Braun  gibt es einen Kommentar zum 2. Mose 39,32:Und es war vollendet das ganze Werk an der Wohnung des Stiftzeltes. Und die Bne Jisrael hatten gemacht, ganz so wie der Ewige dem Mosche geboten, so hatten sie gemacht.“ Am Ende des Kommentars steht die Frage: Wo wohnt GOTt, wenn es doch heute weder eine Stiftshütte noch den Tempel in Jerusalem gibt? Rabbi Menachem Mendel von Kozk  hat auf die klassische Frage: „Wo wohnt GOTT?“ eine sehr prägnante Antwort: „Dort wo man ihn einlässt“.

Zum PURIM-Fest „Hamantaschen“ – hmmmmmmmmm!!!

Am Sonntag, 04. März 2012, darf ich im Gottesdienst unsere Kinder in die Kinderstunde verabschieden. Sie werden über das PURIM-Fest hören und sehen, die „Hamanrassel“ wird mal kurz in Betrieb gesetzt – aber wirklich nur kurz wegen des unangenehmen Lärms. Als Überraschung für die Kinder habe ich heute „Hamantaschen“ und hoffe natürlich sehr, dass sie ihnen so gut schmecken wie mir selbst 🙂

Es gibt ja ein große Anzahl von Varianten dieses so typischen „Purim-Gebäcks“ – ich habe mich für das hier nachfolgende Rezept entschieden! Noch ein Tip: die Ecken fest zusammen drücken, damit sie möglichst nur wenig „aufplatzen“!

Apropos backen: unter dem Link: AhuvaIsrael – Regenbogen I ist ein Bericht über die Back-WM in Rimini die Ende Januar 2012 die israelischen Bäcker gewonnen haben!!! 🙂

AhuvaIsrael wünscht gutes Gelingen und guten Appetit 🙂

Milchige Hamantaschen aus Mürbeteig

Teig

500g Mehl

½ Pä#ckchen Backpulver

150g Puderzucker

1 Pr. Salz

250g weiche Butter

2 Eier, geschlagen

1 Becher Quark

Puderzucker zum Bestäuben

Trockene Zutaten zusammensieben, nacheiander die feuchten Zutaten hinzu geben. Fertigen Teig etwa 3 Stunden kühl stellen

Und nun, wie AhuvaIsrael weitergearbeitet hat: Teig etwa 3 mm ausrollen,  mit einem Glas,  5 cm Durchmesser,  ausstechen,  1TL fertige Füllmasse darauf geben und zu kleinen Dreiecken fest zusammen kleben  (mit den Fingern!).

Backofen (Unter- Oberhitze) auf 170 Grad vorheizen und auf mittlere Schien 12 -20 min goldbraun ausbacken.

Abkühlen lassen und mit Puderzucker betreuen.

Füllung:

250g Mohn, gemahlen

4 El Honig

100g Zucker (nach Belieben auch mehr)

1 Becher Rahm

1 Handvoll Rosinen, klein hacken

7 Datteln (ich habe kleine Datteln genommen), klein hacken

! Apfel, geschält und klein geschnitten

1 Handvoll Nüsse (ich habe Mandeln genommen).

Alle Zutaten mischen. Langsam unter ständigem Rühren 10 min zu einer dicken, homogen Masse einkochen lassen. Abkühlen lassen.

Ich habe das Rezept mit kleinen Varianten hier entnommen: „Kulinarische Reise durch das Jüdische Jahr“ – Chabad Lubawitsch/Schweiz.

Guten Appetit 🙂

Tu B’Shevat – der Neujahrstag der Bäume

Heute, am 08. Februar 2012 ist der „Tu B’Shevat – der Neujahrstag der Bäume. Es ist eine besonderes Erlebnis in diesen Tagen in Israel zu sein und zu erleben, wie die Natur erwacht – und das Land mit den schönsten Farben der Schöpfung GOTTES bekleidet ist. Hier im Folgenden eine sehr schöne Beschreibung zum Tu B’Shevat, danach ein Link zu einem Artikel aus der Jüdischen Allgemeinen und ein kleiner wunderschöner Film.

Über den Tu-B’Shewat – den Neujahrstag der Bäume                            aus: Jüdische Welt verstehen von Alfred J. Kolatch

Hillel und seine Schüler erklärten Chamischa Assar Bi-Schewat
(Anmerkung: der 15. des Monats Shevat) zum Halbfest. Sie nannten es Rosch Ha-Schana La-Ilanot („Neujahr der Bäume“), weil an diesem Tag in Israel der alljährliche Regen aufhört und ein neuer Wachstumszyklus für die Bäume beginnt.

Man feiert Chami’scha Assar Bi-Schewat (das man auch Tu Bi-Schewat) nennt – „tu“ ist ein Akrostichon aus den hebrälschen Buchstaben „tet“ und „waw“ (Anmerkung „tet“ =9 und „waw“ = 6), die zusammen den Zahlenwert fünfzehn besitzen) am fünfzehnten Tag von Shewat, indem  man verschiedene Früchte verzehrt, besonders solche, die in Israel wachsen. Im modernen Israel wird der Tag, bekannt auch als der „Tag des Baumes“*, von den Schulkindern gefeiert, die hinaus in die Felder gehen, um Bäume zu pflanzen. Der bokser (Karube)** war von jeher eine volkstümliche Festspeise.

 *  Jom Ha-Ilan
** Johannisbrot
Anmerkungen: AhuvaIsrael

Ein herzliches Chag Sameach allen Bäumen in Israel!!!

Warum es ein Neujahrsfest er Bäume gibt

 


Äthiopische Juden in Israel

Israel Heute 12.01.2012

Protest der äthiopischen Juden

In Kiriat Malachi demonstrierten am Dienstag etwa 2.500 äthiopische Juden gegen ihre niedrige Stellung in der israelischen Bevölkerung. Sie beschweren sich über Rassismus und insbesondere darüber, dass man ihnen in einem bestimmten Stadtteil in Kiriat Malachi keine Wohnungen vermieten will. Sie setzten sich dort mit Einwohnern der Rabbi-Pinto-Straße auseinander und demonstrierten dann weiter neben dem Stadtratsgebäude mit Plakaten auf denen zu lesen war: „Rassismus ist der Teufel“ und „Unser Blut ist nicht nur gut für den Krieg“. Rachamim Edna, ein Reserveoffizier, wandte sich an Ministerpräsident Netanjahu, Präsident Peres und die Knesset, um die Geringschätzung der äthiopischen Juden ein für alle mal aus der israelischen Bevölkerung auszumerzen. Motti Malka, der Bürgermeister der Stadt meinte, dass er sich freue, dass die äthiopischen Juden sich endlich entschieden haben, für ihre Anerkennung auf die Straße zu gehen. In der Knesset wurde eine Sondersitzung zu diesem Thema durchgeführt. Der äthiopische Abgeordnete, Schlomo Mola, der auch bei der Demonstration dabei war, sagte, dass das Spiel der Geringschätzung dieser Bevölkerungsgruppe vorbei sei. Jedoch dies von den Menschen noch nicht verstanden würde. Die Äthiopier werden solange kämpfen, bis sie gerecht und als gleichwertige Bevölkerungsgruppe behandelt werden, so Mola.

Newsletter der Botschaft des Staates Israel in Berlin am 12.01.2012

Netanyahu zu anti-äthiopischen Vorfällen: Kein Platz für Rassismus

Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat am Mittwoch seinen Berater für die Angelegenheiten äthiopischer Einwanderer Ali Adamsu angewiesen, entschlossen gegen rassistische Anfeindungen gegen äthiopische Einwanderer vorzugehen.

Adamsu hatte sich am Dienstag in Kiryat Malakhi mit den Organisatoren eines antirassistischen Protests getroffen. Bei dem Treffen mit Netanyahu berichtete er ihm von der Umsetzung des fünf-Jahres-Plans für die Integration von Einwanderern, den das Kabinett 2010 verabschiedet hatte.

Ministerpräsident Netanyahu sagte, dass Israel die äthiopischen Einwanderer bewundere und besser einbinden wolle.

„Trotz zahlreicher Hindernisse und Schwierigkeiten kamen sie zu uns und versuchen sich nun, in die israelische Gesellschaft zu integrieren, was wir mit allen Mitteln unterstützen. Rassistische Anfeindungen sind abscheulich, es gibt keinen Platz für sie in der israelischen Gesellschaft. Die Einwanderung von Juden aus Äthiopien und aus aller Welt ist untrennbar mit dem Charakter des Staates Israel verbunden“, sagte Netanyahu.

(Amt des Ministerpräsidenten, 11.01.12)

Bild: Peres und Schüler heute Morgen (Foto: GPO

Auch Präsident Peres nahm heute bei einem Besuch in einer Schule, an der viele äthiopisch-stämmige Schüler lernen, Stellung zu den Vorfällen.

„Wir alle sollten den äthiopischen Einwanderern dankbar sein, dass sie sich entschieden haben, nach Israel zu kommen“, so der Präsident. „Als wir den Staat gegründet haben, war es unser Traum, dass er Juden aus Äthiopien, Russland, Libyen und dem Rest der Welt anziehen würde. Jeder, der hierher kam, hatte anfangs Integrationsprobleme – leider gibt es Menschen, die einfach nicht wissen, wie man sich Neueinwanderern gegenüber zu benehmen hat.“

Die Schüler fragten ihn, wie es für ihn selbst gewesen sei, als Elfjähriger aus Polen ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina einzuwandern. Peres erklärte, sein Hebräisch sei damals längst noch nicht fließend gewesen, und die anderen Kinder in der Klasse hätten sich über ihn lustig gemacht. Auch sei er anders gekleidet gewesen als die anderen Kinder, und auch dafür sei er gehänselt worden.

„Es dauerte eine Weile, bis ich mich akklimatisiert hatte, doch dann war ich wie jeder andere Israeli. Heute kann ich euch ehrlich sagen, dass, wenn ihr fleißig lernt, ihr alles werden könnt – sogar Staatspräsident.“

(Jerusalem Post, 21.01.11)